.

Bei vielen Menschen herrscht die berechtigte Sorge um den Fortbestand unserer Spezies. Nicht erneuerbare Rohstoffe wie Kohle und Öl bilden noch immer die Grundlage für die Befriedigung vieler Bedürfnisse. Regenerierbare Ressourcen werden unsachgemäß genutzt, was die Bilanz weiter verschlechtert. Das ökologische Gleichgewicht zu erhalten oder wieder herzustellen erfordert mittlerweile Großprojekte. Aus alledem ziehen viele Menschen die Schlussfolgerung, dass die Wirtschaft nicht mehr in dem gegenwärtigen Tempo wachsen dürfe.


WACHSTUM IN DER FREIWIRTSCHAFT

Was geschieht im Hinblick auf die Ökologie, wenn der Geldkreislauf verstetigt, die Preisentwicklung steuerbar ist? Wird die Wirtschaft weiter in dieser schädlichen Weise wachsen? Vielleicht sogar noch mehr als bisher, weil dann die Bedürftigen höhere Löhne bekommen und deshalb mehr Nachfrage halten, mehr kaufen werden?
Die „Natürliche Wirtschaftsordnung“ wurde in einer Zeit geschrieben, als die Umweltzerstörung noch reversibel erschien.  Täglich aussterbende Arten sprechen heute eine andere Sprache. In unserer Argumentationskette scheint jedoch ein schwaches Glied versteckt: Sinkt heute der Zins unter die Rentabilitätsgrenze, wird Kapital (und damit Produktion) stillgelegt, bis Investitionen wieder rentabel erscheinen. Das, was wie ein Winterschlaf des Kapitals aussieht, bedeutet neben der Zerstörung von menschlichen Existenzen, neben menschlichem Leid aber auch eine Erholung der Natur. Eine Absatzkrise mündet in die Produktionsstilllegung. Weniger Gifte und Schlacken gelangen in Luft und Gewässer. Die Erhaltung der menschlichen Lebensgrundlagen scheint daher erfolgreicher, je eingeschränkter produziert wird. Warum also nicht die aus dem Zinssystem resultierenden Krisen willkommen heißen? Warum sollten Umweltschützer nicht auf dieses Szenario hoffen?
Sehen wir einmal davon ab, dass der Mensch selbst zu den Lebensgrundlagen anderer Menschen zählt und dies nicht nur in dem Sinne, wie es für Mütter und Väter in Bezug auf ihre Kinder zutrifft. Lassen wir uns für einen Moment auf den naiven Gedanken ein, dass es der Natur ohne den Menschen besser gehen würde als mit ihm. Also, frei nach Helmut Creutz: „Ohne Wachstum in die Wirtschaftskrise, oder mit Wachstum in die Umweltkrise.“ Schauen wir uns zuerst die jetzige Arbeitsweise, die jetzigen Verhältnisse an, die auf unsere Lebensgrundlagen einwirken. Dabei soll besonders das Markt verzerrende und umweltschädliche Wirken von Monopolen, dieser „Wachstumsprodukte der kapitalistischen Geldordnung“, betrachtet werden.

MENSCH UND UMWELT HEUTE
Wer glaubt, dass es Produktionsweisen geben könnte, deren Auswirkungen auf die Physis der Welt schlimmer sein könnten, als der gegenwärtig wahnsinnig gewordene Kapitalismus, der konfrontiert die Gegenwart nicht. Hier gibt es Grund zur Sorge genug darüber, dass die Lebensgrundlagen für kommende Generationen erhalten bleiben und nichts dem sicheren Untergang preisgegeben wird. „Nach uns die Sintflut“ ist gelebte Umweltpolitik der führenden Wirtschaftsnationen und globaler Wirtschaftsunternehmen.

