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Wenn wir wüssten, wer die „Herren des Geldes“ sind, dann könnten wir uns ihre Adressen und Telefonnummern besorgen und mal ein paar „freundliche, aber bestimmte Gespräche“ mit ihnen führen. Doch obwohl es ein Buch mit ähnlichem Titel gibt, das sogar von einem langjährigen Mitarbeiter der Weltbank geschrieben wurde, erfahren wir weder die Anschrift, noch den Namen oder die E-Mail-Adresse von auch nur einem einzigen „Herren des Geldes“.

Mit den „Herren des Geldes“ ist es so eine Sache: Keiner kennt einen persönlich und doch sind sich viele sehr sicher, dass es sie gibt und dass sie „die Bösen“ sind. Wenn Geld nicht solch eine bedeutungsvolle und wichtige Sache wäre, die allzu oft über Leben und Tod bestimmt, dann könnte man sich die Sache mit dem Geld und den „Herren des Geldes“ ja mal in Ruhe überlegen. Doch so viel Muße ist angesichts der aktuellen Aktienkurse und Arbeitslosenzahlen nicht drin.

Es reicht daher gerade mal für das ungeprüfte Akzeptieren der Vermutung einer Verschwörung. Und nicht nur einer, sondern „einer nach der anderen“. Sind es „die Bilderberger“? Die Rothschilds? Die „Trilaterale Kommission“? Oder am Ende vielleicht doch „die Juden“? Es scheint fast so, als ob wilde Einbildung und haltlose Spekulation – so böse und unkonstruktiv sie auch sein mögen – die Menschen im Durchschnitt „beruhigen“. Nicht alle, aber doch sehr viele. Mehr auf jeden Fall als der Gedanke, dass es „die Herren des Geldes“ gar nicht gibt!

Die meisten stellen am eigenen Geldbeutel oder an der steigenden Arbeitslosigkeit in ihrem unmittelbaren Umfeld fest, dass es große Probleme in der Wirtschaft gibt und dass das Geld dabei eine zentrale Rolle spielt. Doch selbst wenn man jeden Tag die Zeitung liest und die Wirtschaftsseiten renommierter Journale studiert, erfährt man nicht wesentlich mehr als man ohnehin schon weiß. Und wer glaubt, ein Studium der Volkswirtschaft könne hier Klarheit und Erkenntnis bringen, der ist leider völlig auf dem Holzweg.

Also muss man weitermachen wie bisher: Zur Arbeit gehen, die Kinder in die Schule schicken, nach Sonderangeboten suchen, Bewerbungen schreiben, die Schwiegereltern zum Essen einladen, etc. „Business as usual“, wie es so schön heißt. Dies fällt allerdings schwer, wenn man in dem Bewusstsein lebt, dass wir uns in großer Gefahr befinden und es gleichzeitig niemanden gibt, der weiß, woher die Gefahr kommt, wie ihr zu begegnen ist und wie man mit heiler Haut entkommt. Sogar die Experten wissen es nicht. Die Meisten wollen aber auch nicht unbedingt zu denen gehören, die den Kopf in den Sand stecken, mit rosaroten Brillen in die Welt schauen und von Kollegen und Nachbarn für naiv gehalten werden. Die Lösung sind: Verschwörungstheorien!

Es war ja schon immer so: Da gab es die ganz Bösen, die mächtig waren. Und die waren so mächtig und so „verschworen“, dass niemand genau wissen konnte, wer die Bösen wirklich waren. Also stochern einige ziemlich arg, manche sogar „von Berufs wegen“, im Nebel und, siehe da, sie zaubern tatsächlich die „Schuldigen“ hervor: Die Banker, die Ausländer, die Hartz-IV‘er, die Geldelite, die Spekulanten. Im Notfall auch die Popen, die ja auch – ganz unethisch – „in Rüstung machen“. Und weil es schon immer die wenigen Bösen und die vielen Armen gab, ist doch eigentlich alles in Ordnung. Weil es heute halt so ist wie immer. Wenn man erst einmal diesen Gedanken gefasst hat, kann man kurz seufzen, die Ignoranz und Schlechtigkeit der Welt bedauern und sich daran machen, die Krawatte zu binden. Noch ein schneller Blick in die Tageszeitung und schon bekommt man die Bestätigung für diesen Gedankengang und ist gerüstet, um im Büro so zu tun, als wisse man „auch etwas“. Über die „Herren des Geldes“.

Das beschreibt einen Teil des Wahnsinns, zu dem wir durch unser Geld gedanklich gezwungen werden. Spätestens ab hier sollten nur noch Personen weiterlesen, die a) nicht mit der Verbreitung und der Bedienung von Wahnsinn Geld machen wollen und b) nicht gleich in die Knie gehen, wenn sie vor einem Problem stehen, für das es keine Lösung gibt, die erklärt und verstanden werden kann, während eine 5-Minuten-Terrine zubereitet wird.

Wer diese Voraussetzungen mitbringt, der wird auch nicht gleich zusammenbrechen, wenn er – oder sie – erfährt, dass es sie nicht gibt: Die „Herren des Geldes“. Leider, muss man sagen. Denn dann wäre das Problem mit dem Geld leichter zu lösen. Doch die Wahrheit über unser Geld ist die, dass es keinem Herren gehorcht! Es ist kein „schwererziehbarer Junge“, dem man mit einer härteren Gangart beikommen könnte. Es ist auch kein „schwerer Junge“, den man einfach wegsperrt, damit die Welt Ruhe hat. Und es ist auch kein „leichtes Mädchen“, dem man mit einer ordentlichen Moralpredigt ins Gewissen reden könnte. Es ist und bleibt ein Stück Papier… dem ein Aufdruck fehlt!

