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Für unser Geld bezahlen wir einen hohen Preis. Denn mit unserem Geld kann man mehr Geld machen und das kostet. So werden aus vielen Millionären weniger Milliardäre. Aus wohlhabenden Mittelständlern werden Arme und Ausgebeutete, aus armen Ausgebeutete werden Ausgegrenzte und Verhungernde. Unaufhaltsam.

Mit unserem Geld wird Militär bezahlt und Krieg gemacht, Beamte und Richter bestochen, Medien gekauft, der Staatsapparat aufgebläht. Es zerstört Partnerschaften, ruiniert Ehen, bringt Erbschleicher hervor und Steuerbetrüger. Unser Geld schafft Monopole, verzerrt den Wettbewerb, macht einige wenige von vorne herein zu Gewinnern und Nutznießern des Systems und den Rest von vorne herein zu Verlieren. Egal wie fleißig, kreativ oder intelligent sie agieren und arbeiten.

Warum um Himmels willen, warum? Why and pourquoi?

Wenn wir nun eine Schuldigen, oder eine Gruppe Schuldiger ausmachen könnten, wenn wir all dem Hässlichen und den elenden Verheerungen einen Kopf zuordnen könnten, ja dann könnten wir diesen Kopf oder auch die Köpfe in die Schlinge stecken und den Schemel umstoßen. Dann wäre die Welt wieder gerettet. Doch wie in allen Angelegenheiten geht es nicht darum, die Schuldfrage zu klären, wenn man die Probleme wirklich lösen will.

Unsere wirtschaftlichen Probleme müssen wir aber lösen und das auch recht schnell. Denn heute, im 21. Jahrhundert, ist die gesamte Welt miteinander vernetzt und verbunden, die Arbeitsteilung hat ein bisher nie erreichtes Niveau erklommen und es gibt keinen nennenswerten Flecken mehr auf der Erde, der nicht in das globale Netz des Wirtschaftens, Produzierens und Handelns eingebunden wäre. Ohne funktionierende Tauschbeziehungen, ohne ein erfolgreiches Wirtschaftskonzept sind wir nicht in der Lage, auf Dauer unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Wir zerstören uns selbst. Es geht für alle um alles.

Daher geht darum, herauszufinden, was die globalen Wirtschafts- und Finanzkrisen verursacht, welcher Mechanismus am Wirken ist und was dem ganzen Wahnsinn tatsächlich ein Ende bereiten kann.

Die Antwort ist unbequem für uns alle. Den meisten könnte sie sogar richtig wehtun und physisches Unwohlsein bescheren. Denn die Antwort steht all dem, was wir bisher über Geld gelernt haben entgegen, zerrt unsere Ängste aus dem letzten Winkel unserer Seele hervor und stellt uns vor die Wahl auf diesem Weg noch eine kleine Weile weitermachen zu können, oder aber sehr rasch die Bereitschaft zu entwickeln, unsere Denkfehler bezüglich Geld und Wirtschaft hinter uns zu lassen. Dann und erst dann haben wir eine Chance, das 21. Jahrhundert relativ unbeschadet zu durchleben.

Wir alle sind im falschen Geldbewusstsein erzogen worden. Was uns im Elternhaus und in der Schule nicht schon beigebogen wurde, hat uns dann später das Leben noch schmerzhafter gelehrt. Geld - so lernen wir - ist wertvoll. Wertvoller als alles andere. Weil man damit alles kaufen kann, zu jeder Zeit. Und so müssen wir alles Mögliche versuchen, um an Geld heran zu kommen und dauerhaft im Besitz von Geld zu bleiben, wenn wir uns und unseren Kinder Komfort und Sicherheit bieten wollen. Wenn es die Wirtschaftslage nicht mehr hergibt, dass man mit korrekten Mitteln an Geld heran kommt, muss man es eben auf anderen Wegen versuchen. Geld, Geld, Geld. Geld ist der Weg, um Werte aufzubewahren. Wenn man alles Nötige hat, dann soll man Geld zur Seite legen. Für später und für schlechtere Zeiten. Am besten soll man so viel Geld zur Seite legen, dass man das überschüssige Geld zur Bank bringt und dort mit dem Geld mehr Geld gemacht wird. Das ist dann intelligent und jene, denen dies gelingt, werden zu den fähigsten Kräften unserer Gesellschaft gezählt. Doch wenn ein Teil unserer Gesellschaft sich intelligent verhält, wenn er mit dem Sparen, dem Zurückhalten und Nichtausgeben von Geld sein persönliches Schicksal verbessert, was sollen dann jene tun, die noch nicht das Nötigste haben und dringend darauf angewiesen sind, dass sie Aufträge erhalten, Bestellungen ausführen können, volle Auftragsbücher und damit Arbeit und Einkommen haben? Wie sollen sie an Geld herankommen? Wundert es einen, wenn so mancher aus diesem Lager auf die Idee kommt, sich selbst Geld zu machen? Und wer soll dafür arbeiten, dass das Geld jener, die es renditeträchtig anlegen, mehr und mehr wird?

Der Fehler in unserem Gelddenken liegt darin, dass wir aus unserem Tauschmittel gleichzeitig ein Wertaufbewahrungsmittel machen. Das geht einfach nicht zusammen, sowenig wie ein Sieb und eine Schüssel in einem Gegenstand vereint sein können.

Unser Fehler liegt darin, dass wir nicht erkennen, dass das wertvolle an unserem Geld seine Tauschfunktion ist. Wenn es uns gelingt, die Tauschfunktion des Geldes zu erhalten, dann braucht es keinen Wertaufbewahrer mehr, denn unsere Sicherheit liegt doch nur darin, dass der Prozess des Produzierens aufrechterhalten wird. Der Prozess des Produzierens wird nicht durch mangelnde Arbeitsmoral, schlechte Ausbildung, Hagelstürme, Tsunamis oder von der „Nullbock-Generation“ unterbrochen. Auch die Unternehmer unterbrechen diesen Prozess nicht, so verrückt ist doch keiner. Für die Unterbrechungen und die Krisen sorgt unser Geld. Das immer größer werdende Quantum Geld, das eben nicht im realen Wirtschaftskreislauf wandert, sondern spekulativ eingesetzt ist, um noch mehr Reibach zu machen, oder sogar völlig tatenlos im Safe gestapelt liegt. Als Wertaufbewahrungsmittel oder Werterhaltungsmittel.

Ein Quantum Trost gefällig? Leider nicht zu haben. Denn bald heißt es Payday. Für uns alle. Entweder wir verstehen, wie verrückt und komplett überflüssig es ist, Geld als Wertaufbewahrungsmittel zu nutzen oder wir ruinieren die Wirtschaft weiter mit unserem immer stärker versagenden Tauschmittel. Payday für den Westen ist dann, wenn genügend Produktionen zusammengebrochen sind, dass auch hier die Versorgung nicht mehr sichergestellt werden kann. Wer soll denn das überleben und wenn ja, unter welchen Umständen?

Eines ist sicher: das Geld in den Tresoren und Bankkellern, die Nullen auf den Kontoauszügen nebst Gold, Silber und Aktien werden die anstehende Krise „überleben“. Doch davon haben wir dann auch nichts mehr. Geld braucht nichts zu essen, doch wir können Geld nicht essen.

Also: Mayday oder Payday? To be or not to be!

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