•    Bomben und Granaten gegen Menschen, Tiere, Felder, Wiesen, Wälder,
     nukleare Bedrohung als Endzeitszenario
•    Die exzessive Nutzung von fossilen Brennstoffen, exzessive Nutzung von nicht
     erneuerbaren Rohstoffen
•    Die Vergiftung von Gewässern und der Atmosphäre
•    Die unnatürliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens
•    Die Produktion von „unnützem Zeugs“
•    Die Erhöhung des Verkehrsaufkommens mit ineffizienten Verkehrsmitteln
•    Die Nutzung von Atomkraft ohne die Endlagerungsfrage gelöst zu haben
•    Die Überfischung der Meere
•    Die Übersäuerung der Böden
•    Die Einschränkung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten
•    Die drohende Vernichtung von Tieren und Pflanzen durch Gentechnik
•    Die Gleichgültigkeit gegenüber dem Aussterben von Tier- und Pflanzenarten
•    Eine untaugliche Umweltsteuergesetzgebung

sind für alle mehr oder weniger sichtbare Aktionen gegen unsere Lebensgrundlagen. Die größten Umweltsünder haben die größten Zuwachsraten in ihrer Wirtschaft. Auf dem letzten chinesischen Volkskongress wurde das Thema Umwelt 10 nach 12 auf die Tagesordnung gesetzt. Die Meistverbraucher an CO2  können sich nicht für eine Einschränkung entscheiden. Die USA als Rekordverbraucher an fossilen Energieträgern sind deswegen in Kriege verwickelt. Die Schlüsselpositionen in der US-Regierung sind mit Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern von Ölmonopolisten wie Halliburton gespickt. Der Krieg ums Öl zieht Nationen in einen Strudel von Gewalt und Zerstörung.
Weiteres Konfliktpotential entsteht um das lebenswichtige Wasser. Hier sind Bestrebungen im Gespräch, sich die Rechte auf dessen Verteilung zu sichern. Die Glühbirne, die hauptsächlich im Winter bzw. der dunklen und kälteren Jahreszeit eingesetzt wird und damit Heizkosten sparen hilft (95% der Energie werden als Wärme abgegeben), soll perspektivisch gegen Energiesparlampen ausgetauscht werden, die mit ihren Quecksilberanteilen nur als Sondermüll entsorgt werden dürfen. Und das alles, obwohl die Kanzlerin beim Suchen von Gegenständen auf dem Fußboden unter Energiesparlichtbedingungen nicht so leicht fündig wird .
… Ohne Sarkasmus sind all die bekannten Erscheinungen von Umweltinkompetenz der Möchtegernverantwortlichen schwer zu ertragen. Die Vermutung, dass all diese Dinge, die sich täglich vor unseren Augen abspielen, noch überboten werden können, empfinde ich als Zynismus oder wenigstens als Vogel-Strauss-Politik gegenüber den jetzigen Lebens- und Umwelt-Bedingungen.
Die Frage ist nicht, ob der Planet durch den Menschen „zerstört“ wird. Das wird er wahrscheinlich nicht. Es ist seine Bewohnbarkeit, die auf dem Spiel steht. Der Zweifel, ob eine andere Wirtschaftsweise die Probleme in den Griff bekommt, ist nicht unberechtigt, aber eine Steigerung scheint kaum mehr möglich. Werden die wahren Ursachen für diese Erscheinungen erkannt, kann vielleicht in weniger als der sonst verbleibenden Zeit eine Besserung eintreten. Ohne diese klare Analyse marschiert die Menschheit geradewegs in eine selbst erzeugte Katastrophe.
Weil so offensichtlich die weltweit agierenden staatlichen und wirtschaftlichen Monopole bei der Zerstörung, Belastung und Bedrohung der Umwelt solch eine zentrale Rolle spielen, soll noch auf die Bedeutung des unfreien Geldes bei der Entstehung von Monopolen eingegangen werden.

