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Mehr Bankenregulierung, mehr Kompetenzbeschneidung, höhere Besteuerung oder auch komplette Rückforderung von Boni-Zahlungen, Zerschlagung von Großbanken, weltweite Spekulationssteuer, Regresspflicht für Banker, Verbot von übermäßigen Spekulationen, Zügelung und Geißlung des Raubtierkapitalismus, mehr Überwachung, schärfere Gesetze, härtere Strafen für die Finanzwelt – so in etwa sieht die Liste aus, die derzeit scheinbar jeder Politiker rund um den Globus in der Jackentasche mit sich trägt, um sie in jedes herumstehende Mikrofon posaunen zu können.

Doch nicht ein Vorschlag aus der Liste ist geeignet, um die Gefahr, der wir derzeit alle so tief ins Auge blicken, auch nur ansatzweise zu bannen.
Sarkozy versucht es mal wieder „auf die Galante“ und will aus dieser Liste ein neues Bretton Wood stricken, eine „grundsätzliche Reform des Währungssystems“, wie er die Liste bezeichnet. Das will er auf jeden Fall fordern, wenn er 2011 der Vorsitzende der G20 sein wird. So viel verspricht er schon mal.

Obama hingegen will es nicht nur mit „strenger Regulierung von“ und „hartem Vorgehen gegen“ Banker und Großbanken versuchen, sondern zusätzlich auch noch mit gesundem Menschenverstand. Doch wo ist der zu finden? Und wie viele Personen in den Parlamenten müssten ausgetauscht werden, damit das Plenum ein signifikant besseres „Verstandesranking“ erhält? Womit will Obama diesen „Change“ herbeiführen? Mit den alten Figuren? Ihrem bekannten Horizont? Ihren ewig gleichen Vorschlägen? Wieviel selbstbestimmter und bewußt gesteuerter „Change“ soll dabei am Ende herauskommen?

Die Dinge werden sich ganz sicherlich ändern, ganz gewaltig sogar. Dafür müssen wir einfach nur so weitermachen wie bisher, inklusive der weiteren Diskussion von nichtsnutzigen Vorschlägen zur Besserung der Situation. Auch eine Kurskorrektur von nur wenigen Grad wird uns nicht retten! Dazu müssten wir das Steuer schon deutlicher herumwerfen – selbst wenn die notwendigen Korrekturen am Ende nur minimale Eingriffe ins Wirtschaftsleben erfordern. Wenn wir die Dinge in unserem Sinne ändern wollen – sprich, ein angenehmes und friedliches Zusammenleben aller Menschen ermöglichen – brauchen wir wirklich Profis. Weniger Politiker, weniger Juristen und Richter, weniger Wirtschaftsexperten und schon gar keine Moralapostel. Dafür aber Menschen, die willens und fähig sind, in kybernetischen Zusammenhängen zu denken.

Was erwarten wir von einem Außenminister, der bestimmt auch „nur den Frieden“ will, aber mit seiner Unterschrift für mehr Truppenaufmarsch am Hindukusch sorgt? Jemand, der spätestens seit der Kunduz-Affäre weiß, dass die Bundeswehr ihre eigene „Staatsanwaltschaft“, sprich: Militärgerichtsbarkeit, braucht. Operiert er da nicht wie jeder Säufer, der zwar weniger trinken will, aber immer mehr in sich reinschüttet? Sollten wir nicht langsam ernsthaft über die Gründung der „Anonymen Politiker“ nachdenken?

Oder was sollen uns „Statistiker“ bringen, die uns und die Regierung darüber informieren, dass der harte Winter hunderttausende Deutsche den Job kostet – und die Arbeitslosenquote im Januar um 0,8 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent steigen lässt. Darin dann auch sofort die gute Nachricht erblicken, weil „saisonbereinigt“ die Zahl der Erwerbslosen fast gleich geblieben sei. Das heißt doch nichts anderes, als dass es uns besser ginge, wenn es draußen nicht so kalt wäre. Am Besten ginge es uns demnach, wenn wir gar kein Wetter hätten. Zumindest kein spürbares.

