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Schwarzes Loch

Für unsere Fachleute aus Politik und Finanzwelt endet das Alphabet bei „S“. Weiter kommen sie nicht beim hektischen Nachgrübeln darüber, wie man der Wirtschaftskrisen Herr werden könnte. Auf jeden Fall gelangen sie nicht bis zum „W“, das für „Währung“ oder auch „Weisheit“ stehen könnte.

Sie bleiben immer wieder beim „S“ hängen und kommen daher auf keine weiteren Ideen außer „Steuereinnahmen steigern“, Sozialleistungen senken“ und „Subventionen streichen“. Wüssten sie weiter und kämen bis zum „W“, dann könnten sie zum Beispiel fragen „Was ist eine Währung?“ oder „Wozu brauchen wir eine Währung?“ und „Wie wird eine Währung überhaupt gemacht?“. Und kämen sie mit ihren Buchstabierkünsten erst bis zum „W“, dann wäre es sicherlich auch nicht mehr weit bis zum „Z“, das für „Zukunft für alle“ steht.

Erneut ist ein Streit um die Mehrwertsteuersätze entbrannt. Man regt sich auf, plustert sich im Namen der Gerechtigkeit auf und kann sich plötzlich nicht mehr mit dem Umstand abfinden, dass Trüffel mit nur 7% Mehrwertsteuer belastet werden, Babywindeln hingegen mit 19%. Trüffel, Kacka & Co-Misstände kosten unseren Staat Milliarden! Das hat mal wieder einer ausrechnen lassen. Nicht, dass wir große Einwände erheben würden, wenn die fachliche Kompetenz unserer Politiker in Wirtschaftsfragen bezweifelt wird. Doch so dumm können sie wohl nicht sein, uns alle gegen die Wand laufen zu lassen, nur weil sie es nicht schaffen, auf den Kauf eines Rennpferdes den vollen Mehrwertsteuersatz zu erheben.

Fragen wir uns doch: „Was würde denn unser Staat mit den ‚Trüffel- und Rennpferdmehreinnahmen’ machen?“ Grübel, grübel und studier. Wir brauchen nicht lange nachzudenken, denn die Sache ist klar: Unser Staat würde mit den Mehreinnahmen nichts anderes machen als mit den anderen Steuereinnahmen auch: In erster Linie Zinsen zahlen! Für die aufgenommenen Kredite, für unser aller „Staatsschuld“. Der Topf der Zinsbezieher wird zuerst gefüllt. Und dieser Topf wächst schneller als die gesamte Wirtschaftsleistung unseres Landes. In welcher Rasanz und auf welches Volumen der Zinstopf anschwillt, kann jeder einzelne Bürger den statistischen Veröffentlichungen unseres Landes entnehmen. Auch Politiker sollten also ohne größere Schwierigkeiten an diese Informationen gelangen können.

Dann müssen noch andere Töpfe gefüllt werden. Zum Beispiel die Töpfe für Bildungsausgaben, Sozialleistungen für Familien und andere „Hilfsbedürftige“. Alle Sozialleistungen werden einem Topf entnommen, den die Gruppe der Lohnempfänger füllt. Diese Information sollte man im Hinterkopf behalten und bedenken, dass immer mehr Ex-Lohnempfänger in diesen Topf greifen müssen, um über die Runden zu kommen - während sie gleichzeitig dabei ausfallen, den Topf zu füllen. Denn alle Töpfe werden nunmal nur von denen gefüllt, die arbeiten. Das Geld, das man zwingend braucht, um diesen „Töpfchenauffüllprozess“ aufrechtzuerhalten, kommt von den Besitzenden. Den Geldbesitzern. Sie stellen die Kredite zur Verfügung, welche die Wirtschaft braucht, um überhaupt zu funktionieren. Damit die Bäcker backen, die Kumpels Stahl kochen und die Autobauer Autos bauen können. Ohne Moos nix los. Auch kein Befüllen des Zinstöpfchens! Das wissen die Geldbesitzer und wollen das Spiel „Ich geb' dir 100, Du gibst mir 110 zurück“ so lange wie möglich weiterspielen. Dieses Spiel geht natürlich an die Substanz und nicht auf Dauer gut, denn es geht an die Substanz der Arbeitenden und mithin an die Substanz der Wirtschaft.