KAPITALISMUS UND MONOPOLE
Der Mangel an befriedigten Bedürfnissen macht den zu einem Kapitalbesitzer, der das Bedürfnis befriedigen könnte. Bei einem Mangel an Häusern ist der Hausbesitzer ein Kapitalbesitzer. Gleich, ob er es selbst bewohnt oder ob er es vermietet. Bewohnt er es, so könnte dies der Grund für den Mangel selbst sein, der dieses Haus deshalb zum Kapital werden lässt.
Das heutige ungesteuerte Geld schafft die Umstände, dass verschiedene Dinge Realkapital sind und es auch bleiben. Das unfreie Geld sichert den Zustand des Mangels an Gütern, die benötigt werden. Schiffe, Flugzeuge, Schwerlastzüge, Maschinen, Anlagen… keine Sache kann als Kapital bezeichnet werden, die in ausreichender Zahl vorhanden ist. Ausreichend immer in Bezug auf die Bedürfnisse nach dieser Sache.
Wie drängt dieser Umstand hin zur Monopolbildung?
Kapitalismus ist die Wirtschaftsweise, die einen Mangel an bedeutsamen Gütern pflegt, um damit leistungsloses Einkommen erzielen zu können. Geld wird am liebsten für die kontrollierbare Mangelsituation ausgegeben. Herstellung und Verkauf von Dingen, die nützlich sind, sind nicht automatisch rentabel. S o l a n g e  oder  e r s t wenn Konkurrenten fehlen, sind auch einfachste nützliche Dinge rentabel zu verkaufen.
Der Markt wird immer unter weniger Anbieter aufgeteilt, als Anbieter leicht davon leben könnten. Kein Mangel = kein Tribut an den Besitzer der Sache (des Geldes).
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es nicht nur sinnvoll, den Wettbewerber auf Distanz zu halten, sondern auch, ihn auszuschalten. Ziel der Produktion ist nicht nur die einfache Bedürfnisbefriedigung über den Weg der Herstellung von für den Tausch gedachten Erzeugnissen, Waren.
Der gleichzeitige Zwang für die Mehrzahl der Wirtschaftssubjekte, mehr Einnahmen zu erzielen, als für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse geleistet wurde und ausgegeben werden könnte, bringt nahezu alle Wirtschaftsteilnehmer in eine Gefahrensituation.
Jeder könnte zu denen gehören, deren Absatz deswegen stockt, weil das Geld nicht für alle reicht. Alle wissen das oder fühlen es. Dieser allgemein bekannten oder gefühlten Gefahrensituation begegnen die Marktteilnehmer je nach Erziehung und moralischer Befangenheit sehr unterschiedlich. Einige steigern ihre Leistungen, bilden sich weiter oder arbeiten bis zum Umfallen, um sich einen Vorsprung in diesem Spiel zu sichern. Andere ignorieren die Konkurrenz und schaffen es immer wieder, sich von ihr abzusetzen und sie auf Distanz zu halten. Wer genug Eigenkapital besitzt, hat die besseren Möglichkeiten gegenüber jenen, die hohe Finanzierungskosten auf die Preise umlegen müssen oder Kredite bereits mit Krediten bezahlen. Aber in Sicherheit ist bis dahin auch nicht der Eigenkapitalbesitzer. Der heutige Zwang, das für die Produktion geliehene zinspflichtige Geld zu vermehren, (im Gegensatz zur bloßen Rückzahlung des gleichen Wertes) drängt alle Marktteilnehmer zur Ausbildung von Alleinstellungsmerkmalen. Jeder möchte am liebsten der einzige sein, der Mehreinnahmen erzielen kann. Jeder weiß instinktiv, dass nicht alle mehr einnehmen können, als alle in den Kreislauf zurückgeben. Und so weichen einige (immer mehr) auf die Natur aus.
Wer kein Geld für Öl hat, der findet Holz im Wald und produziert CO2 und reduziert CO2-Filter, um sich zu wärmen. Wer zuwenig Land hat, der hat keine Fläche für wechselnden Anbau, der muss Böden auslaugen.
Erst wenn Marktteilnehmer versuchen, aktiv das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu beeinflussen, so dass sie einen Mangel an Anbietern und damit an Gütern aufrechterhalten oder erzeugen können, ergibt sich für diese aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein strategischer Vorteil. Mit den erfolgreich hoch gehaltenen Preisen, schaffen sie sich gleichzeitig den Puffer, um künftige Krisen zu überstehen. Deshalb lohnt sich der Einsatz von erzielten Überschüssen, um Maßnahmen gegen den Wettbewerb selbst durchzuführen. Die gezielte Ausschaltung von Wettbewerbern ist unter den bestehenden Geldstrukturen ein „evolutionärer“ Vorteil. Die Alleinherrschaft über eine Sache, über deren Verfügbarkeit, ist das ultimative Ziel kapitalistischen Wirtschaftens. Kapitalismus ist von Beginn an Monopolismus in dem Sinne, dass nach dieser Alleinherrschaft gestrebt wird. Geldbesitz fördert diese Bestrebungen und baut seine Macht damit aus. Unfreies Geld macht aus Wettbewerbern und Spielern Gegner und Krieger.
Wettbewerb ähnelt einem Spiel mehr als einem Kampf. Ein Spiel, bei dem der Sieger feststeht, weil er die Regeln festlegt und ändert wann immer es ihm passt, ist in Wirklichkeit kein Spiel. Wettbewerb auf der Basis von Chancengleichheit, Leistung und Qualität verdient diesen Namen eher. Weil Wettbewerb unter heutigen Verhältnissen in einen ungleichen Kampf mündet, ist er selbst bei Vielen in Verruf geraten und wird oft mit dem verwechselt, was wir heute sehen. Wettbewerb fördert Qualität. Existenzieller Konkurrenzkampf schadet ihr. Früher hieß es: „Wettbewerb belebt das Geschäft“.

