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Bad Bank ist kein Kurort in der Pfalz und AIDA ist kein Kreuzfahrtschiff und hat auch nichts mit Guiseppe Verdi und den alten Ägyptern zu tun.

Aida ist die „Anstalt in der Anstalt“. Ohne Scherz. Von welchen Anstalten ist denn da die Rede? Nun, der Westen gründet zur Finanzmarktstabilisierung nicht etwa die West Bank, nein er gründet die so genannte „bad bank“ und tauft sie in Deutschland die "Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung" (FMSA). In dieser Bundesanstalt gibt es eine Unteranstalt, die heißt dann AIDA – Anstalt in der Anstalt. In der Überanstalt, der FMSA, können die Banken ihre „toxischen Wertpapiere“ auslagern. Die Unteranstalt wird extra für die Landesbanken und deren „Giftpapiere“ gegründet. Landesbankmist kommt da hinein. In Deutschland wird der Müll eben getrennt!

Heißt auf gut deutsch, dass der Steuerzahler diese „Wertpapiere“ auf den Rücken gebunden bekommt. Eigentlich ist es nur noch Papier, denn der Wert hat sich vom Papier ja schon getrennt. Deswegen nennt man sie dann fälschlicherweise toxisch. Manche sagen auch „Schrottpapiere“ dazu. Doch auch das weckt falsche Hoffnungen: ein guter Schrotthändler kann aus Schrott noch 'ne Menge rausholen und mit toxischen Dingen wird viel Kohle gemacht. Nicht so bei den besagten Wertpapieren. Die sind einfach wertlos. Macht nix. Der Steuerzahler muss sie übernehmen, das hat die Bundesregierung so für uns beschlossen. Wir zahlen also für das bedruckte Papier, das noch nicht mal zum Tapezieren wirklich taugt und dann, ja dann zahlen wir weiter. Was denn noch?, könnte man da stöhnen. Ganz einfach. Wenn zwei neue Anstalten gegründet werden, dann braucht es schon mal zwei Anstaltsleiter. Besoldungsgruppe 4 schätzungsweise, denn die sind nicht über die verschiedenen 1-Euro-Job-Programme zu bekommen. Dazu kommen dann noch die Sachgebietsleiter, die Referenten, die Sekretäre, die Mitarbeiter in der Poststelle. Die zuletzt Genannten sind aber wirklich günstig zu haben.

Kommt dann noch was hinzu?, könnte uns Steuerzahler interessieren. Steinbrück neigt eher dazu, zu glauben, dass die Papiere wieder mit ihrem Wert zusammentreffen, zumindest auf halber Strecke. So hat er sich auf jeden Fall geäußert. Doch was Politiker sagen, muss ja noch lange nicht stimmen und es bleibt zu hoffen, dass die Politiker noch nicht mal mehr sich selbst glauben, sonst könnte Steinbrück - ohne aufzufallen - gleich noch Bonnies Ranch in Berlin mit übernehmen.

Nein, diese Papiere werden uns Bürger noch viel mehr kosten. Nomen est omen! Bevor der Supergau eintritt, wollen die Banken besagte Papiere ja weg haben. Bei den Giftpapieren handelt es sich nämlich um die Pakete, die im Rahmen der Immobilienspekulationen in den letzten Jahren geschnürt wurden, in der Hoffnung, dass sich nicht alle Kredite als „faul“ erweisen würden. Die Hoffnung hat sich mit dem Platzen der Immobilienblase als falsch erwiesen und je nach Vertrag könnten nun Fondszeichner nachschusspflichtig werden. Es wird in diesem gigantischen Müllhaufen schon den einen oder anderen Vertrag geben, der die Fondseigner verpflichtet, für den Fall von Mietausfällen und Kreditausfällen gerade zu stehen. Wenn der Fondseigner nun Oma Else ist, die eigentlich mit ihrem Fond die Rente aufbessern wollte, dann wird es wohl nichts mit der Nachschusspflicht. Die hätten dann die Banken an der Backe. Und da sei Gott vor. Also werden die Anstalten gegründet. Der Steuerzahler kauft die Pakete zum Preis XY und die Banken haben erstmal wieder Flüssiges. Und zur Kasse können sie auch nicht mehr gebeten werden. „Uff, das wäre geschafft“, denken sich Steinbrück und Merkel zusammen und gönnen sich in der Kantine ein Gläschen Sekt.

Wenn es dann darum geht, dass entgegen Steinbrücks Hoffnungen doch Nachschüsse zu tätigen sind, dann ist es nicht mehr Oma Else, die angefragt wird, auch nicht mehr die Hypo Real Estate, nein, es sind wir alle. Alle Omas und Opas. Alle Kinder und Enkel. Alle Arbeitnehmer, alle Unternehmer, alle Arbeitslosen.

Vor uns, dem Volk, haben Merkel und Steinbrück weniger Sorgen. Mit uns sind sie schon immer fertig geworden. Hauptsache sie machen ihren Job gut, für den sie schließlich bezahlt werden. Und das sind der Schutz und die Verteidigung des Kapitals gegen das armselige Volk.

Wer glaubt oder hofft, dass diese Geschichte gut ausgeht?

 

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