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Die von Silvio Gesell entwickelte Wirtschaftsform wird mit dem Attribut „natürlich“ bezeichnet, weil diese Wirtschaftsform den Gesetzmäßigkeiten des Lebens angepasst ist und den Menschen als Subjekt des Wirtschaftens in seiner Wesensart vollständig respektiert. Diese Wirtschaftsform entwickelt daher aus sich selbst heraus die Kraft, das Gesamtsystem auszubalancieren.

Die Ökonomie beschreibt das System des menschlichen Schaffens und Austausches, es umfasst die gesamte Kultur der Menschheit und ist eingebettet in das größere System, genannt Ökologie, das die gesamte Erde mit allen sich darin befindlichen Dingen und Lebewesen umfasst. Die Ökonomie muss daher so beschaffen sein, dass sie in das Gesamtsystem des Lebens und seine Prozesse nicht in einer Weise eingreift, die die Lebensgrundlagen vernichtet und ein natürliches Gleichgewicht verhindert.

Ökonomie ist die Wissenschaft von menschlicher Produktion und ihrem Austausch, sie schließt damit das Handeln von aktuell über 6 Milliarden Menschen ein. Ein System, welches das Planen, die Entscheidungen und das Handeln von über 6 Milliarden Individuen steuern, regeln und koordinieren will, muss als völlig unlösbare und auch sinnlose Aufgabe angesehen werden. Ökonomie als ein statisches System zu behandeln, in dem politische Maßnahmen, Vorschriften und Gesetze oder auch moralische Verpflichtungen gewünschte Ergebnisse hervorbringen sollen, ist ein absolut unangemessenes und dem Misserfolg verpflichtetes Vorgehen, von dem wir schnellst möglich Abstand gewinnen sollten. Selbst die Regulierung – ob tyrannisch oder demokratisch – kleiner Wirtschafteinheiten wird scheitern, weil alles in der Welt miteinander verbunden und daher nicht voneinander getrennt zu behandeln ist. Entscheidungen in China haben Auswirkungen in Europa – und umgekehrt.

Ökonomie ist ein kybernetisches System, offen und hochkomplex, das nur durch die Fähigkeit, sich im inneren Gleichgewicht zu befinden und aus sich heraus die Kräfte zur Selbstregulierung zu entwickeln, Bestand haben kann. Die Zukunft der menschlichen Kultur auf dem uns bekannten Niveau hängt also davon ab, dass wir ökonomische Vorgänge als kybernetische Prozesse begreifen und entsprechende Änderungen im Wirtschaftsleben vornehmen.

In der kapitalistischen Wirtschaftsordnung sind einige Parameter falsch gesetzt, so dass es im Wirtschaftsprozess zu sich verschärfenden ökonomischen Fehlentwicklungen kommt. Bei einigen Wenigen sammelt sich das Kapital, die Massen werden ärmer und ärmer. Das Auseinanderdriften von Reich und Arm ist systembedingt und kann nicht vom Individuum verhindert werden. Selbst bei größtem persönlichen Arbeitseinsatz und bester Geschäftsidee nicht. In diesem Spiel bekommt die Politik die Rolle zugedacht, die sich verschärfenden Ungleichgewichte mit allerlei Programmen, Gesetzen, Subventionen und Transferzahlungen abzumildern.

Trotz dieser Eingriffe verstärken sich die ökonomischen Verwerfungen und erzeugen katastrophale Wirtschaftseinbrüche. An diesem Punkt wird es noch interessanter für die Politik: was sie in bislang wirtschaftlich relativ prosperierenden Zeiten nicht vermocht hat, soll sie nun bei globalen Krisen schwerster Natur mit den gleichen Mitteln ausrichten. Die Wirtschaft wird zunächst einmal teilverstaatlicht. Ein Vergleich: wenn es der Feuerwehr nicht gelingt, einen Wohnungsbrand mit dem Gartenschlauch zu löschen, dann soll sie damit später ein brennendes Stadtviertel retten. Und niemand von der Feuerwehr scheint zu ahnen, dass die gesamte Welt brennt.

Die aktuelle Gefährdung der globalen Wirtschaft ist zurückzuführen auf die statische Behandlung von ökonomischen Fragen. Noch mehr „steuernde“ Eingriffe seitens der Regierungen werden höchstens noch verheerendere Fehlentwicklungen hervorbringen. Es gibt weltweit keine einzige funktionierende Volkswirtschaft und so kann auch die globale Wirtschaft nur die bestehenden Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten und Vernichtungsfeldzüge der kapitalistischen Wirtschaftsweise abbilden.

Die Anerkennung der Ökonomie als kybernetisches Modell, das sich in die natürlichen Prozesse des Lebens einpassen muss, ist dringend Not-wendig. Die Perfektionierung der Ökonomie ist daher nicht in einem Mehr von Regulierungen oder Verstaatlichungen zu suchen, sondern in der intelligenten Konstruktion ihrer Bestandteile. Ein ganz wichtiger Bestandteil der Ökonomie ist das Geld, um die produzierten Dinge und zur Verfügung gestellten Leistungen auszutauschen. Das Tauschmittel Geld muss so beschaffen sein, dass es die Tauschvorgänge samt und sonders reibungslos, effektiv und fair ermöglicht. Letzteres ist der Menschheit bis heute nicht gelungen und wir sehen uns heute der Gefahr gegenüber, dass die Menschheit global verelendet und ihr eigenes Überleben komplett in Frage stellt.