MONOPOLE IN AKTION
Die Monopolstellungen von Unternehmen, die auf der Monopolstellung des herkömmlichen Geldes basieren, führen zu mannigfaltigen Verwerfungen in Ökonomie, Recht und Kultur. Und in jedem beliebigen anderen gesellschaftlichen Bereich.
Die Milch kommt gegenwärtig selten noch vom Bauern nebenan, sondern hat schon einige hundert Kilometer zurückgelegt, bevor sie in den Supermarkt gelangt. Ebenso verhält es sich mit anderen Gütern. Die Produktion in einem anderen (Bundes-)Land kann dort rentabler sein, weil dort entweder mehr Subventionen gezahlt werden oder weil dort die Konkurrenz beseitigt wurde. Das schafft Arbeitsplätze bei der Bahn, bei Speditionen und Versicherern. Aber eben auch mehr Kohlendioxid und mehr Abnutzung von Autobahnen und Straßen, mehr Unfälle, mehr Lungenerkrankungen, Haltungsschäden und damit erhöhten Steuerbedarf für Folgebeseitigung (Symptombekämpfung). Monopole verschwenden Raum. Die Entfernungen zwischen renditetauglichen Rohstoffen, Fertigung und Vertrieb werden den Staaten als infrastrukturelle Herausforderung verkauft. Erpresst und aufgezwungen, wenn verkaufen nicht genügt.
Monopole sind nicht allein hochgradig arbeitsteilig organisierte Wirtschaftseinheiten. Monopole sind Wirtschaftseinheiten, die eine marktbeherrschende Stellung haben, welche nicht (nur) durch hervorragende Leistung und Qualität der Produkte und Dienste gedeckt ist, sondern durch die Möglichkeit der Ausschaltung von Wettbewerb. Die Kapitaleigenschaft des Geldes wird auf die Produkte übertragen . Wer genug Geld akkumuliert hat, kann sich seine restlichen oder möglichen zukünftigen Konkurrenten auch auf andere Art vom Halse schaffen:

•    Rechte und Knowhow werden „geschützt“
•    Medien werden in Bewegung gesetzt
•    Aktionäre werden manipuliert
•    Werbung wird forciert
•    Preise werden unterboten
•    Kredite werden fällig gestellt
•    Preise werden abgesprochen
•    Öffentliche oder andere Auftraggeber werden bestochen
•    Vertreter des Wettbewerbers werden psychisch oder physisch
     unter Druck gesetzt
•    Spezialisten werden abgeworben
•    Feindliche Übernahmen, freundliche Übernahmen, Fusionen
     und Zerschlagungen
•    Die Errichtung von bürokratischen Hindernissen über die Gesetzgebung
•    die Befreiung oder die teilweise Befreiung von der Steuerzahlung oder
     Direktsubventionen
•    Die Übernahme von Positionen in der Exekutive, Legislative und Judikative

