.

…soll es geben. Laut Forbes. Die Liste der reichsten Menschen wurde mal wieder auf Vordermann gebracht und wäre weiter nicht interessant.

Doch eine Folgerung, die Magazin-Herausgeber Steve Forbes aus der aktualisierten Liste zieht, kann nicht unkommentiert bleiben. Er verrät uns nämlich: „Nach unseren Recherchen verfügen 1.011 Menschen über mehr als eine Milliarde Dollar. Das sind deutlich mehr als im letzten Jahr mit 793, aber weniger als 2008 mit 1.125. Das ist für uns aber ein Zeichen, dass sich die Wirtschaft erholt.“

Es ist der letzte Satz von Steve Forbes, der die gesamte Dramatik unserer Ökonomie zum Ausdruck bringt und gleichzeitig auch die absolute Ignoranz, Unwissenheit und geistige Umnachtung prominenter Wirtschaftsakteure dokumentiert.

Mehr Milliardäre sollen ein Zeichen für die Erholung der Wirtschaft sein. Wenn also 218 Menschen von 7 Milliarden Weltbevölkerung wieder mehr als eine Milliarde Dollar haben, dann können wir aufhören, uns all zu große Sorgen zu machen? Wie viel sind denn 218 Menschen und wie viel 7 Milliarden?

Gestern Abend kamen bei einer einzigen, ganz normalen Wohnungsbesichtigung im Berliner Stadtteil Neukölln etwa 200 Menschen zusammen. In diesem Kontext betrachtet, ist es eine ungeheure Masse an Menschen, die da aufgelaufen ist. Vor allen Dingen verrät uns diese Ansammlung der 200 deutlich mehr über den tatsächlichen Stand der Dinge, als die Forbes-Liste.

Wie viele Wohnungen in Berlin-Neukölln kann man mit einer Milliarde (ob Euro oder Dollar sei an dieser Stelle egal) mieten? Bei einer Miete von 1.000 Euro im Monat sind das 1 Millionen Wohnungen. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 23 Millionen Wohnungen, die zu vermieten sind. Das heißt, dass einige Leute aus dem oberen Teil der Forbes Liste locker ganz Deutschland mieten könnten und immer noch Geld für den Einkauf übrig hätten. Die letzten 100 Milliardäre könnten dann leider nur noch städteweise anmieten. Wenn also wieder ein paar wenige Menschen mehr ganze Städte anmieten können, dann sollen wir das als Zeichen wirtschaftlicher Erholung werten?

So ist es aber nicht. Denn die Wenigen, die ganze Städte mieten könnten, brauchen ja keine Mietwohnung. Denn viele der Mietwohnungen gehören ihnen ja schon. Und je mehr Milliardäre es gibt, umso mehr Mietwohnungen wandern in die Hände dieser höchst überschaubaren und dünn besetzten Truppe. Das Heer der „Schlecht- und Zu-teuer-Wohner“ sowie die Legionen der Wohnungslosen werden dabei natürlich größer und sind schon heute nicht mehr ganz schnell durchgezählt.

Doch weg von den „Versagern und Verlierern“. Befassen wir uns doch lieber mit den Forbes-Milliardären. Einige wenige davon werden als „Selfmade-Milliardäre“ bezeichnet. Und nun wird es wirklich spannend. Selbst wenn wir von einem astronomischen Stundenlohn von 1.000 Euro ausgehen und von einem 10 Stunden Arbeitstag, dann müsste ein Selfmade-Milliardär immer noch 100.000 Arbeitstage hinter sich bringen, um die Milliarde „selbst gemacht“ zu haben. Dabei darf aber auch kein Cent Steuern abgezogen werden und Brutto muss gleich Netto sein. Einhunderttausend Arbeitstage. Das wären über 273 Jahre, wenn man auch Sonn- und Feiertags durchackert. Bei einem „Mindestlohn“ von 10 Euro halt 100 Mal mehr Jahre. Über 27.300 Jahre. Ein paar Jahre mehr oder weniger dürften bei diesem Zeitraum, der ungefähr der Halbwertszeit von Plutonium 239 entspricht, nicht mehr ins Gewicht fallen.

Wenn ein Milliardär seine Milliarde also „selbst gemacht“ haben will, dann nur, wenn er einer Dynastie von Geldfälschern angehört. Die „normalen Milliardäre“ werden Milliardäre durch Arbeit. Selbstverständlich nicht durch ihre Arbeit, das haben wir gerade bewiesen. Aber durch die Arbeit anderer. Ganz vieler anderer. Nicht, dass man deshalb seinen Teil direkt beim Milliardär um die Ecke abzuliefern hätte. Keineswegs. Die Umverteilung funktioniert heute so geräuschlos und völlig anonymisiert über den Zins, dass viele glauben, es gäbe gar keine Ausbeutung mehr. Oder nur der Arbeitgeber würde einen ausbeuten, wenn man Überstunden schieben soll.

Das alles ist nicht richtig und so wenig stimmig wie die Folgerungen des Steve Forbes aus seiner Forbes-Liste der Reichen. Es gibt keine „Selfmade Milliardäre“ und die ökonomische Ausbeutung, bis hin zur physischen Vernichtung von Milliarden Menschen, kommt erst richtig in Schwung. Das Problem liegt nicht darin, dass die weniger Begünstigten neidisch auf „die Reichen“ sind. Selbst wenn keiner mehr neidisch wäre, würde dieses Wirtschaftskonzept nicht aufgehen. Da wir ganz lebendige Wesen sind und eben keine Spielfiguren beim Monopoly oder Avatare in „Second Life“, geht es um das Überleben von fast 7 Milliarden Menschen „in realer Echtzeit“ sozusagen.

Wenn die Umverteilung durch die Zinsfunktion nicht gestoppt wird, dann sind alle Menschen bedroht und die 1.011 reichsten Menschen der Welt werden auch nichts mehr von ihrem Vermögen, geschweige denn von ihrem Rang in der Forbes-Liste haben. Da geht es ihnen ganz genauso wie Krethi und Plethi, die auch nichts mehr von ihrem sauer verdienten und eisern gesparten Geld haben werden, wenn wir nicht bald zu einer stabilen Währung finden. Dass die Lösung nur in einem Geld liegen kann, das von seiner Beschaffenheit her den Waren, die es tauschen soll, gleichgestellt ist – darüber informieren wir auf diesen Internetseiten.

Share

Banner

FacebookMySpaceTwitterDiggDeliciousStumbleuponGoogle BookmarksRedditNewsvineTechnoratiLinkedinMixxRSS FeedPinterest

Wer ist online

Aktuell sind 64 Gäste und keine Mitglieder online

News

  • First parts of the content of this website are now available in english language. In the upcoming time we will translate more and more of the vital economic informations we offer on our pages into various languages. In the moment the following articles are at your disposal:

    Our mission
    The problem
    The solution

Zum Seitenanfang