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NeandertalerAußer Freigeld ist alles Utopie. Alles außer Freigeld ist Utopie. Außer Freigeld ist alles Utopie. Alles außer Freigeld ist Utopie. Damit könnten wir diesen Artikel eigentlich beenden.

Für einige, die sich angewöhnt haben, das Geld mit Ablaufdatum, das so genannte „Freigeld“, als „Utopie“ abzutun und die vorgeben, genau zu wissen, dass Freigeld „niemals umgesetzt werden wird“ – wobei die beliebteste Begründung lautet, dass „die da Oben das niemals zulassen“ –, mag diese Behauptung befremdlich klingen. Dennoch ist sie richtig. Wie alles, was wir über das Thema „Geld und Währung“ sagen und schreiben.

Nun werden noch diejenigen sich abwenden wollen, die den vorangegangenen Satz als „Anmaßung“ empfinden und fest in der Gewissheit leben, dass „keiner von sich behaupten könne, er wisse, wie es wirklich geht“. Ein bisschen Ungewissheit und Zweifel an sich selbst, etwas mehr Unentschiedenheit und „Bescheidenheit“ natürlich auch, sollte ein Mensch schon mitbringen.

An dieser Stelle fragen wir Freiheitswerker uns, ob die Menschen – allgemein betrachtet – Ungewissheit, Zweifelhaftigkeit, Unentschiedenheit und Bescheidenheit auch bei den Auto- und Häuslebauern dieser Welt gerne sehen würden? Ist es uns nicht wesentlich lieber, die Konstrukteure und Erbauer unserer Gefährte und Behausungen wissen ganz genau was sie tun? Erst recht unsere Apotheker, Elektriker und Reaktormitarbeiter? Ist es uns nicht lieber, dass Menschen, die sich um Dinge kümmern, um die wir uns nicht kümmern können oder wollen – weil wir anderes zu tun haben – ihre Autorität aus ihren erzielten Arbeitsergebnissen ableiten, anstatt auf Titel, Rang, Position und gehaltene Reden zu verweisen?

Was ist ein Bauingenieur wert, der zwar von Statik schwafelt, sie aber nicht in seinen Arbeitsalltag zu integrieren weiß und alles Wissen um Schneelasten, Tragwerklasten und finite wie infinite Elemente vom Schreibtisch fegt und einfach mal drauflos baut?  Beim ersten Riss in der Mauer würde er sofort zu Schadenersatz herangezogen und wenn das Bauwerk nicht einmal so lange halten würde, um den Erben noch ein Dach über dem Kopf zu gewähren, wäre er beruflich erledigt. Nicht so unsere Volkswirtschaftler und „Währungshüter“.

Das „Knowhow“ dieser „Experten“ reicht nicht einmal aus, um ihren Kunden – also uns allen – eine komplette Lebensspanne ohne Brennesselsuppe zu ermöglichen! Um im Bild zu bleiben: Würden unsere Bauingenieure so herumpfuschen wie unsere Währungshüter, dann würden unsere Bauwerke von Anfang an mit Rissen in den Wänden gebaut werden, nach einigen Jahren würden mal mehr oder weniger große Brocken von der Decke fallen und nach 60 Jahren hätten wir es mit einem Kartenhaus aus Steinen zu tun, das nur noch solange hält, wie in rasendem Tempo weitere Stockwerke auf das marode Gebäude aufgepfropft werden können. Bei welchem Stockwerk ist Schluss? Sind es schon die Milliarden zur Rettung Griechenlands – oder erst die zur Rettung Spaniens, Portugals oder Italiens?

Das kann uns wiederum keiner sagen, der eine Ausbildung in Volkswirtschaft, Wirtschafts- oder Finanzpolitik hinter sich hat. Die ganze vornehme und gebildete Gilde streitet sich vor laufender Kamera darüber, ob wir mit den Aufstockungsarbeiten am Kartenhaus aufhören sollten, oder ob wir im Gegenteil die Menschen zum noch schnelleren Mauern bei geringerer Entlohnung zwingen sollten? Ob wir uns da nicht lieber einfach alle ins Freie begeben und mit friedlichen Menschenketten und Teelichtern gegen die Arbeitslosigkeit demonstrieren sollten? Die etwas reizbareren Naturen glauben, dass Steine, Benzinbomben und Barrikaden mehr ausrichten würden gegen die unaufhaltsame Umverteilung von Geld und Einkommen. „Utopisten!“, möchte man da rufen: „Ihr seid alle Utopisten!“ Und noch genauer: Anhänger der Dystopie und Kakotopie! (Mensch möge googeln.)