Die Zahl der Schrauben, an denen hier gedreht wird, ist unübersichtlich groß. Dies alles, weil das Monopolgeld es so will. Monopole sind Marktführer weil sie besonders raffiniert und besonders massiv gegen Wettbewerber vorgehen können und dies auch tun, wenn es aus ihrer Sicht notwendig wird.
Ist die Monopolstellung errungen, können die Preise bei schlechter (werdender) Qualität immer noch hochgehalten, manchmal noch gesteigert werden.

DIE NICHTMONOPOLE
Viele Unternehmen kämpfen um ihr Überleben. Sie nehmen eher verzweifelt als entschlossen die Kampfansage der Monopole an und liefern nun oft ihrerseits mehr billigen Schein als qualitativ hochwertiges Sein. Da wird gepanscht und versteckt, gefälscht und gestreckt, um in diesem ungleichen Kampf zu bestehen. Den Schaden haben die Käufer, sie ebenfalls selbst. Und der Planet. Pünktlich nach Ablauf der Garantie zerfallen Waren in ihre Einzelteile oder werden von den Medien wegen ihrer „Unmodernität“ geächtet und müssen ersetzt werden. Ein neuer Zyklus beginnt.
Weniger Wettbewerb (dafür mehr Konkurrenzkampf), weniger Qualität. Weniger Qualität, weniger Nachhaltigkeit. Weniger Nachhaltigkeit, mehr künstlich geschaffene Nachfrage. Eine Ware, die sich schneller abnutzt als notwendig (dünnwandiger, schneller rostend, höhere Reibung in den Verschleißteilen, Vernachlässigung in der Verarbeitung, billige Materialien, versteckte Fehler [Sollbruchstellen]) muss häufiger ersetzt werden, wenn es an Alternativen, an Wettbewerb fehlt. Schlechte Qualität als Umlaufsicherungsersatz. Umweltschutz? Fehlanzeige. Der kostet. Und genau dass darf er nicht. Selbst Minister werden weich, wenn der deutsche Standort durch Umweltschutzkosten gefährdet ist. Allen Absichtserklärungen zum Trotz, die jetzt aus Berlin zum Thema Klimaschutz zu hören sind.
Während die Giganten an Liquidität fast zu ersticken drohen, müssen die Unterlegenen zaubern. Die Folge ist die geringe Langlebigkeit von Waren. Das Problem wird eindeutig in die Zukunft verschoben. Der permanente, immer größer werdende Anlagedruck der Vermögen wird zu einem Treibhausklima für zwanghafte nun „befreiende“ Bedürfnisse. Die Bedürfnisse werden mit einem gigantischen Werbeaufwand, den der Kunde bezahlt, angestachelt. Wochenweise meldet sich jede Bank bei jedem Bürger, um ihm die Erfüllung von Wünschen zu versprechen, die gerade erst dabei sind, sich aus dem Nichts zu formen und für die letzten Endes das Geld, die Nachfrage fehlen wird.
Die wirklichen Monopole haben strategisches Potential, verschwenden dieses jedoch oft in ihren ineffizienten Strukturen. Die Mittel werden oft verbraucht für Auftragsprämien, Politik und Medienarbeit (Werbung, Public Relations ), Umstrukturierungen und Abfindungen. In der Tat erscheint der Zusammenbruch all dieses Treibens als ein Segen für Mensch, Flora und Fauna. Eine Versöhnung mit der Krise als „Umweltfördermaßnahme“ ist inhuman und logisch falsch.
Leider ist das (Zins-)System auf volle Zerstörung programmiert. Sollte der Zünder nicht entschärft werden. Die latente Möglichkeit von Nuklearkriegen, lässt nicht den Schluss zu, dass ein sterbender Kapitalismus nicht alles Greifbare in die Tiefe reißt, sprich: alles zur Hölle fahren lässt.
Kapitalismus schont Mensch und Natur weder während seiner Verwirklichung noch bei seinem Zusammenbruch. Die Menge der tatsächlichen Gefahren kann sich dem Horizont eines einzelnen leicht entziehen. Doch hängen alle mit der weltweit herrschenden, auf unfreiem Geld basierenden Wirtschaftsweise zusammen.

