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Politiker entrüstet aber leider nicht gerüstet, um der Kreditklemme zu entkommen. Würden nur die derzeitigen Maulhelden in besagte Klemme geraten, dann wäre dies bestimmt keinen Aufsatz wert, doch die Kreditklemme erwischt uns alle, ob wir einen Kredit haben oder nicht. Einen wollen oder keinen wollen.

Wenige Schlagzeilen zurück, war es die Gier der Banker, die das Problem darstellte. Kredite raus, ungeprüft, mit wenig Sinn für Sicherheiten. So entstand die riesige Blase am Finanzmarkt, die beim Platzen so manchen Sparer von seinem Vermögen getrennt hat. Auch viele Wertpapiere gehen seit her getrennte Wege: hier das vor sich hingilbende Papier, dort – schon fast entfleucht – der Wert. Die Gier ist schuld, die Gier ist schuld, so stand es überall zu lesen und war in jeder Sendung zu hören. Doch was interessiert uns unser Geschwätz von gestern: ab heute ist es der Geiz der Banker, der uns in den Abgrund zieht. Das wird in den kommenden Tagen überall zu lesen und überall zu hören sein.   

Vor einer Woche noch wollte man der Gier mit neuen und strengen Finanzmarktregeln beikommen, dafür wurden Millionen an Tagungs- und Gipfelkosten ausgegeben und so manches Gläschen auf die Gipfelerfolge gebechert. Heute will man die Basel II-Kriterien lockern, um den Banken mehr Freiheit einzuräumen. Gestern war noch großspurig vom Aufbau einer neuen Weltfinanzarchitektur zu hören, heute werden die halbfertigen Konstrukte schon in die Tonne gehauen. Wie beim Turmbau zu Babel. Geringer als in Babylon kann die heutige Sprach- und Denkverwirrung kaum sein.

Machen wir uns daran, die Verwirrung aufzulösen und prominenter Ratlosigkeit beizukommen. Beginnen wir die Kreditklemme zu erkunden:

Eine Kreditklemme zeugt von ruiniertem Vertrauen in der Wirtschaft. Vertrauen in der Wirtschaft erwächst aus der Währung und kommt von stabilen Preisen.

Was wir haben ist der Traum von einer stabilen Währung, die Realität aber beschert uns wachsende Umverteilung, Dauerinflation und Deflation im Wechsel, Megaverschuldung beim Aufbrauch der Sicherheiten. Nun haben wir bald auch eine Kreditklemme. Unsere Wirtschaft funktioniert aber nur, wenn sich die Wirtschaftenden verschulden. Kredite aufnehmen. Keiner kann schließlich so lange sparen, bis er sich und der Welt eine Tankstelle bauen kann. Das war schon immer so. Um die Wirtschaft in Gang zu halten, müssen wir uns verschulden. Und wenn unsere Unternehmen schon mehr als genug Kredite in den Büchern vor sich herwälzen, wir als Bürger schon überall in der Kreide stehen, dann muss der Staat ran. Der größte und beste Schuldenmacher.

So steht in unserer Ökonomie Verschuldungszwang gegen Verschuldungsfähigkeit und Verschuldungswilligkeit. Nimmt die Verschuldungsfähigkeit ab, bremst dies die Produktion und die Preise aus. Sinkende Preise sind die Folge und damit wankende und schwindende Sicherheiten. Weniger Rückzahlungsmöglichkeiten, Kreditschwierigkeiten, weitere Produktionsrückgänge, noch mehr Preissenkungen, noch mehr Kreditschwierigkeiten. Die Gefahr, dass die Tauschbeziehungen ihr Ende finden, nimmt zu. Irgendwann kommt die internationale Arbeitsteilung zum Erliegen. Und dann?

Wieviel Jahre muss man eigentlich Politik machen oder Wirtschaft studieren, um diesen Teufelskreislauf nicht erkennen zu können?

Wo aber ist der Ausgang? Die Exit-Diskussion führen wir hier, an an dieser Stelle. Der Exit liegt in Freigeld, das die privatwirtschaftliche Geldverwaltung ablöst und durch eine volkswirtschaftliche ersetzt. Umlaufgesichertes Geld kommt zwangsläufig in den Umlauf – völlig unabhängig von der charakterlichen Verfassung seines jeweiligen Besitzers oder der mit Geld befassten Berufsgruppen – und dadurch ist die Geldmenge endlich aktiv zu steuern. Die Steuerungsfähigkeit der Geldmenge ist wiederum unabdingbare Voraussetzung, um die Preise im Allgemeinen stabil halten zu können. Und von stabilen Preisen kommt die „Währung“ und von der das Vertrauen. Und mit dem Vertrauen wird der Wirtschaftsmotor wieder angeworfen, es werden Überschüsse erarbeitet, die dann an andere Wirtschaftsteilnehmer als Kredit und Darlehen ausgereicht werden.

Die Kreditklemme kann nur abgewendet werden, wenn unser Geld zur Währung wird. Vorher nicht. Auch nicht mit 1000 bad banks und nicht mit 1000 mal 1000 gesetzlichen Maßregeln für die Banker.

Die Kreditklemme hat also ihre Ursache in einem Geld, das nicht zur Währung taugt und uns immer wieder Inflation und Deflation aussetzt. Konjunktur hoch, Konjunktur runter – völlig unabhängig von der menschlichen Produktivkraft. Die Banken und wir alle müssen mit einem Geld hantieren, das sein Eigenleben hat und dessen Eigengesetzlichkeit immer wieder zur Aufblähung der Finanzmärkte führt – bei gleichzeitigem Schwund der Realmärkte. Wir müssen diese Eigengesetzlichkeit des Geldes erkennen und dann die Veränderung vornehmen, die das Geld einer anderen Gesetzmäßigkeit unterwirft: der von Angebot und Nachfrage.

 

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