.

Unsere Kanzlerin kämpft in Kopenhagen um Arbeitsplätze, obwohl es dort eigentlich um das Klima gehen soll. Wie stellte Volker Pispers schon vor geraumer Zeit fest: „Dass wir Arbeitsplätze brauchen, ist sicher – aber ob wir einen Planeten brauchen, ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen.“

Frau Merkel weiß auch nur eines: Wir brauchen Arbeitsplätze. Also will sie nur dann in den Umweltschutz investieren, wenn die Arbeitsplätze hier bleiben. Denn das Klima kann uns gestohlen bleiben, wenn die Arbeitsplätze abwandern. Eine gewisse Logik ist dieser Haltung nicht abzusprechen: Wer in Deutschland zunächst arbeits- und später dann obdachlos wird, dürfte für einen allgemeinen Temperaturanstieg durchaus dankbar sein.

Man kann aus wirtschaftlicher Sicht also feststellen, dass nicht nur in Griechenland das Klima rauer wird. Auch in Kopenhagen haut man sich gegenseitig das eigene Unverständnis um die Ohren und auf die Birne. Man fragt sich, wer da was mit wem verhandelt? Bis heute ist auf jeden Fall noch kein Sterbenswörtchen aus Kopenhagen an die Öffentlichkeit gedrungen, das uns berechtigte Hoffnungen auf Lösungen für die Arbeitsplätze und das Klima geben könnte.
Womit will Angela Merkel denn dafür sorgen, dass die „Arbeitsplätze“ hier bleiben? Denen, die ihren Arbeitsplatz los sind kann man schon vorschreiben, wo sie sich aufzuhalten haben – wenn sie denn ihr Arbeitslosengeld haben wollen. Doch wie will man den anderen, die noch produzieren, vorschreiben, wo sie zu produzieren haben?

Man frage doch einmal einen Unternehmer, wieso er denn seine Produktion „gen Osten“ verlagert? Er wird darauf antworten, dass er dem Kostendruck nachgeben musste und dass sich seine Produktion nur noch dann rechnet, wenn er die Kosten senken kann. Wenn es mit der Nachfrage nicht so richtig klappt, dann hat ein Unternehmer ganz schnell dicke Probleme. Denn die Rendite muss erwirtschaftet werden – ansonsten gibt es keine Kredite mehr. Und wenn es keine Kredite mehr gibt, gibt es sehr bald auch kein Unternehmen mehr. So wird das Klima maximal geschützt – zumindest aus Sicht der CO2-Apologeten.

An der Rendite lässt sich von Unternehmerseite her nichts drehen, sie muss unerbittlich erbracht werden. Also müssen Unternehmer alles Mögliche veranstalten, um ihre Kosten zu senken. Zuerst spart man hier und da, peitscht die Leute ein bisschen mehr als früher, kürzt die Löhne, entlässt die teuersten Kräfte, macht alles ein bisschen dünner, vernachlässigt Qualität und Sicherheit und muss am Ende doch einige Breitengrade weiter ziehen, weil auch diese Einsparungen nicht auf Dauer ausreichen, um die Renditeansprüche zu erfüllen. Auf diese Art und Weise sind einige Firmen schon ganz schön weit „rumgekommen“.

Wer schwingt also die Peitsche, die alle Firmen unter (Weg-)Zugzwang bringt? Es sind die Kapitalgeber, die nur dann ihr Kapital zur Verfügung stellen, wenn sie damit mehr Vermögen machen. Doch auch ihnen kann man keinen Vorwurf machen, denn sie handeln logisch und verständlich – unter den gegebenen Bedingungen. Wenn es daher eine reale Möglichkeit gäbe, die den Globus umrundenden Firmen zum Verweilen im deutschen Steuergebiet zu verdonnern, dann würde man sie damit gleichzeitig in die Insolvenz zwingen. Was wäre damit gewonnen? Jedenfalls kein Steuergeld. „Daheim sterben die Leut’“ – dies gilt heute auch für die Wirtschaft!

Oder wie will man die hier gebliebenen Firmen, die zum Beispiel gerade eine Produktionsanlage erfolgreich abgeschrieben haben – und mit der nunmehr zehn Jahre alten Maschine noch einige Jahre weiter produzieren könnten –, dazu zwingen, jetzt sofort in eine neuere, bessere, klima- und ressourcenschonendere Produktionsanlage zu investieren? Woher die Kredite bekommen, wenn der Absatz angesichts der Nachfragesituation ungewiss ist und das Unternehmen „auch so schon“ immer mehr in die Schieflage gerät? Und außerdem ist ja auch nur sicher, dass wir nicht auf Arbeitsplätze verzichten können, aber nicht geklärt, ob wir überhaupt einen Planeten brauchen…

Nein, nein, nein. So wird nichts aus der Zukunft! Kein Land in Sicht, das sich trauen könnte, die „Währungsfrage“ anzugehen, die allein „das Klima verbessern“ könnte – zwischen den Menschen ebenso wie zwischen den Unternehmen und zwischen den Staaten. Derzeit ist nur eines klar: Wer immer einen ungewöhnlichen, unbekannten und unpopulären Vorschlag macht, der bekommt erst mal von den anderen mächtig einen auf die Mütze. Also bleibt man lieber schön unauffällig zwischen all den Unverständigen um einen herum – und das geht am Besten, wenn man sich durch mindestens das gleiche Unverständnis auszeichnet. In Kopenhagen sind aus aller Welt etwa 15.000 von dieser Sorte angereist. Und so wurde schon bei der Anreise mächtig viel CO2 freigesetzt, um einem Gipfel beizuwohnen, der jede Menge „heiße Luft“ produziert.

Wir bleiben hier und erweitern unser Verständnis. Wir werden auch nicht trennen, was nicht zu trennen ist. Klima und Arbeitsplätze können nicht gegen einander aufgerechnet werden – denn wer nicht atmet, braucht auch keinen Job mehr. Wir wollen arbeiten und atmen. Frei atmen.

Und damit sind wir bei der Lösung angelangt. Wenn wir unser Geldwesen so gestalten, dass es nicht bis zum bitteren Ende zinstragend ist, dann entlasten wir die Produktionen vom ewig währenden Renditedruck, der die Unternehmen nur zum „Sparen am falschen Ende“ zwingt. Oder zum Wegzug in weite Ferne.

Es gibt einen Grund, warum in entwickelten Geldgesellschaften CO2-intensiv gewirtschaftet werden muss. Doch diesem Zwang bräuchten die Volkswirtschaften der Welt nicht zu unterliegen. Das werden wir in einem der kommenden Artikel beleuchten. Bleiben Sie also uns und Ihrer eigenen Suche nach der Wahrheit treu. Gehen wir gemeinsam einen Schritt weiter als jene, die nur enthüllen, was sich an Skandalen ereignet und welche Lügen standhaft verteidigt werden. Gehen wir den Schwierigkeiten so lange auf den Grund, bis wir bei der „ersten Ursache“ angekommen sind und überlegen von diesem Punkt aus weiter, welche Maßnahmen tauglich sind und wie die Lösung zu realisieren ist.

Share

Banner

FacebookMySpaceTwitterDiggDeliciousStumbleuponGoogle BookmarksRedditNewsvineTechnoratiLinkedinMixxRSS FeedPinterest

Wer ist online

Aktuell sind 3 Gäste und keine Mitglieder online

News

  • First parts of the content of this website are now available in english language. In the upcoming time we will translate more and more of the vital economic informations we offer on our pages into various languages. In the moment the following articles are at your disposal:

    Our mission
    The problem
    The solution

Zum Seitenanfang