WACHSTUM UNTER FREILAND/FREIGELD
Nachhaltige Umweltpolitik kommt an einer Reform von Boden/Geld nicht vorbei.
Die Auswirkungen der Bodenreform auf Steuer- und Umweltpolitik werden Stoff für weiterführende Darlegungen sein. Hier soll zunächst der Fokus auf die Folgen der Geldreform gerichtet werden.
Die strukturell angelegte Gegnerschaft der Wirtschaftsteilnehmer mit existenzieller Ausprägung ist ein Haupthindernis für die Erarbeitung eines gemeinsamen Rettungsplanes für diesen Planeten.
Menschen die sich tendenziell als Gegner gegenüberstehen, brauchen ein Vielfaches an Energie, um den Anderen zu trauen, damit ein gemeinsames Ziel erreicht werden kann. Die Rettung des Planeten wäre ein solches.
So ist es das schwierigste, die Menschen dahin zu bringen, für ihr eigenes Überleben zu stimmen.
Der Zwang zum Wachstum unter kapitalistischen Bedingungen ist keine leere Redensart.
Was passiert bei Liquidierung dieses Zwanges durch frei fließendes Geld?
Die „Bedürfnisse“ sind noch nicht „reformiert“.
Die meisten liquiden Mittel werden von den Monopolen, deren Besitzern, von Großaktionären gehalten.
Sie werden alles in ihrer Macht stehende tun, um Freigeld zu verhindern. Ihre Macht gründet sich auf unfreiem Geld. Die einzige List, dessen Preis auf Null zu bringen kennen wir.
Sollte Freigeld schon eingeführt worden sein, bevor die „Öffentlichkeit“ dagegen in Stellung gebracht werden konnte, kann ein großer Rutsch, den Verlust ihrer Macht in wenigen Wochen mit einer Hyperinflation besiegeln. In einer Deflation kann soll und muss Freigeld eingeführt werden.
Mit wertlosem Geld aber werden keine Armeen marschieren und keine Lügner inbrünstig lügen.

Nehmen wir an, wir hätten es geschafft.
Freigeld ist allgemein anerkanntes Zahlungsmittel. Nun schon wieder Wachstum?