Vor den Steuererhöhungen, dem Streichen der Sozialleistungen – die immer noch keine milde Gaben von irgend wem sind, sondern Mittel, die von den Arbeitenden selbst erbracht werden – und vor dem Senken der Subventionen steht der Verkauf des Tafelsilbers. Der Verkauf unseres Tafelsilbers liegt nun lange genug zurück, dass sich kaum noch einer daran erinnert, was einmal im Besitz der Allgemeinheit war. Wenn alles verkauft ist, was zu verkaufen ist – Wasserwerke, E-Werke, Schienen, Wohnanlagen, Krankenhäuser – dann kann der Staat leider nicht zu den Geldgebern hingehen und die Wahrheit sagen: „Tut uns leid, wir haben nichts mehr.“ Denn würde der Staat dies tun, dann bekäme er kein Geld mehr von den Geldgebern und die Schar derer, die sich aus den mickrigen Töpfen der Sozialleistungen bedienen müssen, würde über Nacht zu einem reißenden Strom, der alle Politik hinwegfegen würde!

Gleichzeitig würde die Anzahl derer, die das Töpfchen auffüllen, schlagartig weiter dezimiert. Mindestens. Deshalb beginnt hier der Prozess des „umständlichen Kommunizierens“ seitens der Politik mit dem Bürger. Worte werden mehr und mehr gebogen. Neue Worte müssen dafür gefunden werden, dass es nun „ans Eingemachte“ der Bürger geht: Die Abgaben und Steuern müssen erhöht und gleichzeitig die Sozialleistungen gesenkt werden – und die Bürger müssen verstehen lernen, dass „alles nur zu unser aller Bestem“ geschieht. Die Frage, wieso es in einer kräftigen Volkswirtschaft, der weder die Produzenten noch die Rohstoffe oder die Werkbänke abhanden gekommen sind, überhaupt immer mehr Menschen gibt, die von Sozialleistungen abhängig sind, wird vermieden. Vermieden wie die Pest. Denn würde man diese Frage stellen, dann käme garantiert bald die Frage nach dem anschwellenden Zinstopf auf. Und die kann kein Mensch, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, ehrlich und klar beantworten. Noch nicht einmal ein kommunikationsgeschulter Politiker. Denn dieser Topf existiert, weil der Bezug von fremden Erträgen, von den Erträgen fremder Leistungen, in unserem Geld- und Währungssystem völlig gefahrlos und anonym vonstatten gehen kann und geht. Legalisierte Kriminalität. Anonymer Raub. Blütenreine Weste.

Weil niemand mit klarem Verstand über Zinsen nachdenken kann oder will, muss also um jeden Preis der Eindruck aufrecht erhalten werden, dass der Laden brummt und die Zinszahlungen und Renditen noch erbracht werden können. Auch wenn dafür am Bürger auf Teufel komm raus „gespart“ wird. Der ist schon so mit seinem täglichen Überlebenskampf befasst, dass er nicht einmal mehr in die Nähe der Erkenntnis gelangt, dass er ausgezogen wird, bis er nackt dasteht, um dann am Ende auch noch der Möglichkeit beraubt zu werden, sich als Tagelöhner für sein täglich Brot verdingen zu können. Und selbst wenn er versteht, was vor sich geht, kann er immer noch nicht anders tun als zu versuchen, sich so lange wie möglich im Hamsterrad zu halten. Ganz so wie die Sklaven im Steinbruch, die auch nicht flüchten können, weil sie damit doch nur dem Hungertod in die Arme laufen.

Das ist die „Zukunft“ die vor uns liegt, weil keiner der Verantwortlichen bis „W“ buchstabieren kann. Dabei gibt es nur die eine Lösung: Wir brauchen eine Währung! Wir brauchen ein Geld, das sich ohne wenn und aber der Wirtschaft zur Verfügung stellt, damit alle Waren und Dienstleistungen geschmeidig und problemlos getauscht werden können. Davon ist eine arbeitsteilige Welt wie die unsrige nun einmal abhängig. Total abhängig. Und mit „Welt“ sind etwa 7 Milliarden Menschen gemeint, die diesen Planeten bevölkern. Nicht die anderen. Wir alle.

Wir brauchen keine Zinsgelder. Sie kosten uns das Leben. Alle. Am Ende auch den reichsten Mann der Welt! Überleben werden ohne funktionierende Weltwirtschaft nur jene Wesen, die sich ohne Umwege über komplizierte Produktionen von der Erde selbst ernähren können. Würmer zum Beispiel. Entweder wir graben also noch etwas tiefer in unserem Geist nach Erkenntnissen und lernen das Alphabet auch an den ökonomischen Fakultäten bis zum Ende zu buchstabieren – oder es wird im wahren Sinne des Wortes bald „nach uns gegraben“ werden.

Wenn Ihnen heute ein Mensch über den Weg läuft, der sich Sorgen um sein Geld und sein Vermögen macht – den schicken Sie doch bitte auf unsere Seiten, damit er die Chance hat, zu verstehen, dass etwas Größeres auf dem Spiel steht als seine angehäuften Vermögensberge. Denn wenn man sich schon sorgt, dann sollte man sich doch wenigstens um die Dinge Sorgen machen, die der Sorge wert sind. Zumindest als Erwachsener. Denken Sie das nicht auch?

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