.

Banken und Versicherungen werden hierzulande kontrolliert. Bisher von der so genannten BaFin, der "Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht". Für die Aufsicht speziell der Landesbanken wurde ja erst vor wenigen Monaten die Anstalt in der Anstalt (AIDA) gegründet, wir haben weiter hinten im Archiv schon ein paar Gedanken zu dieser Institution geäußert.

Seit her ist nichts besser geworden und trotz aller Kontroll- und Aufsichtsbemühungen hat niemand in der Finanzwelt irgendetwas im Griff. Wenn man bedenkt, dass es sich bei Geld realiter doch nur um Papier und ein bisschen Metall handelt, dann fragt man sich schon, vor welche Schwierigkeit sich die Menschheit in Punkto Geldmengensteuerung weiterhin gestellt sehen möchte.

Wenn unsere Kröten wirklich Kröten wären und giftige dazu, oder die Scheine vielleicht schwarze Mambas und die Münzen hochtoxische Würfelquallen, dann könnte man den Finanzaufsehern dieser Welt die eine oder andere Fehlleistung bei der Beaufsichtigung und Kontrolle noch nachsehen. Doch so ist es ja nicht, dass von unserem Geld irgendeine materielle Gefahr ausgehen müsste. Das Problem ist doch viel eher, dass unser Geld – wenn wir nicht für seine Bewegung sorgen – an Ort und Stelle liegen bleibt. Dem Geld ist unsere Wirtschaft sozusagen völlig egal.

Obwohl unser Geld bei Lichte betrachtet sich weder wie eine Giftschlange windet und auch nicht weghüpfen kann wie der Pfeilgiftfrosch, haben wir dennoch Probleme. Große Probleme sogar. Nun geht es darum, diese Probleme zu lösen. Bisher sollte also die BaFin Teil der Lösung sein und hat doch kläglich versagt. Nun hält der Bundesbanker Axel Weber die Entmachtung des Herrn Sonio von der BaFin und als Gegenzug seine eigene Ermächtigung für eine schlaue Idee. Und die CDU und die FDP finden das auch ganz prima und lassen nun schon unzählige Pressemenschen die gute Nachricht verbreiten, dass die Unabhängigkeit der Bundesbank gewahrt bleibe. Offensichtlich scheint man in der Politik Befriedigung darin zu finden, dass man die Bankenwelt vor sich selbst bewahrt hat. Ein eigentümliches Verhalten. So, als würde sich eine Klapperschlange darüber freuen, wenn sie niemanden gebissen hat. Oder ein Dieb, wenn er nichts geklaut hat. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist die, dass man uns nichtregierenden Menschen wieder einmal mehr Sand mit dieser Meldung über den angeblichen "Unabhängigkeitsrettungsakt" in die Augen streut.

Fragen wir uns, was Axel Weber mit seiner angeblichen Unabhängigkeit macht – und vor allen Dingen, wovon er denn eigentlich unabhängig ist? Von der Politik und ihrem Unvermögen in währungstechnischen Fragen? Wieviel Macht und Steuerungsfähigkeit hat denn ein dreijähriger Knirps über eine Rakete auf Cap Canaveral – unabhängig davon, wen er selbst in seiner eigenen Fantasiewelt darstellt? Mehr Macht als dieser Dreijährige im Raktengeschäft hat die Politik in Fragen der Geldmengensteuerung auch nicht. Das Witzige: Axel Weber aber auch nicht. Wozu also dieser Wechsel?

Nun der Wechsel von einem Unfähigen zum nächsten Unfähigen könnte in diesem Falle so bewertet werden, dass die überschaubare Gemeinschaft der Großkapitalisten nun die Wahrung ihrer Interessen nicht mehr gänzlich den Politikern überlassen will. Ein paar Matadore aus dem eigenen Lager sollen sich nun die Arena werfen. Doch wir kennen schon die Probleme des Matadors: Axel Weber kann machen was er will, der Bulle wird sich nicht nur bloßen Lockrufen folgend auf dem Marktplatz einfinden. Deflation. Und wenn der Bulle es dann doch tut, dann stürmt er mit solch einer Gewalt in die Arena, dass auch von Axel Weber garantiert nicht mehr viel übrig bleiben wird. Hyperinflation.