Wachstum hat zwei wesentliche Aspekte. Einen funktionellen und einen quantitativen. Würden wir alle Immobilien einer Region – oder vielleicht sogar alle Immobilien weltweit – auf die Nutzung von Sonnenenergie umstellen wollen, ist diese Zielsetzung ein Impuls für weiteres Wachstum, allerdings mit dem Ziel, weniger nicht erneuerbare Ressourcen zu verbrauchen.
Die Herstellung von Kollektoren, von Photovoltaiktechnologie oder von Windkraftgeneratoren verbraucht im ersten Stadium dieses Projektes Energie. Der Ölverbrauch wird also im ersten Moment weiter steigen. Jedoch wird dieser Verbrauch tendenziell in dem Maße zurückgehen, wie die Umstellung auf die alternative Technologie voranschreitet. Dann kann die Sonnenenergie nämlich auch für die Produktion von Sonnenkollektoren genutzt werden.
Eine Minute Sonnenenergie deckt den gegenwärtigen Weltjahresbedarf an Energie. Daher ist es logisch, dass jeder, der ernsthaft an einer Verbesserung der Gesamtsituation interessiert ist, sich diesem kurzfristigen Wachstum nicht verschließen wird.  Die Menschen werden in eine Richtung wachsen, die anderes Wachstum eindämmt. Wachstum in Richtung Überleben, kann nicht mit zerstörendem Wachstum gleichgestellt werden.
Vermeidung von Arbeit (hier lediglich als Verbrauch von Ressourcen) und Vollbeschäftigung sind kein Widerspruch.
Was aber ist mit den „Allerweltsbedürfnissen“ der Normalbürger? Mit fettem Essen und dem Bedürfnis nach Zerstreuung und Thrill, nach Brot und Spielen? Werden diese eskalieren und ein Wachstum ohne Beispiel initiieren? Werden Verschwendung und Dekadenz sprießen?
Hier ist das Szenario etwas komplexer. Sicherlich werden zunächst aufgeschobene Bedürfnisse befriedigt werden. Doch schon bald werden viele Menschen die Möglichkeit nutzen, sich mit höheren Reallöhnen mehr und mehr künftigen Bedürfnissen (Plänen) zu widmen. Denn gerade die auf die Zukunft gerichteten Bedürfnisse wurden bisher vernachlässigt. Langfristige Projekte (Pro-Umwelt-Projekte!) lassen sich einem weniger ängstlichen, weniger frustrierten Menschen besser erklären und verkaufen als einem, der von vielen gegenwärtigen Problemen und Verlustängsten geplagt wird.
Auf die Zukunft gerichtete Bedürfnisse gehören zu unserem Leben. Dazu gehört Familienplanung ebenso wie Ausbildung, Erziehung, Kunst und Kultur. Die Bedürfnisse werden sich in ihrer Zusammensetzung weg von mehr gegenwärtigen und hin zu mehr zukünftigen Bedürfnissen verlagern. Das Bedürfnis nach Unterhaltung und Zuschauertum entspringt der verkümmerten Möglichkeit zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Insofern ist auch hier eher ein Boom dahingehend zu erwarten, dass die gewonnene Energie dazu verwendet wird, mitzugestalten, die Entscheidungen anderer zu beeinflussen und der kollektiven Vernunft wieder mehr Geltung zu verschaffen. Mehr Gleichgültigkeit gegenüber den Entwicklungen im Kiez, in der Gemeinde und in der Welt als es in der Gegenwart der Fall ist, wird jedenfalls kaum noch zu machen sein. Viele Familien wurden nicht gegründet in einer von Endzeitstimmung geprägten Welt. Welch ein Betätigungsfeld? Nun nachdem Familie wieder „rentabel“ ist.
Die Form des Wettbewerbes „Davids gegen Goliath“ wird einem fairen Wettbewerb weichen. Das Geld kann sich nicht länger in immer weniger Händen sammeln. Warum nicht? Die besten Produzenten werden am meisten umsetzen. Da niemand überall der Beste sein kann, wird es überall Beste (Leistungsträger, Trendsetter, Top-Performer, High-Performer, „Streber“) geben – und daneben den berühmten Durchschnitt. Die Unternehmung kann nicht über den für ihre Existenz notwendigen maximalen Qualitätslevel hinauswachsen. Wird das Unternehmen zu groß, lässt die Leistung nach. Ab einer bestimmten Größe nehmen die Anforderungen an die Bewältigung von Komplexität in einer Weise zu, dass dieser Effizienzrückgang nur durch das nun nicht mehr vorhandene Monopolgeld „aufgefangen“ werden könnte. Eine Firma wie Siemens kann mehrere hundert Millionen Euro für die Vergabe von Großaufträgen und anderen Aufträgen „ausgeben“, weil diese nicht von ihnen erarbeitet werden müssen. Das geht dann nicht mehr.
Lässt die Leistung nach, sinkt der Umsatz pro Mitarbeiter. Sinkt der Lohn (wieder auf einen vormaligen Stand), wird Platz für einen Wettbewerber. Unternehmen werden nach einer optimalen Größe (verschiedene Branchen, Zweige, verschiedene Größen) streben. Werden sich phasenweise erweitern und wieder verkleinern. Bereiche werden sich verselbständigen, weil auch im Unternehmen ein „Kampf“ der Besten mit den Guten „tobt“. Optimal kann so groß sein, dass diese Größe an ein Monopol erinnern kann. Was aber dann keines mehr ist, weil es ausreichend Wettbewerber gibt. Ausreichend sind so viele, dass Preisabsprachen keinen Sinn machen.
Wann immer sich unter Freigeldbedingungen Monopole bilden wollen, strömen ihnen Wettbewerber nach, angelockt von den möglichen Gewinnspannen. Und die können unter den dann herrschenden Bedingungen immer billiger anbieten, als es der Möchtegernmonopolist tun will. Auch werden weder offene noch versteckte Fouls dem Intriganten wirklich Punkte bringen. Welche Rolle spielt noch die Bestechung, die für die jetzige Monopolbildung unverzichtbare Fähigkeit, still und unerkannt einen Auftrag zu bekommen, obwohl ein anderer Anbieter den Auftrag vermutlich besser ausführen kann? Für die Bestechung benötigt man MEHR Gelder als andere. Mehr freie Gelder. Diese werden jedoch nicht „frei“, sondern immer wieder losgeschickt, so dass sie im entscheidenden Moment nicht zur Verfügung stehen. Der Bestechungsfall, der sensible Moment, ist zu kurz, als dass sich Geld mit Ablaufdatum darauf ausreichend vorbereiten und zur Verfügung halten kann.
Die wirklichen Gewinnaussichten liegen in der brillanten, vorausschauenden Produktion. Nicht mehr im Einstudieren von „Schwalben“ , oder im versteckten Hakeln, Nachtreten oder im Rufmord.
Medien werden sich nicht mehr besitzen lassen. Soviel Geld wird niemals mehr in wenigen Händen konzentriert werden, wie dafür nötig ist, um aus einer offensichtlichen Lüge eine Wahrheit zu machen. Durch die Revolution im Geldwesen, welche die Kredite auf eine neue Grundlage stellt, werden Unternehmungen möglich, die bisher an der Rentabilitätshürde gescheitert sind. Jetzt plötzlich kann die Milch aus der Nachbarschaft wieder bezahlbar geliefert werden. Ohne CO2-Mehrverbrauch.
Dann hätten wir für den gleichen Preis mehr Umwelt und weniger Steuern. Auch weniger Spediteure? Vielleicht. Vielleicht „satteln“ einige um und werden Produzenten. Oder fahren weniger Gewinne ein und können trotzdem überleben, da auch diese Unternehmen nun Kapitalkosten sparen. Alle Überschüsse fließen in Projekte mit hohem Zukunftsgewinnanteil. Das sind die intelligentesten und sichersten!

