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leere TaschenWie schnell sich die Täter-Opfer-Rollen in einem Spiel ändern können, macht das ernsteste aller Spiele, das Finanzspiel, deutlich.

War die Welt sich gestern noch einig, dass die reine Orientierung eines Unternehmens am „shareholder value“ ein Teil des Problems ist, so will man heute die Rolle der Aktionäre, der Shareholder, wieder verändern. Zum Positiven.

 

Präsident Obama hat in seiner aktuellen 5-Punkte-Rede dargelegt, dass ein Instrument zur Bewältigung der Finanzkrise in der „Stärkung des Mitspracherechts der Aktionäre“ bestehe. Diesen Vorschlag muss man sich mal ganz genau überlegen. Vor zwei Jahren wäre er für solch einen Satz noch im Facebook „gesteinigt“ worden und er hätte es sich damals auch sicher selbst nicht träumen lassen, dass er so etwas jemals von sich geben würde. Aber er hat ihn ja propagiert und mit dieser Propaganda sogar die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen: The Change. Yes, we can!

Nun ist klar, was wir „können“ und was sich geändert hat: Waren gestern noch die Aktionäre die „schlimmen Finger“, die Täter eben, so sind sie heute die Opfer! Die Opfer der Finanzkrise. Genauer gesagt: Die Opfer der aktuellen Täter in der Finanzkrise. Mithin die Opfer der Banker, Wertpapierhändler und Unternehmensvorstände. Die hatten bis vor kurzem noch die Rolle der dienstbaren Geister zu erfüllen, die den finanziellen Ertrag der Aktienpakte zu garantieren hatten. Genau dafür wurden sie doch bezahlt. Doch wenn aus eingebildeten Gewinnern – dem großen Heer der unteren und mittleren Chargen der Aktionärswelt – tatsächliche Verlierer werden, dann geht es zur Sache. Und wo gehobelt wird, da fallen Späne.

Auch ein US-Präsident kann nicht gut schlafen, wenn das eigene Aktienpaket – und das vieler seiner Freunde – plötzlich nichts mehr wert ist. Auch ein Obama macht sich dann – ganz seiner Profession als Jurist verpflichtet – auf die Suche nach dem Dieb. Nach den Schuldigen. Nach den Tätern. Und die hat man nun ausgerechnet in jenen ausgemacht, an die man sich zwingend wenden muss, wenn man durch das Aktiengeschäft, das „Geld mit Geldverdienen-Geschäft“, auf die Sonnenseite des Lebens gelangen will: Die Banker. Aus einer großen Liebe, aus Zuneigung und Interessensgleichheit wird zunächst Unmut, dann Ärger und bald darauf lodernder Hass – so, wie es ja bei vielen Ehen sein soll. Wenn es im richtigen Leben allerdings noch die Möglichkeit gibt, sich scheiden zu lassen, gibt es diese im falschen Leben – im Kapitalismus – nicht. Aktionäre und Banker und Vorstände und Präsidenten bleiben fest aneinander gekettet und können nur gemeinsam ertrinken. Das gemeine Volk ertrinkt selbstverständlich mit – sofern nicht längst schon untergegangen ist.

Würde Obama denken können, dass wir mit den „herkömmlichen Mitteln“ das drohende Elend – noch mehr Arbeitslose, noch mehr Staatsverschuldung, noch mehr Insolvenzen, noch mehr Kriminalität, noch mehr Hunger – nicht verhindern können, dann würde er vielleicht schweigen. Si tacuisses, öconomicus mansisses. Damit wäre schon viel gewonnen. Wenn alle schweigen würden, die nicht wirklich etwas zur Überwindung der Finanzkatastrophen beitragen können. Es würde natürlich ungemein still werden in der Wirtschaftswelt. Das Managermagazin und das Handelsblatt hätten nur noch blanke Seiten im Angebot. Anne Will würde regelmäßig „entfallen“ und in den Parlamenten würden Saaldiener und Sicherheitsleute miteinander Fangen spielen. Die Hörsäle in den volkswirtschaftlichen Fakultäten wären verwaist und die Professoren könnten ihre Lehrstühle mit nach Hause nehmen und auf den Dachstuhl packen.

