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Die Wirtschaftskrise macht aus uns allen irgendwie verrückte Wesen. Wir suchen nach der Ursache der Krise überall, nur nicht dort, wo sie zu finden ist.

Wir machen mal diese Gruppe als Schuldigen aus, dann mal jene. Zwischendrin stecken wir ein besonders „übles Exemplar“ in den Knast, andere werden auch einfach nur entlassen – mit oder ohne Boni. Einige kramen den ollen Marx wieder aus der Trödelkiste und suchen dort nach Antworten. Christen suchen in der Bibel nach Auswegen und Muslime eben im Koran. Und zwischendrin wird auch noch der Dalai Lama befragt.

Dabei scheint es so zu sein, als ob die islamische Welt eine Antwort hätte. Mohammed, der Prophet, hat das Zinsennehmen für „haram“ erklärt, also ein absolutes „no go“ für jeden gläubigen Muslim. Das war in der christlichen Welt auch mal so, denn im Mittelalter gab es ein kirchliches Zinsverbot. Aus dieser Zeit wissen wir auch, dass ein Zinsverbot sofort zu höheren Zinsen auf dem Kreditschwarzmarkt führt, der zeitgleich mit dem Verbot als „eröffnet“ betrachtet werden kann. Zinsen sind nicht zu verbieten! Genauso gut könnte man einer Parallele den parallelen Verlauf zur Nachbargeraden verbieten. Das hätte zwar weniger dramatische Folgen für die Menschen, wäre aber genauso unsinnig.

Ob wir das Plus, das ein zurückhaltbares Geld immer haben will, wenn es sich anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stellt, „Gebühr“ oder „Gewinnanteil“ nennen oder eben „Zins“, dürfte Allah nicht weiter zu täuschen vermögen. Gott sieht ja sogar ins Herz, wie sollte er sich da durch ein paar Buchstaben auf dem Bankauszug irre machen lassen? Nein, „islamic banking“ ist keine Antwort auf das kapitalistische Elend! Es ist auch keine Antwort für die notleidenden islamischen Volkswirtschaften, die arg damit zu kämpfen haben, dass der Geldumlauf in ihren Ländern so jämmerlich ist, dass es schon von daher zu keiner breiten Wohlstandsbildung kommen kann. Anders sieht es lediglich bei den saudischen und dubaischen Brüdern aus, die das kapitalistische Spiel völlig ungehemmt und jenseits aller theologischen Überlegungen mitspielen.

Der Punkt um den es geht (und um den es Jesus und Mohammad zu ihrer jeweiligen Zeit ebenfalls ging), ist der Umstand, dass Geld missbräuchlich benutzt wird und auf Grund seiner Machart dazu geeignet ist, in bestimmten Zeitabständen aus dem größten Teil der Menschheit hungrige Bettler zu machen und einige wenige zu Superreichen, die mit ihrem Geld nichts anzufangen wissen, außer es gegen noch mehr Zinsen zu verleihen. Dieses Spiel geht immer nur eine Weile, dann bricht die gesamte Kultur und Arbeitsteilung zusammen und selbst die besten Völker versinken im Nirwana der Geschichte. Das fand weder Jesus witzig, noch Mohammed.

Bald aber wird es uns wieder so ergehen! Den Christen wie den Muslimen! Denn wir sitzen alle in einem Boot und niemals waren wir untereinander vernetzter und mehr voneinander abhängig als heute. Wenn dieses Mal eine große Volkswirtschaft den Bach runter geht, dann zieht sie alle mit. Und niemand wird verschont. Ob er gen Mekka betet oder das „Ave Maria“ herunterleiert. Was Jesus und Mohammad aber nicht kennen konnten – weil einige technische Voraussetzungen noch nicht vorhanden waren – war die Lösung des Problems. Nämlich die Lösung, wie die Zinsfunktion ab einem gewissen Moment tatsächlich zum Erliegen gebracht werden kann. Völlig locker, ohne Enteignungen und ohne Enthauptungen!

Wie alle Waren dem unumstößlichen Gesetz von Angebot und Nachfrage unterliegen, so muss auch das angebotene Geld diesem Gesetz unterstellt sein. Ist es aber nicht! Es ist mit Vorrechten ausgestattet, die jene für sich verbuchen können, die über mehr Geld verfügen als sie selbst ausgeben wollen oder können. Dieses „Mehr“ an Geld wird über die Banken anderen Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt, die damit arbeiten dürfen. Im Westen will der Geldgeber eine ordentliche Verzinsung für dieses Geld, im Osten nennt er es Gewinn. Hauptsache, der Zaster kommt rein. Doch die Spielregeln, wie zum Beispiel ein Altenheim Profit oder Gewinn abwirft, sind überall auf der Welt die gleichen. In Mekka wie in Berlin. Es wird an den Alten und ihrer Suppe gespart. Woher soll denn sonst der Gewinn kommen? Und genau da sieht Allah klar und lässt sich auch durch „islamic banking“ keinen vorgaukeln.