ZUSAMMENFASSUNG
Die Furcht vor einer Umweltkatastrophe geht um. Zu recht. Der Kapitalismus ist strukturell nicht in der Lage, die Umwelt vor seinen Aktionen zu schützen. Der Krieg um Ressourcen ist nur das äußere Merkmal eines dem unfreien Geldwesen innewohnenden Imperativs. Die Möglichkeit der Alleinherrschaft zieht den Krieg gegen den möglichen Alleinherrscher nach sich. Der fortgesetzte Verstoß gegen die Regeln des Überlebens zieht die Teilnehmer dabei in einen Teufelskreis. Die Angst vor dem Untergang durch eine nachkapitalistische Produktionsweise entbehrt jeder Grundlage. Die Angst vor deren Fortsetzung ist ebenso begründet, wie die vor Verletzung beim Sprung vom Dach eines Hochhauses.
Wir lieben die Menschen nicht weniger als deren Lebensgrundlagen. Deswegen wollen wir, dass auch wir überleben. Die Erde kann ohne uns überleben!
Werden die strukturellen Ursachen für das Erzielen des Reichtums Weniger auf Kosten der Mehrheit beseitigt, dann können sich Menschen anders, friedlich, liebend begegnen und ihre wahren Bedürfnisse für ein besseres Überleben erkennen und gemeinsam verwirklichen. Ein gerechtes Geld und eine Reform des Bodenrechtes werden uns helfen, Projekte zu finanzieren, die sich heute nicht „rechnen“ und das Wachstum auf natürlichere, ethischere,  - weil dem Überleben der Menschheit besser entsprechende Bedürfnisse -  zu begrenzen, zu steuern bzw. zu entfalten.


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