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Nun, wir könnten der großen Koalition raten, per Flugzeug direkt ab Kabul auszufliegen. Das geht recht schnell und problemlos, da braucht man nicht besonders miteinander zu ringen. Noch nicht einmal am Hindukush. Wenn man natürlich das Land auf dem Landweg verlassen möchte, und zum Beispiel aus Afghanistan mit dem Panzer über Iran oder Pakistan/Indien rollen möchte, dann stellt uns der Afghanistan-Ausweg doch vor größere Herausforderungen, als sich der "gemeine Parlamentarier" vorstellen mag.

Leicht könnte es passieren, dass in diesen Ländern Terroristen am Weg herumlungern, sich in Dörfern verschanzen, aus Erdlöchern herausschießen und partout nicht aus dem Gebirge zur Bejubelung unserer Afghanistan-Demokratisierer herunter kommen wollen. Dann könnte der Ausweg zu einem langen und kostenintensiven Umweg werden. Das muss natürlich gut überlegt werden. Da kann es schon sein, dass man untereinander und miteinander ins Ringen kommt. In Deutschland. Im Parlament.

Eines ist auf jeden Fall sicher: Das regierte Volk weiß hierzulande nicht mehr ganz genau, weshalb unsere Jungs überhaupt in Afghanistan sind. Oder die amerikanischen und britischen Jungs. Wofür sie genau Teile von sich am Hindukusch lassen oder ganz am Stück, dafür aber tot, wieder nach Hause geflogen werden. Die Unterstützung des Demokratisierungsprozesses in Afghanistan kann es doch wohl nicht sein. Oder stellen wir uns hierzulande die Demokratie  zu rosig vor? Wer weiß das so genau? Im Zusammenhang mit Afghanistan wird derzeit viel von Sicherheit geredet. Zu Beginn der „deutschen Verantwortung“ eher von der Freiheit, die es am Hindukusch zu verteidigen gelte. Das alles kann so nicht stimmen, das merkt doch jedes Kind.

Vielleicht ist die Wahrheit viel weniger exotisch? Vielleicht wird am Hindukusch die Rendite verteidigt? Hoher Einsatz für hohe Renditen! So sieht man das bestimmt in der Rüstungsindustrie und bei den Aktionären. Wo kann man denn sonst noch ordentlich Rendite machen? Nirgendwo so gut und sicher wie in Rüstung und Militär. Dort gibt es die echten Monopolunternehmen, von denen jeder Kapitalist träumt. Denn der Markt – also Nachfrage und Angebot – regeln nicht wirklich den Preis für Molotow-Cocktails und Panzerfäuste. Wer braucht denn diese Dinge schon? Kein Bürger braucht sie. Was nicht bedeutet, dass er sie nicht zu bezahlen hätte – die festgesetzen Preise für die Kriegsmaschinerie. Maschinengewehrkugeln? Bitteschön, das Stück zu 25 Cent. Abfangjäger? Auch kein Problem. Pro Maschinchen so und so viele Milliönchen. Garantierte Rendite: 20 bis 25%.

Ist es nicht das, wovon Herr Ackermann träumt? Und nicht nur träumt, sondern sich auch noch öffentlich mit solch einer Rendite brüstet und damit für sich und die deutsche Bank wirbt? Wenn es wahr ist, dass am Hindukusch die Rendite verteidigt wird, dann kann man verstehen, wieso unsere große Koalition so derart im Ringen begriffen ist. Es soll doch wirklich kein Wähler merken, dass man absolut nichts zu tun gedenkt, um sich vom Kapitalismus zu verabschieden. Keiner der Koalitionspartner und auch nicht in der Opposition. Bei solch hohen Renditen!

Und selbst wenn sie es wollten, sie könnten sich gar nicht vom Kapitalismus verabschieden - nicht ohne eine Änderung in der Gestaltung unseres Geldes. Der Missbrauch unseres Tauschmittels als Wertaufbewahrungsmittel führt dazu, dass mit überschüssigem Geld noch mehr Geld gemacht werden muss. So erzwingt es das System. Und weil unser Geld, so wie es ist, sich nur dann zur Verfügung stellt, wenn dabei eine ordentliche Verzinsung oder hohe Renditen herausspringt, ist alles Kapital immer nur auf der Suche nach den besten Renditemöglichkeiten. Dort wandert es hin, dort stellt es sich zur Verfügung. Gäbe es keine Verzinsung, zumindest nicht in einer bestimmten Größenordnung, dann gibt es eben kein Kapital. Dann bleibt es zu Hause – denn dort wird es ja auch nicht schlecht.

Und nun verstehen wir, weshalb der Krieg für den Kapitalismus so wichtig ist, warum der Kapitalismus immer im Krieg endet. Die Lebensdauer einer zinsbasierten Volkswirtschaft liegt nachweislich zwischen 60 und 80 Jahren. Dann kommt es aufgrund des Zinseszinsmechnismus zur völligen Zerstörung der Volkswirtschaft und zur vollständigen Zerrüttung der Währung. Davor wird als letztes Mittel Krieg geführt. Denn Rüstungsproduktion bringt unveränderlich hohe Rendite aufgrund ihrer Monopolstellung und zieht somit Kapital in den Wirtschaftskreislauf. Dringend gebrauchtes Kapital, damit es nicht ganz so schnell bergab geht. Arbeitsplätze werden „gerettet“, ja sie entstehen sogar, wenn die Produktion auf Hochtouren läuft. Die Zulieferindustrie beginnt zu erstarken. So war es zumindest bis zum letzten Krieg. Dem 2. Weltkrieg.
Den dritten Weltkrieg wird es in dieser Form nicht geben und dieses Mal könnte er den Kapitalismus auch gar nicht mehr retten. Denn heuer ist der Kapitalismus schon global verbreitet. Es gibt keine nennenswerten Gebiete mehr, die man dem System anschließen könnte, um mehr Wachstum für die Märkte herauszuholen. Wem sollte man denn auch das Land zusammenbomben, um ihm anschließend Dollars oder Euros in die Hand drücken, damit er bei uns einkaufen kann?

Doch das merkt der Kapitalismus nicht und so läuft das Kriegsprogramm eben weiter. Auch wenn er keine Option mehr ist. Die Politiker haben seinerzeit doch noch nicht einmal gemerkt, dass die Kriegsmaschinerie nur eine Option für den Kapitalismus ist. Sie haben auch gedacht, das deutsche Volk müsste vor seinen Feinden geschützt werden. Verteidigt und gesichert werden.

Wie sollten unsere heutigen Politiker merken, dass Krieg heute schon keine Option mehr für den Kapitalismus ist – der Globalisierung sei Dank – und dass der „Einsatz“ am Hindukush und vorher im Irak noch sinnloser als sinnlos ist? Wenn dieses Mal die Zeit für den Show Down des weltweiten Kapitalismus gekommen ist, dann wird hinterher keiner mehr so schnell aufstehen, das Licht an machen und eine neue Spielrunde eröffnen. Diese Mal könnten wir unsere Spielchancen überhaupt verspielen!

Helmut Creutz hat den Zusammenhang zwischen Krieg, Rüstung und Kapitalismus sehr schön in der Broschüre „Wirtschaftliche Triebkräfte von Rüstung und Krieg“ dargelegt. Lesenswert.

Und der Afghanistan-Ausweg steht in der NWO von Silvio Gesell.
Der wirkliche Afghanistan-Ausweg für uns alle!

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