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Frühwarnsystem für den EuroAuf dem EU-Gipfel in Brüssel drängt besonders Deutschland auf mehr Überwachung und „Frühwarnsysteme“. Was den Staatshaushalt angeht. Merkel fordert auch „Sanktionen gegen Haushaltssünder“ bis hin zum Entzug des Stimmrechts im EU-Rat.

Eigentlich möchte man sich da vor den versammelten Gipfel stellen und „vielen Dank Frau Merkel, merci Sarcozy, muchas gracias and thanks all together“ hauchen – und dann alle nach Hause schicken. Denn zu gebrauchen ist keiner von den 27 Gipfelteilnehmern und EU-Regierungschefs. Nicht für die Bewältigung der ökonomischen Krise und nicht für die Rettung der Welt. Wofür man sie sonst gebrauchen könnte, ist nicht ganz klar und interessiert momentan auch nicht wirklich.

Auf jeden Fall steht die deutsche Forderung nach einem Frühwarnsystem im Raum. Man müsste natürlich genau wissen, wer da vor was denn eigentlich „früh gewarnt“ werden soll, damit man auch nur annähernd das richtige System konzipieren könnte. Mit welchem System könnte man sicherstellen, dass die Politiker die Warnung vor jenen Gefahren überhaupt ernst nehmen, die für viele Bürger schon grausige Realität sind? Bemüht man für diese Forderung mal wieder ein Bild, dann fallen einem nur die Dramen Vulkanausbruch und Tsunami ein. Inmitten wachsender Arbeitslosigkeit und noch schnellerer Einkommenslosigkeit, bei sinkenden Steuereinnahmen und gleichzeitig steigenden Haushaltsausgabenzum Beispiel für Zinszahlungen – wollen die Politiker rechtzeitig gewarnt werden. Vor was denn eigentlich?

Es ist so, als ob sie mitten im Tsunami oder mitten im Lavastrom herumpaddeln und ein Katastrophen-Frühwarnsystem fordern. In der Realität würde man diese Leute einfach weiterpaddeln lassen, weil es eh keine Irrenanstalten mehr gibt, doch hier bei uns, im „falschen Leben“, sitzen diese Menschen den ganzen Tag lang als Regierungschefs zusammen und werden dafür auch noch bezahlt. Mit viel gutem Geld für sehr schlechte Arbeit, wie wir schon einmal herausgearbeitet haben.

Das richtige Frühwarnsystem sollte schon im Verstand wohnen, dann müsste nicht erst versucht werden, es dort unterzubringen. Vor allen Dingen: Wer sollte denn diesen Versuch unternehmen? Überdies müssten keine großen Ausgaben getätigt werden, denn 27 Rechenschieber mit verschieden farbigen Holzperlen würden ausreichen, um gewarnt zu sein. Umfassend und früh genug.

Für den Euro ist es sowieso zu spät. Denn viel zu viele Euros wurden bereits gedruckt und noch mehr Vermögen und „berechtigte“ Ansprüche an den Markt sind bereits entstanden. Wie lange zieht sich der Euro zurück und verursacht tendenziell fallende Preise? Wann kommt Dynamik in diese Bewegung und wann der „point of no return“? Wann setzen sich dann die Geldmassen und die verbrieften Ansprüche wieder in Bewegung und wollen Dinge zum Anfassen haben? Wie viele Existenzen werden noch in der Deflation zerstört und wann kommt es zum finalen Ende des Euros?

Hier kann niemand mit einer exakten Antwort und einem genauen Datum aufwarten, falls die Politiker nur das wissen wollen. Wer kann schon genau sagen, welche Karte in einem riesigen Kartenhaus zuerst fällt und welche danach? Das Kartenhaus bricht zusammen, das war’s. Wenn die Politiker also nicht schon seit mindestens zwei Jahren gewarnt sind, mit welcher Installation sollte das dann zukünftig vor sich gehen?

Ein Geld, das sich erwiesenermaßen derart zur „Klumpenbildung“ eignet, wie das unsrige, wird uns umbringen. Früher oder später. Wer die Hyper-Deflation überlebt geht an der Hyper-Inflation zugrunde. Beim Blut ist es uns längst klar, dass die Verklumpung nur dann vermieden werden kann, wenn die Merkmale des Spender- und Empfängerblutes miteinander übereinstimmen. So müsste auch das Geld gestaltet sein. Für alle die gleiche und zugleich einzige Funktion: Tauschmittel. Alle müssen Tauschmittelbesitzer werden. Nicht so wie heute, wo wenige immer reichere Geld- und Vermögensbesitzer sind und immer mehr Menschen nichts mehr haben, nichts mehr besitzen.

Die Merkmale des Geldes müssen so sein, dass der Austausch der Waren und Güter damit weltweit reibungslos und „klumpenlos“ vor sich geht. Unser Geld verursacht Thrombosen und wenn der Geldfluss nicht durch die richtigen Maßnahmen wieder in Fluss gebracht wird, dann steht irgendwann still, was nicht still stehen darf: Die Produktion, die internationale Arbeitsteilung, der internationale Austausch.

Was wollen wir dann essen? Und was wollen die heutigen Milliardäre essen?

Wenn es nicht simple Mathematik ist, welche die Politiker warnt, was denn dann? Oder der Aufruf von Warren Buffet und Bill Gates, die große, wirklich große Teile ihres Vermögens spenden wollen. Was hat diese Männer zu diesem Aufruf bewogen? Wahrscheinlich die Einsicht, dass 99 % ihres Vermögens eben NICHT von ihnen selbst erarbeitet wurde, sondern via Zinsmechanismus Millionen Menschen ungefragt aus dem Geldbeutel gezogen wurde. Dass sie Raubgutbesitzer sind, selbst wenn sie das nie sein wollten. Und wahrscheinlich die Einsicht, dass immer mehr zahlungsunfähige Kunden immer weniger Umsatz bedeuten. Von dieser Erkenntnis ist es für einen Unternehmer dann nicht mehr weit bis zu dem Gedanken „mein Imperium fällt“. Wenn der letzte Schuldner stirbt ist das Ende des Gläubigers auch nicht mehr weit! Oder vielleicht die Befürchtung, dass man am Ende „der letzte Mohikaner“ sein wird, weil man als reichster Mann der Welt eben erst nach allen Anderen stirbt? Wie prickelnd ist denn diese Perspektive?

Wenn Warren Buffet und Bill Gates so weit gelangt sind, dass sie lieber das menschliche Spiel weiterspielen wollen, anstatt „schuldlos“ immer größere Akkumulationen des eigenen Vermögens hinnehmen zu müssen, dann müsste es für die Zinsverlierer, zu denen die meisten unserer Politiker auch zählen, doch auch möglich sein, den richtigen Weg durch das Dickicht der ökonomischen Irrlehren zu finden.

Uns ist das doch auch gelungen. Und vielen anderen mit uns auch. Das Frühwarnsystem ist schon aufgestellt, es steht bereit. Es muss nur zur Kenntnis genommen werden. Will gelesen und verstanden werden. That`s all.









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