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Die Korruption ist auf dem Fußballplatz angekommen und dies in einem Ausmaß, das befürchten lässt, dass die Spiele zukünftig nicht länger auf Kunstrasen, sondern auf einem dicken Filzbelag ausgetragen werden:

Allerorten Wettskandale, manipulierte Spielergebnisse, bestochene Spieler und Schiedsrichter. Das tut weh. Fast sieht es so aus, als wolle die Korruption dem Fußball seinen Platz als beliebteste Breitensportart streitig machen.

Allah-sei-Dank müssen wir noch nicht fürchten, dass Afghanistan und der Irak Luftwaffenangriffe auf Osnabrück und Paderborn anordnen, um der westlichen Welt mit ein paar Streubomben den Weg zurück zur „Fußballdemokratie“ zu weisen. Dennoch ist seit einigen Tagen einer breiten fußballbegeisterten Schicht der deutschen Bevölkerung klar, dass wir vor der eigenen Haustür genug zu kehren haben, bevor wir uns um die Defizite ferner Länder kümmern sollten.

Denn auch aus den Laboren, die den Klimawandel untersuchen sollen, ist Bedenkliches durchgesickert. Die Rede ist von manipulierten Tabellen, die Erwärmungstendenzen auch dann zu bestätigen haben, wenn es gar nicht wärmer wird. Gegenteilige Forschungsergebnisse werden unterdrückt und in den Gutachten wird so lange mit den Prozentzahlen herumjongliert, bis sie das zum Ausdruck bringen, was sie zum Ausdruck bringen sollen: Dass es auf der Erde immer wärmer wird und deswegen der Ofen bald für uns alle ausgeht, wenn… ja, wenn nicht entsprechende Zahlungen in die richtige Richtung erfolgen.

Genau aus diesem Grund war dereinst für eine sehr lange Zeit die Erde eine Scheibe: Rund hätte sie nicht in das Konzept der „Mächtigen“ gepasst. Dabei waren die „Mächtigen“, genau wie heute, einfach nur „mächtig ignorant“ und „mächtig korrumpiert“. Und so wird sich absehbar auch die Schweinegrippe als ein Thema der Korruption erweisen – mit weniger viralem denn kapitalem Hintergrund. Was ist bloß los, dass immer mehr Menschen zur Menge der ausgebufften und skrupellosen Zeitgenossen gerechnet werden müssen, weshalb die Korruption vor keiner Etage, keiner Disziplin und keinem gesellschaftlichen Bereich mehr halt macht? Was lohnt sich nicht mehr, dass plötzlich nur noch das Verbrechen zu lohnen scheint?

Genau: Die Arbeit lohnt nicht mehr. Beziehungsweise immer weniger für immer mehr „noch Arbeitende“. Dabei dürfen wir getrost annehmen, dass das Volk auch in früheren Zeiten schon „behumpst“ und bestohlen wurde. Doch noch vor wenigen Jahrzehnten funktionierte dies in der Bundesrepublik weitgehend ohne Korruption. Was ist geschehen? Wer ist nun „schlauer geworden“? Beziehungsweise: Warum werden jetzt immer kompliziertere Methoden des Betrugs ersonnen und angewandt? Liegt es an schlechter Erziehung, schwindender Moral oder sich ausbreitendem Atheismus?

Um das Phänomen der Korruption wirklich erklären zu können, muss man sich mit dem „Objekt der Begierde“ befassen - dem Geld. Denn darum geht es. Nicht darum, dass ein Verein der dritten Liga gegen einen Zweitligisten gewinnt. Der Kabarettist Dieter Hildebrandt hat es bereits vor Jahren auf den Punkt gebracht: „Geld macht nicht korrupt – kein Geld schon eher!“ Und so geht es auch bei den gefälschten Klimatabellen nicht um das Plus auf dem Thermometer, sondern um das drohende Minus in den Kassen. Und bei der Schweinegrippe nicht um die „Bewahrung der Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden“, sondern um die Wahrung von Besitzstand in der Pharmaindustrie und beim ihr zugehörigen Aktionärscorps.

Es geht also wirklich um das Geld. Doch bestimmt nicht um die Baumwolle und das Papier, aus dem Geld gemacht wird, sondern um seine funktionelle Eigenschaft. Das Interessante an unserem Geld ist, dass sich mit ihm die Vermögen anscheinend „wie von selbst“ vermehren lassen. Diese Vermögen wachsen ins Billionäre, während die Masse machtlos zusehen muss, wie sich das Geld aus ihrem Geldbeutel und aus ihrem Leben zurückzieht. Die legalen Optionen, an genügend Tauschmittel heranzukommen, schwinden rasant. Wer vom System schon gänzlich ausgespuckt wurde, kann nur noch stehlen, rauben oder betteln. Oder mit Drogen dealen, sich prostituieren oder auch Teile von sich verkaufen. Wer noch im Arbeitsprozess steckt, muss schauen, dass er Wege findet, wie er an möglichst viel Lohn aus der Schwarzgeldkasse kommt.