Mit einem Geld, das die Zinsfunktion nicht auszuschalten vermag, kann kein Moslem „halal“ leben. Er muss sich einen vormachen! Dabei wäre es toll, wenn 1,2 Milliarden Menschen – so viele Muslime gibt es nämlich ungefähr auf der Welt – es plötzlich wirklich ernst meinen würden. Wenn sie nicht nur dem Schein nach „halal“ leben wollten, sondern wirklich. Dann würden sie nämlich beginnen, über die zinstragende Funktion des Geldes nachzudenken und sie würden erkennen, dass mit Verboten gegen eine Funktion nicht angegangen werden kann. Sie würden anfangen, die richtigen Fragen zu stellen und kämen dann auch bald auf die richtigen Antworten. Und dann würden sie die richtigen Forderungen stellen und ihre radikalsten und erzürntesten Kräfte würden den Kampf gegen die Raubzüge des Kapitals nicht mehr mit der Zerfetzung ihrer besten Söhne führen, sondern mit haarscharfer Intelligenz und Logik, die zu Zeit Mohammeds, davor und auch noch lange danach, den Menschen aus diesem Kulturraum zu eigen war.

Wir müssen volks- und weltwirtschaftlich an den Punkt kommen, an dem das Geld, sobald der Kapitalmarkt gesättigt ist, mit Null-Zinsen auskommt. Dieses Nullzinsniveau kann auch nicht von den Zentralbanken verordnet werden, die mit „Leitzinssenkungen“ irgendetwas erreichen wollen. Leitzinsen sind nicht gleich Kreditzinsen am Kapitalmarkt! Noch niemals konnte ein Mensch zur Bank gehen und einen Kredit zu null Prozent Zinsen aufnehmen, selbst wenn der Leitzins auf Null gesenkt worden war. Alle würden ihm den Vogel zeigen. Doch wenn das Bargeld mit einer Umlaufgebühr ausgestattet wäre, die den Geldschein nominell dann entwertet, wenn er lange genug nicht in den Wirtschaftskreislauf eingebracht wurde, dann würde sich alles Bargeld regelmäßig auf dem Markt einfinden, um den Verlust zu vermeiden. Und wenn alles im Kreislauf vorhandene Geld auf dem Markt ist, dann kann die Geldmenge präzise und genau gesteuert werden.

Es würde auch dann verliehen werden, wenn die Zinsen eher mickrig sind und manchmal auch nur virtuell - so zwischen 0,001 und 0,005 % der verliehenen Summe. Ohne diesen Antrieb bleibt es heutzutage bei Zinssätzen unter 3% einfach im Strumpf, im Safe, auf dem Girokonto - und wird von da aus leider nur zu horrenden Zinsen (bis zu 20%) ausgeliehen. Doch wenn die Überschüsse bummeln und einen auf Faul machen, dann geht es den Fleißigen schlecht.  Sie müssen mit den Preisen runter, um sich die Kosten (herumliegende Waren) vom Hals zu schaffen. Damit nimmt das Elend seinen Lauf. Wird fleißig produziert, dann soll auch fleißig gekauft werden, oder wenn das keinen Sinn macht, dann soll auch beim Produzieren der Gang runtergeschaltet werden können. Waren zu produzieren, um sie dann zu vernichten oder quasi zu verschenken ist kein brillanter Plan.

Das Geld – also einen Haufen Papier, Baumwolle und noch ein paar Metallstücke – in seiner Menge dem Warenangebot anzupassen, ist dann ein Kinderspiel. Leichter auf jeden Fall, als es umgekehrt über das Warenangebot zu versuchen, so wie es derzeit permanent getan wird – wie uns beispielsweise seit einiger Zeit das Elend der Milchbauern drastisch vor Augen führt. Denn am Warenangebot hängen die Menschen, weil sie die Produzenten desselbigen sind!

Mit der Geldmengensteuerung können wir für stabile Preise sorgen – und darum geht es. Im Morgenland wie im Abendland! Mit stabilen Preisen, die auch jederzeit und überall stabil gehalten werden können, gibt es keine Inflation und keine Deflation mehr. Die Tauschbeziehungen werden dann auf eine faire Grundlage gestellt und die Menschen teilen sich nicht mehr in viele arme Schlucker und wenige Superreiche auf. Nicht länger in Herren und Knechte!
Machen wir uns, Gott und Allah also nicht länger etwas vor und legen den Zeigefinger genau auf die Stelle, die für all das Elend verantwortlich ist. Dann können wir die Lösung „predigen“.

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