Dieser „missing print“ macht unser Geld zu einem unvollkommenen und schlecht funktionierenden Tauschmittel. Egal wer gerade sein jeweiliger Besitzer ist. George Soros wird das Zeitliche segnen und auch Warren Buffet und Susanne Klatten werden ins Gras beißen. Und selbst wenn sie in goldbeschlagenen und diamantbesetzten „Erdmöbeln“ hausen werden, so sind sie dann dennoch tot. Mausetot. Aber das Geld verrichtet weiter seinen unheilvollen Dienst. Auch ohne Soros und Co.

Die „Superreichen“ sehen nur so aus, als ob sie die Herren des Geldes wären, doch tatsächlich sind sie nur Profiteure von einem riesengroßen Schlamassel, den unser Geld inszeniert. Wäre dieses Geld nur ein bisschen intelligenter gemacht, dann gäbe es diese Profiteure gar nicht. Dann gäbe es aber wieder die „Herren des Geldes“! Das wären dann, in der „freien Wirtschaft“, die einzelnen Menschen. Man bedenke: Jeder wäre wieder „Herr seines Geldes“! Und in der Notenbank wären es jene aufrechten Frauen und Männer, die Bescheid wissen, weshalb kein Geldschein ohne aufgedrucktes Datum jemals wieder die Notenpresse verlassen darf.

Geld ist heute das unkontrollierbare „enfant terrible“ der Wirtschaft. Und die gegenwärtigen Politiker und Notenbanker tun nur so, als hätten sie die Lage im Griff, als könnten sie die Finanzkrise managen. Als wüssten sie, wie man da wieder raus kommt. An den immer härteren „Einsparungen“ an allen Ecken und Enden können wir erkennen, dass sie nichts, aber auch gar nichts zum Guten bewirken und die Probleme absolut nicht lösen können und nicht lösen werden. Soros, Buffet „and friends“ sehen nur deshalb so zufrieden aus, weil sie geistig pennen! Sie wissen, dass sie derzeit an der obersten Spitze der Nahrungspyramide stehen und dass ihnen diese Position niemand mehr streitig machen kann.

Um auf 6 Millionen Euro an Zinseinahmen PRO TAG zu kommen, braucht es schon mal ein paar Generationen von Profiteuren. Und daher glauben diese Herrschaften, aus allem „fein raus“ zu sein. Sind sie aber nicht, denn die Welt ist zusammengewachsen. Selbst die Chinesen werden zu Kapitalisten und auch Fidel Castro streicht so langsam die Flagge. Überall das gleiche Spiel um hohe Renditen und hohe Verzinsungen. Immer schneller werden aus Billiglohnländern „normale Lohnländer“ aus denen die Unternehmen dann wieder raus müssen, weil nun auch dort nicht mehr mit den geringen Lohnanteilen für die Sicherung hoher Renditen gesorgt werden kann.

Wen wollen wir zukünftig versklaven und zuvor zerbomben? Welches Volk böte sich an? Welche Region verspricht, den Aufwand wert zu sein, den ein Raub- und Kriegszug nun einmal erfordert? Welchem neugewählten Präsidenten irgendeines Landes könnte man denn noch einen „economic Hitman“ schicken, um ihn vor die Alternative zu stellen, entweder die Kredite des IWF anzunehmen und damit eine Verschuldung seines Landes zu starten, die nicht mehr zurück geführt werden kann und daher das Land erpressbar macht, oder aber etwas später wieder Besuch von einem anderen Herren zu bekommen, der eine Knarre bei sich trägt? Die meisten Präsidentenpalasttüren der Welt stehen inzwischen doch schon lange sperrangel weit auf und man braucht weder List, noch Gewalt um dort einzudringen und um die ganze Welt dem Kapitalismus untertan zu machen. Und was den Krieg angeht: in dieser Hinsicht kommt der Westen ja noch nicht mal mit den Taliban und den Irakern wirklich weiter. Obwohl es dort nun schon seit Jahrzehnten „knallt“. Über die Zusammenhänge von Rüstung, Krieg und Geld hat Helmut Creutz eine wirklich lesenswerte Schrift verfasst: „Wirtschaftliche Triebkräfte von Rüstung und Krieg“. Über den Sinn eines aufgedruckten Datums auf den Geldschein können Sie sich hier informieren. Wer sich die Mühe macht, diese Dinge zu lesen und zu verstehen, der wird wissen, weshalb es derzeit keine „Herren des Geldes“ gibt, wieso nur „Freigeld“ uns alle wieder zu Herren des eigenen Geldbeutels machen kann und warum sich die Freigeld-Notenbanker den ganzen Respekt der ganzen Nation verdienen werden.

Die Entscheidung, die vor aller erhellenden Lektüre steht, ist aber eine Entscheidung, die jeder Einzelne für sich treffen muss: „Will ich es wirklich wissen, oder will ich nur quatschen? Will ich wirklichen einen Beitrag leisten, oder will ich nur in Ruhe gelassen werden?“

Wir wünschen denen, die es wissen wollen viel Spaß, und können versichern, dass das Verstehen immer leichter wird. Bleibt also am Ball.

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