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Wirtschaftsminister Guttenberg und Finanzminister Steinbrück denken über „Zwangskredite“ und „Zwangsauflagen für Banken“ nach.

Auch wenn die nachfolgenden Überlegungen an Naivität kaum zu überbieten sind, bilden sie dennoch den Stoff, aus dem Guttenbergs und Steinbrücks geistiger Kosmos gestrickt ist: Die deutsche Regierung hat den Banken Milliardenkredite gewährt. Sie hat dabei weder gezögert, noch nachgedacht und auch keinerlei Rücksicht auf die Bürger genommen. Sie hat wochenlang rund um die Uhr und die Welt getagt, damit die Finanzinstitute gerettet werden. Außerdem wurden die Zinsen dramatisch gesenkt und befinden sich weltweit auf historischen Tiefständen. Nun muss man feststellen, dass die Banken davon nichts, aber auch gar nichts, weitergeben. Denn die Kreditzinsen sind nach wie vor hoch und nicht jeder, der einen Kredit haben will, bekommt ihn auch. Zur Gier der Banker kommt also nun auch noch der Geiz. Das kann im Namen des Volkes nicht hingenommen werden. Deswegen muss nun seitens der Regierung über Zwangskredite und Zwangsauflagen für Banken nachgedacht werden. Auch wenn sich das rechtlich recht schwierig gestaltet – soviel ist zumindest Herrn Guttenberg noch klar. Trotzdem machen sich die beiden „Wirtschaftswaisen“ wahrscheinlich unverzagt an die „schwierige Aufgabe“, die gesetzliche Grundlage für Zwangskredite zu schaffen, um der Kreditklemme zu entkommen.

Wie soll man sich das nun vorstellen?

Im Normalfall reichen Banken immer Kredite aus – wenn genügend Sicherheiten vorhanden sind. „Kredit nur gegen Sicherheit“ – dafür reicht ein Abendkurs an der Volkshochschule, denn teure Studien an der Harward- oder Yale-Universität sind für die Einsicht in dieses simple Gesetz nicht nötig. Nun wurde noch vor wenigen Tagen den Bankern weltweit vorgeworfen, dass sie eben nicht genug auf Sicherheiten geachtet und sich leichtfertig und mit der Mentalität von Zockern über die Spargelder ihrer Kunden hergemacht hätten. Sie hätten mit ihrem teilweise geradezu kriminellen Leichtsinn die ganze Finanzwelt in Unordnung und die Sparer um ihr Erspartes gebracht. Pfui Banker. Darüber war man sich im Kanzleramt und im Schloss Bellevue einig.

Deswegen muss nun der Vorgang auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden: Kommt ein Kunde und ersucht um einen Kredit, dann geht alles weiterhin geräuschlos vor sich, wenn er über genügend Sicherheiten verfügt – etwa eine hypothekenfreie Immobilie. Hat er die nicht, dann bekommt er eine Absage wegen fehlender Sicherheiten. So weit also „business as usual“. Ab diesem Punkt soll zukünftig dann aber das Gesetz über die Zwangsvergabe von Krediten greifen – so es nach Guttenberg und Steinbrück geht. Vielleicht so:

§ 1 Jeder bekommt einen Kredit.

§ 2 Entweder er hat Sicherheiten oder er hat keine.

§ 3 Wenn eine Bank einen Kredit verweigert, ist Klage einzureichen.

§ 4 Wer kein Geld hat, den Prozess zu führen, bekommt Prozesskostenhilfe.

§ 5 Wenn die Wirtschaftskrise vorbei ist, wird das Gesetz wieder abgeschafft.

Wäre das nicht toll? So einfach, mit ganz knappen und klaren Ansagen das Problem lösen? Rechtlich völlig abgesichert kann sich dann jeder einen Kredit holen. Viele Ausgaben werden dann überflüssig. Die für JobCenter, Sozialämter, Suppenküchen und Wohnungsämter. Das Gesetz könnte sich als der "Sparhammer" schlechthin erweisen.

Wir holen uns also alle unseren Kredit - und damit das Ticket nach Barbados. Dort lassen wir die Wirtschaftskrise hinter uns, schlürfen Caipirinha am Strand und prosten innerlich Peer Steinbrück und Karl-Theodor zu Guttenberg zu, denen wir unser Glück verdanken. So schön kann das Leben ohne Wirtschaftskrise sein.

 

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