Wirtschaftlicher Ruin bedeutet heute der Ruin der gesamten Welt, denn mit dem Tauschmittel Geld haben wir es in den vergangenen Jahren zu höchster internationaler Arbeitsteilung gebracht und so kann kein Teil der Welt mehr prosperieren, während der andere vegetiert. Die gegenseitigen Abhängigkeiten und die wirtschaftliche Vernetzung sind nicht mehr aus der Welt zu schaffen oder umzukehren.

Die Natürliche Wirtschaftsordnung basiert daher auf einem Geld, das in seiner Tauschmittelfunktion perfektioniert ist und keinerlei Monopolbildung, Vermögenskonzentrationen und damit auch kein „exponentielles Wachstum der Geldkapitalien bei gleichzeitiger spiegelbildlicher Schuldenzunahme“ mehr ermöglicht. Ein Geld, das einzig und alleine als Tauschmittel gestaltet ist, verhindert jegliche Monopolbildung, die nicht mit dem privaten Eigentum an Boden in Zusammenhang steht.

In einer Wirtschaft, in der sich die bestehenden Monopole zerlegen und sich keine weiteren mehr bilden können, kann sich der Wettbewerb frei entfalten und einen freien und ungehinderten Welthandel ermöglichen. Das was erarbeitet wird, wird wieder vollständig unter die Wirtschaftsteilnehmer verteilt, ohne Abzüge von Zins und Kapitalkosten. Auf diesem Weg ermöglicht die Geldreform der NWO eine allgemeine Wohlstandsbildung und verhindert Kapitalkonzentrationen größten Ausmaßes auf der einen und vom Kollaps bedrohte Schuldner auf der anderen Seite. Das Geld steht den Kräften, die das System ausbalancieren, nicht mehr im Wege.

Die zweite wichtige Maßnahme der NWO ist die Überführung des privaten Bodeneigentums in ein Allgemeingut. Der Boden, samt seiner Bodenschätze und aller Ressourcen, bildet die Lebensgrundlage für alle Menschen und kann daher nicht in den Händen von wenigen Bodenbesitzern verbleiben. Der private Besitz von Boden macht keinerlei Sinn, da es beim Boden allein auf die Nutzung ankommt. Und die kann über das Pachtrecht geregelt werden. Die Pachteinnahmen fließen zurück ins Volk.

Daher lässt die NWO alles Produzierte – und auch sämtliche Produktionsmittel! – unangetastet im privaten Besitz und „sozialisiert“ lediglich die Urmonopole Geld und Boden.

Mit diesen beiden Reformen gelingt es der NWO, so genannte „leistungslose Einkünfte“ wie Zins und Bodenrente aus dem Wirtschafts- und Geldkreislauf zu eliminieren und sie ohne Gewaltanwendung aus der Welt zu schaffen. Pensionen, Renten, Sozialleistungen, etc. sind im Sinne der NWO keine leistungslosen Einkommen. Die Bezieher solcher Einkommen haben früher dafür Beiträge abgeführt, in Versicherungen einbezahlt, oder werden von der Gemeinschaft aus Solidarität unterstützt.

Die NWO erfüllt den uralten sozialistischen Traum, dem zufolge die Schaffenden über ihren vollen Arbeitsertrag verfügen sollen. Sie überwindet letztlich den Zins, ohne ihn zu verbieten – und mit dem Verschwinden des Zinsen und der Rückführung der Bodenpacht an die Allgemeinheit, gibt es keine leistungslosen Einkommen mehr. Es wird weiterhin Altersrenten, Kindergeld, Sozialleistungen aller Art geben. Darüber entscheidet und befindet das Volk, das nun aber nicht mehr überwiegend aus „systemisch Verarmten“ besteht. Das „Armsein“ wird dann nur noch die persönliche Entscheidung einzelner Menschen sein, und nicht länger das Damoklesschwert, das über den Köpfen von 95% der gesamten Bevölkerung hängt.

Die NWO löst auch einen bislang von den meisten Menschen kaum realisierten Konflikt: die Benachteiligung von Frauen im Wirtschaftsleben. Die Benachteiligung von Frauen ist als Umstand nicht abzuwenden, es sei denn, die Menschheit würde sich für ihr eigenes Ende entscheiden und keine Frau würde mehr Kinder zur Welt bringen. So lange Frauen die Kinder zur Welt bringen, wird ihnen dadurch in der Arbeitswelt ein Nachteil entstehen, denn sie müssen sich für eine längere Zeit ganz anderen Aufgaben widmen und können so nicht wirklich wettbewerbsfähig bleiben. Obwohl sie sich sehr anstrengen, ambitioniert sind, gute Ausbildungen absolvieren und höchsten Einsatz im Wirtschaftsleben leisten, kann es unter den gegenwärtigen Bedingungen vom System her nicht gelingen, den natürlichen Nachteil von Frauen auszugleichen. Er bleibt ihnen im Durchschnitt erhalten und drückt sich bis ans Lebensende in viel geringeren Einkommen als Männer sie erhalten, aus. Und geringere Einkommen machen geringere Renten.

