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Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, glaubt nicht an das Ende der Krise. Er weiß, dass uns noch einiges bevorsteht und behält sein Wissen nicht für sich. Er glaubt, dass sich die Krise wie ein „Triple-U“ entwickeln wird, wovon wir bislang nur das erste „U“ hinter uns haben. Der zweite Einbruch kommt seiner Einschätzung nach in diesem Herbst, wenn die Entlassungswellen höher und höher schlagen.

Das ist schlimm für diejenigen, die ihre Arbeit und ihr Einkommen verlieren und dann Anträge auf Arbeitslosengeld und Hartz IV ausfüllen müssen. Staatlicherseits wird man dadurch mit steigenden Ausgaben bei schwindendem Steueraufkommen konfrontriert. Dem wird man entgegensteuern müssen mit… höheren Steuern.

Wahrscheinlich wird die Mehrwertsteuer angehoben werden - und zwar kräftig! In Dänemark und Schweden beträgt diese Steuer schließlich jetzt schon 25 Prozent und vermutlich wird man versuchen, uns diese Steuererhöhung als "Schritt in Richtung auf eine harmonisierte EU" zu verkaufen. Für uns, das Volk, bleibt die Frage, welches "Farbenspiel" uns diese Mitteilung nach der Bundestagswahl verkünden wird.

Doch das dritte „U“ wird sich auch nicht durch eine erhöhte Mehrwertsteuer und die Streichung von Sozialleistungen verhindern lassen. Denn steigende Arbeitslosenzahlen verursachen sinkende Nachfrage nach Waren und damit weitere Produktionseinbrüche mit wiederum mehr Arbeitslosen. Und so weiter und so weiter. Das dritte „U“ wird  wahrscheinlich zwischen Sommer und Herbst 2010 "einschlagen", sagt Norbert Walter voraus. Und zwar dann, wenn die Zentralbanken aus der bisherigen „Stimulierungspolitik“ aussteigen und das Ruder in die genau entgegengesetzte Richtung herumreißen müssen: Reduzierung der zuvor in den Markt gepumpten Geldmenge, um eine Mega-Inflation zu verhindern!

Als einigermaßen geschulter Geldsachverständiger stehen einen die Haare zu Berge. Die Versuche unserer Zentralbanker, die Geldmenge zu steuern, nehmen sich ungefähr so aus, als würde ein Neandertaler mit Nitroglyzerinfläschchen jonglieren – während die gesamte Neandertalersippschaft dicht drumrum steht und verständnislos aus dem Fell guckt. Zinserhöhungen, Verkauf von Wertpapieren (Offenmarktgeschäfte) und der Verkauf der Goldbestände sind die Instrumente, die den Notenbankern dafür derzeit zur Verfügung stehen. Das wiederum ist ungefähr so, als hätte ein Herzchirurg bei einer Herzoperation nur Hackebeilchen, Hammer und Laubsäge vor sich liegen und müsste sich nun aussuchen, welches der "Instrumente" er benutzen will.

Norbert Walter gilt in seiner Branche als "pessimistischer Banker", ja sogar als einer der pessimistischsten. Es ist allerdings zu befürchten, dass er Recht hat mit seiner „Triple U-Theorie“. Was er jedoch nicht richtig abschätzt, ist die Größe und die Tiefe des Kraterlochs, die das „dritte U“ in die Wirtschaft reißen wird. Norbert Walter bangt um die Börsenkurse und fürchtet ihren Absturz. Das dritte U-Loch wird damit aber nicht zu Ende sein! Da beginnt es erst. Und dann geht es wirtschaftlich so schnell, steil und tief abwärts – weltweit übrigens –, dass Bösenkurse ungefähr das Letzte sein werden, wofür wir uns als Menschheit interessieren.

Es reicht in dieser Zeit eben nicht aus, nur ein Pessimist zu sein. Auch wenn man damit schon etwas näher an die Wahrheit gelangen kann als die berufsmäßigen Laien in den unterschiedlichen politischen Lagern, die außer ihrem Optimismus nichts zu verkaufen haben. Kompetenz in Währungsfragen ist gefragt. Kein Halbwissen und keine Diplome oder Urkunden. Wissen muss es sein. Nachprüfbares Wissen. Wissen, das allen Fragen standhält. Wirtschaft muss und kann nicht mehr länger ein "Glaubensgebiet" bleiben. Nicht, wenn wir unserer Zukunft auf diesem Planeten sicher sein wollen.

Die Geldmenge muss zielsicher gesteuert werden können – und dies nicht nur mit dem blinden Bauchgefühl eines Maulwurfs. Eine professionell gesteuerte Geldmenge garantiert ein völlig stabiles allgemeines Preisniveau – und darauf kommt es an. Nicht darauf, dass man Deflation mit Inflation bekämpft. Den Teufel mit dem Belzebub austreiben, so nennt man das. Und das ist schon spätestens seit dem Lukasevangelium als untaugliche Methode entlarvt. Deshalb braucht Herr Walter auch gar nicht erst zu versuchen, sich selbst und uns ein X für ein U vorzumachen!

Einen "zivilisierten" Einstieg in das Geldthema finden Sie hier.

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