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ZeitungsenteEs gibt Fragen, die führen ins Nirwana und es gibt Fragen, die führen auf den Grund. Erstere beginnen oftmals mit „Warum?“, letztere mit „Wozu?“

Wozu sollen die Steuern steigen? Wozu soll es „Bürgerarbeit“ geben? Wozu Entlassungen und Kurzarbeit? Wozu soll „gespart“ werden, wenn der Vorgang treffender mit „gekürzt“ beschrieben wäre? Wozu sollen Studenten, Arbeiter, Arbeitslose, Unternehmer und Manager – ja auch die – „den Gürtel enger schnallen“? Wozu das alles?

Diese Fragen klingen vielleicht ungewohnt. Sind wir es doch gewohnt, nach dem „Warum?“ zu fragen. Auf das Warum können wir leicht antworten. Da hat jeder eine Antwort, sogar eine eigene. Und dass die stimmt, da ist sich jeder sicher: „Weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben.“ Oder: „Weil der Kohl die Wiedervereinigung so teuer hat werden lassen“. Oder: „Weil die Leute alle zu faul geworden sind und lieber rauchen und saufen, anstatt ihre Kinder ordentlich mit Pausenbrot zu versorgen“.

Manche Antwort lautet auch so: „Weil schon die Mayas das Ende der Welt für 2012 prophezeit haben.“ Oder schlicht: „Weil es nicht mehr so weitergehen kann wie bisher…“ …mit der Gier, den fiesen Unternehmern, dem Geiz, dem Wachstumswahn, dem hohen Ölverbrauch, der Umweltverschmutzung, dem CO2 oder auch dem Larifari-Leben. Fragen wir nach dem „Warum“, dann erhalten wir Gründe. Und zwar ungefähr genau so viele verschiedene Gründe, wie wir Leute nach dem „Warum“ befragen. Und alle Gründe, die wir hören, hinken mächtig. Meistens kann ein Grund für sich alleine genommen nicht stehen bleiben – zu brüchig, löchrig und unlogisch hört er sich an. Deshalb werden dem einen hinkenden Grund zur Abstützung noch ein paar Krücken beigefügt – und am Ende ist dann einfach alles „Shit“… aber leider nicht zu ändern.

Das ist in etwa der Verlauf der Gespräche, die landauf landab in Kneipen, Kirchen und Kabinetts über die missliche Wirtschaftslage geführt werden. Vor laufender Kamera wird das Ganze etwas akademischer und auch propagandistisch aufgepeppt daher gebracht, manchmal sogar philosophisch untermauert, doch im Wesentlichen sind die Informationen, mit denen man etwas anfangen könnte, auch hier selbst mit dem feinsten Hörgerät nicht zu vernehmen. Die Antworten auf die Frage „warum“ sind einfach untauglich, weil wir auf diese Art und Weise nichts über die Interessenslagen – auch die eigenen – preisgeben müssen. Auf die Frage „warum“ findet sich immer ein Schuldiger: Der oder die anderen!

Das Spiel wird natürlich wechselseitig gespielt und bald gelangen wir zum Höhepunkt des Spiels, an dem sich jeder Einzelne von uns sowohl in der Liste der Täter als auch der Opfer wiederfindet. Das ist dann die „Nullrunde der Nullrunden“. Dabei ist das Ende der politischen und ökonomischen Argumentationsstränge ebenso langweilig wie belanglos, weil auf jeden Fall falsch.

Schauen wir also, ob wir mit der Frage „wozu“ weiterkommen und eventuell Antworten erhalten, die mehr Sinn machen und den Wahnsinn erklärlich. „Wozu?“ erzwingt eine stimmige Antwort, einen „triftigen Grund“. Logische Kausalketten müssen hin zur Ursache führen und erst wenn wir dort angelangt sind ist es nicht mehr weit bis zu den Antworten, die tatsächlich helfen. Antworten, die klar herausstellen, worin das Problem genau besteht, was genau schief läuft und was tatsächlich geändert werden muss, um andere Ergebnisse hervorzubringen.

Wozu also werden Steuererleichterungen auf den Weg gebracht, die doch nur die Abgabenlast für die Bürger erhöhen? Wozu wird „Zwangsarbeit“ unter dem Begriff „Bürgerarbeit“ wieder diskutiert und bald vermutlich auch eingeführt? Wozu „gespart“, wo in Wirklichkeit „gekürzt“ wird? Wozu wird das Ganze veranstaltet und wozu wird dies alles überdies noch mit irreführenden Begriffen kaschiert? Beantworten wir den ersten Teil der Frage: Wozu wird gekürzt, gestrichen, entlassen und dann wieder zur Arbeit zwangsverpflichtet? Die Antwort ist frappierend: Um uns „unser aller Zinsgewinne“ zu erhalten! Wegen der Millionen Zinsgewinne pro Nacht für einige ganz wenige echte „Winner“ ebenso wie für die wenigen hundert Euro jährlich, die die breite Masse der Sparer „ungearbeitet“ einstreichen kann.

