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EZB-Chef Trichet will sich den „Spar-Falken“ um Angela Merkel anschließen. Und dies, obwohl die Menschen hierzulande in der Regierung höchstens noch „schräge Vögel“ ausmachen: „Pleite-Geier“ und „Fleddermäuse“, welche über das Eingemachte der Bürger herfallen.

Spar-Falken hat jedenfalls noch niemand gesichtet.Trichet will sich trotzdem dem Zug dieser „Geistervögel“ anschließen und schießt mit seinen drei Forderungen prompt den Vogel ab.

Die Haushaltsplanungen ihrer Mitgliedsländer soll die EU „direkt und unabhängig“ prüfen. Denkt er etwa daran, diese Aufgabe chinesischen Buchprüfern anzuvertrauen? Sollte er nicht lieber tibetanische Mönche darum zu bitten, weil die nicht nur unabhängig, sondern auch noch weise sind? Und was meint er mit „direkt“? Wäre eine „korrekte“ Prüfung nicht die bessere Wahl und ließe weniger Interpretationsspielraum zu?

Seine zweite Forderung besteht mehr oder weniger darin, einen „Bestrafungsautomaten“ auf EU-Ebene zu installieren, von dem die EU-Haushaltssünder dann ohne Zwischenschaltung eines Bediensteten ihre Quittung ausgestellt bekommen. Wie kann man Länder bestrafen, mit denen man in einem Boot sitzt, ohne sich selbst weh zu tun? Dass man sich den Herauswurf selbst des größten „Sünders“ nicht erlauben kann, hat doch die „Rettung“ Griechenlands gerade gezeigt.

Stimmrechte sollen Haushaltssünder entzogen werden, soviel erfährt man noch von Trichets automatisiertem Büßerkatalog. Doch von welchen Stimmrechten redet Trichet? Wie viele Stimmrechte kostet eine Milliarde Defizit? Versteht Herr Trichet denn überhaupt was so ein Defizit im Haushalt anrichtet? Nehmen wir einmal an, das absehbare Defizit wird nicht durch die Aufnahme neuer Schulden aufgefüllt. Dann wird eben weniger ausgegeben. Weniger Rente, weniger Geld für junge Familien. Es werden weniger Straßen gebaut, dafür mehr Krankenhäuser geschlossen. Wie viele Existenzen und Leben kostet dann wohl eine Milliarde Defizit, das nicht durch neue Schulden aufgefüllt wurde? Das bedeutet doch nichts anderes, als dass jene Staaten abgestraft werden sollen, die ihre Bürger nicht „einfach so verrecken“ lassen wollen und daher lieber noch mehr Schulden machen und versuchen, am Kapitalmarkt neue Kredite aufzunehmen.

Trichets Vorschlag könnte man als Erpressung zum Totschlag interpretieren, denn in der Konsequenz kostet er Leben. Doch das versteht Trichet nicht mehr in diesem Leben, zu sehr ist er offensichtlich schon „automatisiert“ in seinem Denken und „entmenschlicht“. Und so fordert er drittens die „Einrichtung einer unabhängige Agentur“ bei der EU-Kommission zur Budgetaufsicht. Auf gut deutsch: Kontinentale Taschengeldkommissare.

Unser Geschichtsunterricht im „West-Deutschland“ der 70iger Jahre war mehr als lausig. Doch selbst in diesem lausigen Geschichtsunterricht konnte man – zumindest auf dem Gymnasium – lernen, dass die Entscheidung des deutschen Reichskanzlers Brüning im Jahre 1930, „den Gürtel enger zu schnallen“, erst richtig die Katastrophe herauf beschwor. An dieser Wahrheit dürfte sich bis heute nichts geändert haben. Nur muss man auch noch den gesamten Kontext betrachten, in dem sich die brüningsche „Gürtelengerschnallerei“ und die heutige Spar-Falken-Schwärmerei vollziehen: Während zu Brünings Zeiten die verelendeten und hungernden Bürger noch ganz so wie zu Cäsars Zeiten in den Krieg geschickt werden konnten, um „neues Land und neue Rohstoffe“ zu erobern, dürfte Trichet da eher Pech haben. Der Pech-Vogel. Denn – wie man in Afghanistan sieht – hilft selbst ein Krieg heute nicht, um das globale Desaster aufzuhalten. Selbst wenn nun doch ein paar Berge mit wertvollem Gestein im Hindukusch „entdeckt“ wurden.

Der Krieg, der im brüningschen Sinne „helfen“ könnte, müsste größer sein. Viel größer. Weltkrieg eben. Und mal Hand aufs Herz: Wer hat heutzutage noch wirklich Lust auf so’n Scheiß? Die große Masse bestimmt nicht, nirgendwo auf der Welt. Und welcher von unseren „ältlichen“ Politikern könnte noch erfolgreich das Volk zur allgemeinen Mobilmachung motivieren? Selbst wenn man die Massen nicht mehr bräuchte, weil eine Handvoll psychotischer Söldner ausreichen würde, die Welt in Flammen zu setzen, wer würde den Befehl dazu erteilen, zum Beispiel Atombomben über China abzuwerfen?

Trichet versteht nicht, dass er schon längst am Ende mit seiner Weisheit ist – eigentlich noch nie am Anfang derselben stand – und mit seinen Forderungen nur ins  Leere laufen kann. Lösungen müssen ja immer zu Ende gedacht und gebracht werden. Halbe Sachen funktionieren nicht. Doch Lösungen, die weiter in Richtung „Gürtel enger schnallen“ gehen, sind einfach keine Lösungen mehr. Waren es damals schon nicht, auch wenn damals, nach dem großen Krieg, noch einmal eine neue Runde des idiotischen Zinsspiels gespielt werden konnte. Dass das heute nicht mehr geht, ist doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen.

Denn unsere selbst ernannten „Spar-Falken“ können noch eine Weile als Pleite-Geier über unseren Köpfen kreisen, doch auch das Ende der Geier ist gekommen, wenn es kein Aas mehr gibt! Dann, wenn alle lange genug tot sind.

Egal daher, wie lange es dauert, bis genügend Menschen die Sache mit dem Freigeld verstanden haben und egal auch, wie viele unnötige Opfer es noch im Verlauf der ebenso überflüssigen Wirtschaftskrisen geben wird: Am Ende kommen wir nicht darum herum, die Profi-Lösung anzugehen! Und das ist die Lösung, die uns Silvio Gesell schon vor über 100 Jahren aufgezeigt hat.

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