Das ganze Affentheater – und jeder „normale Mensch“ weiß, dass es nichts als ein Affentheater ist, das uns täglich neu wie ein Murmeltier grüßen lässt – dieses Affentheater also findet nur deshalb statt, weil wir alle ein wichtiges Detail im Geldspiel übersehen. Beim Geld handelt es sich um eine Sache, die an sich keinen Wert hat! Sogar Sammelbilder von Fußballspielern sind schöner und interessanter und auch zur Tapete taugt der Geldschein nicht viel. Wer immer auf der Jagd nach Geld ist, der ist auf der Jagd nach anderen Dingen. Nach den Dingen, die man sich mit dem Geld kaufen, für sein Geld eintauschen kann. Auch der Aktionär wird – auf lange Sicht gesehen – nur an einem kaufkräftigen Geld Interesse haben. Millionengewinne sind weniger wert als ein Staubkorn in der Wüste, wenn man für eine Milliarde noch nicht einmal mehr ein Butterbrot bekommt.

Geld macht nur Sinn in seiner Verbindung zur Ware. Doch diese Verbindung ist auseinander gerissen. „Lieber mit Geld, Geld machen, anstatt mit Ware“, war lange die Devise der „Cleveren“. Und nun gehören die Cleveren plötzlich zu den Verlierern. Entweder weil sie Aktionäre sind, oder weil sie Banker sind. Doch das ist noch nicht die letzte Strophe des Liedes! Wir alle gehören zu den Verlierern, wenn wir unser Hauptaugenmerk nicht bald auf „stabile Preise“ richten. Erst mit stabilen Preisen wird es unmöglich, die Beziehung Ware und Geld auseinanderzureißen und in der Folge alle Beziehungen zu zerstören, die irgendwie vom Geld berührt werden: Aktionär und Vorstand, Sparer und Banker, Kreditgeber und Kreditnehmer, Unternehmer und Angestellter, Mann und Frau, Eltern und Kinder.

Niemand auf der Welt existiert, ohne mit Geld in Berührung zu kommen und wer nicht gerade als nackter Eingeborener auf Papa Neuguinea leben will, der muss es auch zu einem Teil seines Lebens machen. Es in die täglichen Interaktionen integrieren: Brötchen kaufen, Brötchen backen, arbeiten gehen, Handwerker beauftragen, Taschengeld verteilen, Brautgeld und Geld fürs Alter ansparen, und und und. Wenn dieser wichtige Gegenstand aus Papier nicht zu 100 Prozent richtig funktioniert, dann haben wir alle irgendwann einmal ausgejubelt. So wie alle Hochkulturen der Vergangenheit!

Wer glaubt, dass dies alles doch eine „blödsinnige Übertreibung“ wäre, oder „die da oben“ doch noch eine Lösung finden, oder dass die Natur sich „auf ihre Erholung freuen“ würde, wenn der Mensch die Erde nicht mehr so zahlreich bevölkert, der gehört zu jenen, die den Mund halten sollten! Denn sie haben bereits gesagt, was sie wussten. Und dieses Wissen hat uns nicht weiter als bis zum heutigen Status Quo geführt. Und der heutige Status Quo ist der, dass alles nur immer schlimmer wird für immer mehr von den 7 Milliarden Menschen, die gegenwärtig diesen Planeten bevölkern. Und dies wird solange weitergehen, bis wir verstehen und uns eingestehen, dass Geld eine Sache ist, die bisher weder die Allgemeinheit, noch einer aus dem Kreis der Milliardäre oder der zahlreichen „Wirtschaftexperten“ und „Finanzminister“ rund um den Globus verstanden hat.

Doch wir müssen das Geld verstehen! Wir müssen verstehen, dass es eine Lösung gibt! Sonst geht es so lange abwärts, bis keiner von uns mehr existiert! Die Frage ist also: Wer macht es? Wer befasst sich mit dem Thema? Wer traut sich das zu? Wer liebt das Leben wirklich? Um noch einmal auf die Überschrift Bezug zu nehmen: Die wirklichen Opfer der „Finanzkrise“ sind wir alle. Wirklich ALLE! Deshalb ist es auch so wichtig, dass möglichst viele Menschen zur ersten Währungsdemonstration kommen!

 

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