Da wird man doch stutzig. Wieso sollten wir alle derart hartnäckig belogen werden, wenn es doch am Ende um Gewinne für alle geht? Für fast alle, zumindest. Einige wenige gewinnen dabei unglaublich viel. Viele Menschen gewinnen „mehr oder weniger“. Die meisten eher weniger – doch immerhin. Und der große Rest der Masse verliert doch dabei nichts, weil er ja eh nichts hat, oder? Also ist kein Verlierer weit und breit zu erkennen. Wozu also sollte sich Ursula von der Leyen nicht vor die Kamera stellen und sagen, dass sie die „Zwangsarbeit“ nur deshalb vorschlägt, damit wir alle weiter gewinnen? Oder weshalb sollte Schäuble die kommenden Steuererhöhungen nicht einfach damit bewerben, dass wir nur so „weiterhin unsere Zinsgewinne einfahren“ können? Ganz einfach: Sie alle lügen, bis sich die Balken biegen, weil das einfach nicht stimmt! Weil die Zinsgewinne uns alle – wirklich alle – ruinieren. Weil sie uns die Existenz kosten und am Ende auch unsere gesamte Kultur, wenn nicht bald etwas geschieht.

Es gibt keine Zinsgewinner!

Wir sind alle Zinsverlierer, auch die Reichen und Superreichen, bei denen unterm Strich nominell einige Millionen oder Milliarden „hängen bleiben“. „Ungearbeitet“, versteht sich. Sollte sich nicht auch in diesen Kreisen schon herumgesprochen haben, dass man Geld nicht essen kann? Will man dort etwa gar nicht wissen, dass alles Essbare nur deshalb auf den Tisch kommt, weil es seinen Weg aus der Erde über den Produzenten hin zum Verbraucher nur dank eines funktionierenden Tauschmittels gefunden hat? Werden wir mit Zwangsarbeit und Militäreinsätzen mehr Kartoffeln auf den Tisch bekommen? Oder Kaffee, Prosciutto di Parma, Feigensenf, oder Sonstwas? Nein! Und sollte der „gewonnen“ haben, der vielleicht ein Jahr länger am Leben bleibt, weil der Zins ihn im Laufe von Generationen nach „ganz oben in der Nahrungskette“ expediert hat? Ist eine Kette auch dann noch eine Kette, wenn alle Glieder außer dem meinen nicht mehr existieren?

Fassen wir zusammen: wir sind alle auf dem Weg zum Hades und das, was uns dahin bringt, wird mit allen Mitteln hochgehalten und verteidigt, bloß damit wir nicht vom Weg abkommen! Festen Grund unter den Füßen werden wir erst dann wieder haben, wenn alle Güter und Waren, welche die Gemeinschaft der Menschen erwirtschaftet, auch der ganzen Gemeinschaft zu Gute kommen. Wenn unser Geld „Freigeld“ ist. Frei verfügbar für alle Menschen. Zinsfrei versteht sich. Durch das idiotische Zinsspiel fallen heute – sichtbarer denn je – immer größere Teile der Gesamtwirtschaftsleistung an die spärlich besetzte Garde jener, die uns das Geldkapital zur Verfügung stellen, denn die Zinsfunktion ist nunmal eine so genannte „Exponentialfunktion“, deretwegen „der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt“.

Wozu soll das gut sein? Für die Natur, die sich angeblich freut, wenn der Mensch sie nicht mehr schindet? Wieviel Natur bleibt denn noch übrig, wenn der Mensch verschwindet und wie sieht diese Natur dann aus, beziehungsweise: Wer sieht sie dann an? Leider verschwendet unser Kollektiv immer noch viel mehr Energie auf „Mad-Max-Szenarien“ als auf die Idee eines „Paradies auf Erden“. Und dies, obschon wir wissen könnten, dass wir letztlich das bekommen, woran wir am Intensivsten denken. Da geht es dem Kollektiv nicht anders als dem Individuum. Wäre es daher nicht schlauer, wir würden unser Wirtschaften auf eine „natürliche Grundlage“ stellen? Wie aber könnte diese Grundlage aussehen und wie könnte sie heißen? Unser Vorschlag – zur Güte – lautet: „Natürliche Wirtschaftsordnung“ (NWO).

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