Wir sollten uns einig sein, dass eine funktionierende Währung die Grundlage für unser Wirtschaften, mithin für unser Überleben – auch jenes in Saus und Braus – bildet. Wir sollten weiter darin übereinstimmen, dass wir keineswegs eine funktionierende Währung haben und bald wie Lemminge in den Abgrund stürzen, wenn wir uns nicht endlich anderen Währungs- und Geld-Autoritäten zuwenden als die bislang „akkreditierten“, die sich schon lange selbst durch ihr Unvermögen diskreditiert haben – und dabei auch noch große Vermögen angehäuft haben!

Die Schwierigkeit, der wir gegenüberstehen, ist, dass man „die Währung“ nicht sehen und nicht anfassen kann. Wenn sie nicht funktioniert, immer schlechter funktioniert und am Ende ganz zerrüttet ist, dann können wir sie immer noch nicht sehen, auch wenn wir daran zugrunde gehen. Ganz genauso wie bei Radioaktivität. Keiner kann sie sehen, fühlen, schmecken und doch ist sie tödlich. Ein Riss in der Reaktorhülle – und es ist um uns geschehen. Ein Leck im Geldsystem – und es ist auch um uns geschehen! Wie wir dieser Tage sehen. In Griechenland und andernorts.

Einen Bauingenieur, der „nicht auf drei zählen“ kann, können wir nicht gebrauchen. Einen Volkswirtschaftler oder Politiker, der in Wirklichkeit nur „ich“, „mein“ und „mir“ kennt, ebenso wenig! Und Leute in verantwortlichen Positionen, die nur so „tun als ob“ brauchen wir erst Recht nicht. Um uns der Unfähigkeit und Inkompetzenz in diesen Reihen zu entledigen, müssen wir allerdings uns selbst befähigen, uns selbst „schlau machen“ und endlich selbst anfangen, uns um das Thema Währung zu kümmern. Und das wie Profis! Noch mehr gutmeinende Laien brauchen wir nämlich auch nicht auf diesem Gebiet.

Doch zurück zum Titel des Artikel: „Alles außer Freigeld ist Utopie“. Wenn wir keine Änderungen am Geldwesen vornehmen, dann wird das menschliche Zusammenleben nicht mehr lange so aussehen, wie es heute noch aussieht. Ohne weltweit funktionierende Arbeitsteilung – und die kann nur ein funktionierendes Geld auf Dauer ermöglichen – bricht unser aller Leben so weit zusammen, dass am Ende nur noch wenige Barbaren übrig bleiben werden. Das ist eine absolut utopische Vorstellung. Dystopie und Kakotopie in Reinkultur. Man kann sich solche Zukünfte zwar noch ausdenken, doch es ist und bleibt unser Ende. Wenn wir unseren Kindern und Kindeskindern einen noch bewohnbaren und lebenswerten Planeten hinterlassen wollen, dann ist ein Geld mit Ablaufdatum die einzige Option, die wir in „monetärer“ Hinsicht haben. Freigeld ist eine Zwangsläufigkeit, eine unbedingte Notwendigkeit, wenn wir auf ausreichend Nahrung für alle, schöne Unterkünfte und schöne Hüllen, TV und Kabelfernsehen, Facebook und Laptop, Auto, Züge, Kinofilme, Schulen, Krankenhäuser, Asphalt, Aspirin und Penicillin, Zahnimplantate und Chirurgen Wert legen. Wenn wir auf all das verzichten wollen, dann wird die Erde freilich nicht untergehen, aber eine Menschheit und Kultur mit Schriftzeichen und Musik wird es vielleicht nie mehr geben, auch in Millionen von Jahren nicht. Wer eine unbedingte Notwendigkeit, eine fundamentale Voraussetzung als „Utopie“ bezeichnet, hat nicht alle (Informationen) beisammen.

Daher: Lesen Sie die Texte von Silvio Gesell im Original -  oder zumindest anfänglich vermittelt durch unsere Artikel.

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