In der NWO geht es nicht um die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, wohl aber um Chancengleichheit. Um Chancengleichheit geht es grundsätzlich in der NWO. Um gleiches Zugangsrecht zu den Ressourcen. Um ungehinderte und nicht mit Nachteilen behaftete Teilnahme am Wirtschaftsleben. Für alle Menschen auf der ganzen Welt!

Konkret sieht die NWO seit ihrem Begründer daher vor, dass die Pachteinnahmen des Bodens an die Frauen nach der Anzahl ihrer leiblichen und angenommenen Kinder bis zu deren Volljährigkeit ausbezahlt werden. Diese Einnahmen können sich nach derzeitigen Schätzungen auf vielleicht 400 Euro pro Kind belaufen und sie sind nicht für den Unterhalt der Kinder gedacht. Dieses Geld soll allein den Frauen zufließen, die mit diesem Geld ohne finanzielle Nöte und Abhängigkeiten entscheiden können, ob sie dieses Geld für Kinderbetreuung einsetzten, um im Beruf bleiben zu können, ob sie es für Ausbildung und Qualifizierung nutzen, es ausgeben wofür auch immer sie wollen, oder es sparen. Die Entscheidung bleibt jeder einzelnen Frau überlassen.

Im heutigen freiwirtschaftlichen Umfeld wird dieser Punkt eher wieder restaurativ beantwortet, denn für diese gezielte Verwendung bekommt man keine Mehrheit. Das Geld solle an die Erziehungsberechtigten allgemein ausbezahlt werden. Manche „stricken“ daraus dann sogar noch ein „Grundeinkommen“, ob „bedingungslos“ oder „ressourcengestützt“. Denn erstens würden auch Männer Erziehungsarbeit leisten und zweitens sei es im Zuge der Gleichberechtigung auch nicht anders denkbar.

Doch dem Ursprung nach sollen die Pachteinnahmen dazu verwendet werden, dass Frauen der Nachteil wettgemacht wird, der ihnen aufgrund ihrer geschlechtlichen Funktion entsteht. Dieser Nachteil kann nicht damit ausgeglichen werden, dass Väter nun Erziehungsurlaub nehmen können, auch mit Hand anlegen und im Einzelfall sogar mehr Erziehungsleistung erbringen als die Mutter. Und die Ausbezahlung dieser Einnahmen an die Allgemeinheit mit der „Gleichberechtigung“ zu begründen, ist ein völlig überholter Gedankengang. Seit vielen Jahren geht es in der Diskussion um die Stellung von Frauen nicht mehr um Gleichberechtigung. Gleichberechtigung ist und bleibt ein hohles Schlagwort. Daher hatte sich bereits im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts die Erkenntnis durchgesetzt, dass es de facto nur um Chancengleichheit geht.
Niemand soll aufgrund seines Geschlechts bevorzugt werden. Das wünschen sich auch Frauen nicht und wehren sich zu Recht gegen gesetzliche Vorgaben, die sie dennoch zu „Quotenfrauen“ herabwürdigen. Frauen sind dann auf Augenhöhe mit den männlichen Kollegen und Mitbewerbern, wenn sie keinen ökonomischen Nachteil mehr aufgrund ihres Geschlechtes hinnehmen müssen. Erst danach kann der faire Wettbewerb stattfinden, erst dann kann sich erweisen, wer im Einzelfall wie viel zu leisten vermag.

Diesen Punkt in der NWO halten wir für wichtig, denn unsere Wirtschaft kann schon lange nicht mehr auf die aktive Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben verzichten. Mit allerlei Programmen wird versucht, diese Teilnahme und Teilhabe zu fördern. Doch kein Gesetz, kein Programm und keine „Technik-Tage für Mädchen“ können bewirken, dass Frauen allgemein in diesen Entscheidungen wirklich frei sind und sich ungehindert im Berufsleben entfalten können.

Als Frau bleibt oft genug nur die Wahl zwischen Familie und Beruf. So ist zumindest im Westen noch die „privilegierte“ Situation von Frauen. Vergleicht man die Situation der Frauen in Industriestaaten mit der Situation von Frauen in Indien, China und Lateinamerika, so hat Frau dort gar keine Wahl. Sie muss arbeiten. Hart arbeiten für einen Hungerlohn. Mit Kindern. Die Welt hat also Grund genug, das Los der Frauen zu verbessern und ihnen Fairness entgegenzubringen. Um nichts anderes geht es bei der Rückverteilung der Bodenpacht an die Mütter.

Lesen Sie Gesell im Original. Zum Beispiel: "Die Ausbeutung, ihre Ursache und ihre Überwindung."

 

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