In höheren Einkommensschichten gibt es zwar immer noch viel mehr Champagner und Kaviar als in der bröckelnden Mittelschicht, doch auch in den oberen Gehaltsklassen wird die Luft dünn und dünner. Respektive das Geld rarer und rarer. Es muss mit härten Bandagen gekämpft werden, um möglichst viel Geld und Vermögen auf sich vereinigen zu können. Wem dies nicht gelingt, der hat das Spiel bald verloren und stürzt dann eben aus der 100. Etage in die Netze des JobCenters. Manchem ist das zu unwürdig und zu unangenehm. Einige nehmen da lieber den Zug, um komplett „auszusteigen“. Oben wie unten das gleiche missratene und makabere Spiel.

Wo ist der Ausstieg aus diesem verlustreichen Debakel? Stecken wir uns alle in Gefängnisse oder Besserungsanstalten? Doch wer ist dann am Ende noch da, der uns bewachen und zum Besseren erziehen könnte? Sollen wir das Geld abschaffen und mit der Abschaffung des Tauschmittels zugleich das Todesurteil für Milliarden Menschen aussprechen, nur damit das Drama ein Ende findet? Sollte wirklich kein weniger dramatisches Ende des Elends möglich sein?

Und ob das möglich ist. Wir haben eine andere Option. Eine einzige! Und auch die setzt beim Geld an: Wenn es uns relativ zügig gelingt, erst uns selbst, dann den Freund, Mann, Onkel, die Tante, den Nachbarn und die Kollegen davon zu überzeugen, dass Geld dann seinen größten Nutzen entfaltet, wenn es als Tauschmittel eingesetzt wird – dann sind wir auf dem richtigen Weg. Denn dann dämmert es uns allen recht bald, dass wir das Geld ausschließlich als Tauschmittel nutzen sollten – und auf die Illusion eines „Wertaufbewahrers“ verzichten!

Die Angewohnheit, Geld zu Sicherungszwecken dem Kreislauf zu entziehen, beeinträchtigt die Tauschmittelfunktion des Geldes. Selbst wenn es auf kurze Sicht und für die eigene Buchhaltung sehr schlau aussieht. Für die Volkswirtschaft ist es eine Katastrophe und in einer niedergehenden Volkswirtschaft wird keiner wirklich gut durchkommen. Damit aber nicht alle Menschen diese fundamentale ökonomische Wahrheit bis zum letzten Schluss durchdringen müssen – und der Rest nicht darauf warten muss, dass dies auch passiert – statten wir die Geldscheine einfach mit einem Datum aus. Ab diesem Datum verliert der Schein an nominellem Wert, es sei denn, er wird in der realen Wirtschaft eingesetzt. Das zwingt selbst den ungebildetsten Menschen dazu, mit seinem Geld entweder für Umsatz zu sorgen, seine Rechnungen zu begleichen oder die überschüssigen Reste zur Bank zu bringen, damit andere Wirtschaftsteilnehmer für ihn den Rubel am Rollen halten.

Alles ausgegebene Geld bleibt somit in der Volkswirtschaft. Kein Euro, kein Dollar kann sich mehr zurückziehen, es sei denn, sein jeweiliger Inhaber nimmt es hin, dass ihm die Banknote unter den Händen – besser gesagt in der Geldkassette – im Laufe der Jahre zu Altpapier verrottet. Und wenn alles ausgegebene Bargeld stets auf dem Markt ist, können die „Währungsmacher“ ihren Job perfekt erledigen. Sie können die Warenmenge und die umlaufende Geldmenge stets in fester Relation zueinander halten, in dem sie die Geldmenge steuern. Keine derart ausgestattet Volkswirtschaft wird je wieder durch Deflation oder Inflation zerstört werden. Dann darf blöde sein, wer blöd sein will, geizig, wer geizig sein will und gierig, wer gierig sein will. Niemand von jenen, die unverbesserlich ihren Lastern frönen, wird dann zukünftig noch der Allgemeinheit schaden, sondern nur noch sich selbst. Und daran kann man bekanntlich niemanden hindern. Wir sollten uns aber schleunigst dran hindern, uns gegenseitig mit einem Geld zu schädigen, das noch nicht hundertprozentig funktioniert.

Ein Geld, dem die Fähigkeit genommen ist, sich immer wieder auf nur wenigen Vermögensbergen anzuhäufen, dem ist auch die Möglichkeit genommen, als Machtmittel zu Korruptionszwecken eingesetzt zu werden. Denn dieses Geld gibt es nicht mehr im Schlaf. Zinsen und Zinseszinsen machen keinen mehr mühelos reich. Und wenn man für die Beträge arbeiten muss, die man zur Korruption einsetzen will – wer würde dann noch lange über dererlei Schmiergeschäfte nachdenken? Und wer hätte es noch nötig, sich korrumpieren zu lassen, wenn das Geld auch ohne kriminelle Energie sich immer wieder im Geldbeutel einfindet?

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