Welche Maßnahmen sollen denn aus solchen Statistiken abgeleitet werden? Mehr Klimagrenzwertpolizei? Mehr CO2-Häscher? Vielleicht auf 1-Euro-Job-Basis? Was bleibt für Politiker, Kanzler, Präsidenten und G20-Vorsitzende zu tun, wenn es laut Statistik „das Klima“ ist, das uns umbringt? Und es dann auch noch zwei, sich in ihrer Aussage diametral entgegenstehende, Klima-Statistiken gibt? Nach den Statistiken des deutschen Arbeitsamtes ist es die Kälte. Nach anderen, inzwischen schon in Zweifel gezogenen Statistiken, die „allgemeine Erwärmung“. Wer blickt da noch durch und kann einen kühlen Kopf bewahren, um zur Lösung der Probleme wirklich einen Beitrag zu leisten?

Wo sollen denn der Verstand und die Vernunft herkommen, wenn die ganze Welt vollkommen verrückt spielt und dabei jeder einzelne Mensch doch nichts anderes tut, als sich völlig „systemlogisch“ zu verhalten? Von welchem Verstand und welcher Vernunft reden wir?

Wenn es kein Virus ist, das die Menschheit befallen hat und uns den Verstand raubt, wenn RTL und Pro 7 es nicht geschafft haben, uns insgesamt und vollkommen zu verdummen, wenn es nicht das Klima ist, das unseren Ruin begründet und Siemens dazu bringt, 2.000 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen – und wenn es auch nicht an der immer schlechter werdenden „Charakterverfassung des Volkes“ liegt… was ist es dann? Was ist es wirklich, das früher nur in anderen Ländern die Menschen verarmen ließ, doch heute sogar Amerikanern und Europäern die Existenz raubt?

Das Wichtigste ist, dass wir es wissen wollen. Wirklich wissen wollen, was die Ursache unserer Probleme ist. Dazu müssen wir uns immer deutlicher und klarer von allen Scheinlösungen distanzieren, die in allem Möglichen die Ursache erblicken, nur nicht dort, wo sie tatsächlich ist. Alle Klima- und Charakterursachen können wir ohne weiteres Nachdenken streichen. Auch alle marxistisch untermauerten Analysen dürfen wir getrost zur Seite packen, denn sie haben ihr Scheitern bereits hinter sich. Theologisch oder religiös motivierte Erklärungen fallen auch nicht unter die Rubrik „sachdienliche Hinweise“. Und Erklärungsmuster, die darauf hinauslaufen, dass es eben „mal gut und mal schlecht“ für die Menschheit läuft und die gegenwärtigen Nöte nicht zu vermeiden sind, dürfen auch in den Papierkorb wandern. Sonst wäre ja das ganze Gerede um den „Change“ nichts wert.

Wenn wir nach dem Auschlussprinzip vorgegangen sind, dann stehen wir irgendwann tatsächlich vor der Frage:

„Was ist die wirkliche Ursache für unsere wirtschaftlichen Probleme?“

Mit dem Wunsch nach Wahrhaftigkeit und „real existierender Logik“ sollten wir uns als Erstes ausstatten. Des Weiteren sollten wir uns eine gewisse Rastlosigkeit und Unerbittlichkeit aneignen – denn bevor wir die Sache nicht wirklich verstanden und unsere ökonomischen Probleme nicht wirklich gelöst haben, sollten wir weder rasten noch ruhen. Denn es sind nicht die ökonomischen Probleme „der anderen“, die da am Gange sind – es sind die unseren. Zu 100 %. Wenn nicht heute, dann in baldiger Zukunft. Und sie sind nicht von schlechten Eltern. Die Probleme.

Daher brauchen wir auch noch die Einsicht, dass wir alle gefragt sind und jeder Einzelne von uns wichtig ist, in dem Prozess, der zu mehr Wissen, Kompetenz und Know How in Wirtschaftsfragen für uns alle – einschließlich unserer zukünftigen Politiker und Präsidenten – führen wird. Fangen wir einfach beim Geld an mit unseren Fragen: Was soll Geld für uns leisten? Wozu haben unsere Vorfahren Geld überhaupt erfunden? Was ist Geld? Was ist Geld ohne Waren? Und was sind Waren ohne Geld? Wie muss das Geld beschaffen sein? Wie muss das Geld volkswirtschaftlich verwaltet werden? Und von wem? Was gibt es alles über das Geld zu wissen?

Lesen Sie hier oder hier. Oder auch hier. Immer wieder. Bis wir gemeinsam genügend Verstand und Vernunft in Währungsfragen aufbringen, um zur „kritischen Masse“ zu werden, die es braucht, um die Verhältnisse grundlegend zu ändern. Lassen wir Obama feurige und schöne Reden halten und ärgern wir uns nicht über Sarkozys bedeutungslose Galanterie.

Wir gemeinsam stellen die Fragen. Und wer fragt, der führt.

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