Außerdem wird die Politik in der nächsten Zeit viel mit Beschneidung zu tun haben. Beschneidung der Sozialleistungen. Und als Eintreiber. Eintreiber von Steuern, Gebühren und Bußgeldern. Und dann wird er noch mächtig viel zu haben in Knüppelfragen. Denn bald wird es jeden Tag eine Gruppe geben, die niedergeknüppelt werden muss, um die Staatsraison aufrechtzuerhalten. Das nennt man dann "Gewaltenausteilung" ;-)

Uns interessiert aber recht wenig, wer von den Pfeifen die Oberaufsicht haben soll. Auch nicht, ob die Knute von rechts oder von links kommt. Ob sie schwarz, rot oder gelb gepunktet ist. Uns interessiert nach wie vor die Frage, ob es uns rechtzeitig gelingt, genügend Wissen in der Bevölkerung über Geld, seine Funktionen und seine richtige Beschaffenheit zu verbreiten, damit wir dem Supergau entgehen.

Axel Weber wollen wir empfehlen, dass er sich einmal über Nacht in den Tresor der Bundesbank einschließen lässt und sich Zeit für das Geld nimmt. Es kennen lernt. Freundschaft mit ihm schließt. Und damit er erlebt, dass es am Geld selbst nicht liegen kann. Damit wäre die Bahn frei für die Erkenntnis, dass der Fehler in unseren Köpfen beheimatet sein muss. Auch in seinem. Denn als Bundesbankvorstand bekennt er sich lauthals zur Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes. Scheine mit eingebauter Tresorfunktion sozusagen. Unglaublich, dass ein erwachsener Mensch so etwas denken kann - aber leider wahr. Der kindliche Weihnachtswunsch, dass sich eine Puppe wie ein Mensch bewegen kann, nimmt sich dagegen beinahe erwachsen aus, kann doch zumindest eine Batterie für Bewegung sorgen. Allerdings denken die meisten von uns in ähnlichen Bahnen, wenn es um das Geld geht. Doch die meisten von uns haben auch nicht den Job des Bundesbankers!

Einem wilden Tier legt man die Leine an, um es zu kontrollieren. Geld ist kein Lebewesen und hat somit auch keinen inneren Drang, sich zu bewegen. Diesen Drang müssen wir Menschen dem Geld künstlich verpassen. Dinge, die leblos herum liegen, können nicht gesteuert werden, das weiß jeder Autofahrer. Erst wenn sich etwas bewegt, kann es auch gesteuert werden. Und so ist es auch mit dem Geld. Wenn Herr Weber sich vielleicht sogar noch eine zweite Nacht mit dem Geld beschäftigen würde, dann käme er wahrscheinlich auch dahinter, dass mit der Umlaufsicherung auf Bargeld der ganze Spuk ein Ende nähme und an diesem Ende sogar alles gut würde. Denn die Umlaufsicherung würde dafür sorgen, dass sich das Geld sinnvollerweise stets in ganzer Fülle auf dem Markt einfindet. Ohne diese minimale Bewegung befände es sich nach einem angemessenen Zeitraum auf dem Weg zum Altpapier. Und das hätte der Schein dann auch verdient, schließlich hätte niemand etwas mit ihm verdient.

Nicht nur Sarrazin möge Allah mehr Verstand schenken, auch Axel Weber wäre ein geeigneter Empfänger.

 

Share

Banner

FacebookMySpaceTwitterDiggDeliciousStumbleuponGoogle BookmarksRedditNewsvineTechnoratiLinkedinMixxRSS FeedPinterest

Wer ist online

Aktuell sind 85 Gäste und keine Mitglieder online

News

  • First parts of the content of this website are now available in english language. In the upcoming time we will translate more and more of the vital economic informations we offer on our pages into various languages. In the moment the following articles are at your disposal:

    Our mission
    The problem
    The solution

Zum Seitenanfang