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Egal wohin man blickt – ob auf die eigene Regierung oder auf die anderer Länder – immer wieder schaut man dem gleichen Scheitern ins Gesicht… dem Scheitern an der Wirklichkeit. Die einen verlassen ihren Posten bevor sie von „der Entwicklung der Dinge“ verscheucht werden, die anderen glauben, lange genug aushalten zu können, bis sie den „goldenen Handschlag“ ausgedealt haben.

Die Alten, die bleiben, blamieren sich jeden Tag aus Neue und die Jungen, die voller Kraft und Tatendrang dazu stoßen, verlieren binnen weniger Monate ihren Sexappeal und sehen bald genauso alt aus, wie jene, die sie im Amt abgelöst haben. Politischer Hoffnungsträger ist man heute auch nicht länger als gefeiertes Idol von „Deutschland sucht den Superstar“.

Worüber soll man also schreiben? Was ist es wert, dass man darüber Worte verliert? Etwa das Ansinnen der Ursula von der Leyen, den „Silberschatz des Alters“ zu heben? Damit meint sie die Rente mit 67 für alle – ohne Ausnahmenregelungen. Hat die „Superministerin“ nicht schon genug „Kunden“? Wie hoch schätzt sie die künftige Arbeitslosenrate bei den 63 bis 67jährigen denn ein? Ist es etwa ihr Ernst, wenn sie ins Mikro sagt, „man müsse nur kreativer denken“ und damit meint, dass ein 60jähriger Bauarbeiter mit kaputtem Rücken doch immer noch im Büro arbeiten könne? Hat Ursula von der Leyen überhaupt schon mal einen Bauarbeiter gesehen, der 40 Jahre lang gearbeitet hat? Oder Krankenschwestern, Lastwagenfahrer, Kassiererinnen, Friseure, Landwirte, Maler, Installateure, etc.? Anscheinend nicht.

Sonst hätte sie sich eventuell doch Gedanken gemacht, wie der Fortbildungskurs oder die Umschulung für 60jährige Bauarbeiter zur Bürohilfskraft aussehen muss – also für Menschen, deren schwielige Pranken weder Bleistift noch Kaffeetasse grazil zu halten vermögen. Und wie zügig lehrt man eine 60jährige Kassiererin aus dem Supermarkt, die vielleicht sogar via Facebook und Skype mit Freunden und Familie kommuniziert, den Umgang mit Datenbank und Tabellenkalkulation zur Serienbrieferstellung? Wie gut macht sich ein ehemaliger Dachdeckermeister im Team von Mc Donalds?

Hier kann unsere Arbeitsministerin doch unmöglich den „Silberschatz des Alters“ vermuten. Erst recht nicht, wenn sie gleichzeitig auch noch ihrer Funktion als „Ministerin für Soziales“ gerecht werden will. Erfolgversprechender wäre da ja eine Expedition, die den Schatz im Silbersee heben soll. Was genau hat also die Ministerin vor Augen, wenn sie vom „Silberschatz“ redet? Wahrscheinlich nur irgendwelche extra für sie angefertigten Statistiken und die Gewissheit, das man im „medialen Zeitalter“ jeden Nonsens nur publikumswirksam genug von sich geben muss, um die Umfragewerte zu heben – weshalb zahlreiche Sprichwörter mittlerweile als „hoffnungslos veraltet“ gelten müssen. Darunter ganz offensichtlich auch das Berühmte, das dereinst besagte: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“.

Angefangen von der amerikanischen Notenbank bis ins deutsche Arbeitsministerium will man etwas in den Griff bekommen, was ohne Sachverstand einfach nicht in den Griff zu bekommen ist: Die Abwärtsspirale der Ökonomie. Mr. Bernanke spricht davon, dass Amerika „so japanisch ist wie nie zuvor“, sprich: So bedroht von der Deflation wie bislang noch nie. Die Konjunkturerholung verliere an Schwung… so drücken Bernanke und andere Ökonomen das aus. Das ist eine ganze und eine halbe Lüge – oder wie sollte man es sonst nennen?

Obamas Topberaterin in Wirtschaftsfragen zieht sich wieder in ihren Elfenbeinturm an der Universität zurück, auch sie eine an der Wirklichkeit gescheiterte Illusionistin, die feststellen muss, dass „inspirierte Werbesprüche“ ebenso wenig wie „Kraftmeierei im Amt“ dazu führen, dass die Wirtschaft wieder in Ordnung kommt. Doch keine einzige aus dem Amt scheidende Person kommt auf die Idee, dass man sich wohl einer neuen Theorie und in der Folge auch einer neuen Praxis zuwenden muss, wenn man das Scheitern in der Realität beenden will.

Auf diese „Silbermähnen“ kann und darf man also auch nicht vertrauen. Man stelle sich vor: Christina Romer, ab sofort Ex-Topberaterin des amerikanischen Präsidenten, kehrt der Politik und ihrem Berateramt den Rücken, weil sie dort nichts ausrichten kann. Das, was sie gelernt hat, hat nicht ausgereicht. Sie kehrt zurück an die Stelle, an der sie den ökonomischen Nachwuchs „lehrt“. Die erste Frage, die Christina Romer zu stellen wäre, ist doch wohl die, was sie denn nun zukünftig zu „lehren“ gedenkt? Doch wer könnte ihr diese Frage stellen?

Es gibt nur eines, was der Weltwirtschaft weiterhelfen kann: Menschen, die sich – unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht, ihrem Status und ihrer Position in der Gesellschaft – in die Währungsthematik einarbeiten. Menschen, die verantwortlich sein wollen für ein Gebiet, das keine einzige Führungsperson weltweit auch nur annähernd „auf dem Schirm hat“. Menschen, die Visionen von Allmachtsphantasien unterscheiden können. Menschen, die auf Logik setzen. Durchgängig. Menschen, die zunächst einmal den Mut aufbringen, sich ein Geld vorzustellen, das keine Zinsen abwirft. Menschen, die denken können, dass es „ein Leben nach dem Zins“ gibt. Menschen, die mehr darauf stehen, dass die Welt insgesamt gut dasteht als darauf, dass einige wenige Superreiche sich Gedanken darüber machen, wie sie die Suppenküchen der Nation besser ausstatten können. Menschen, die eine Welt jenseits von Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichem Ruin und legalisierter Ausbeutung schaffen wollen.

Menschen, die bereit sind, anderen Paroli zu bieten, wenn diese das kapitalistische System großmäulig verteidigen, obwohl sie de facto nicht wissen wovon sie reden. Denn in der Regel verwechseln diese Menschen schon die Begriffe „Marktwirtschaft“ und „Kapitalismus“ und setzen sie in ihrer Unkenntnis gleich. Doch Kapitalismus ist Monopolwirtschaft, das kann gegenwärtig jeder Mensch im eigenen Leben erfahren – egal wie wenig er von Wirtschaft versteht. Ein Blick auf die eigene Stromrechnung oder ein Gang zum Discounter an der Ecke genügen.

Kapitalismus ist der Tod der Marktwirtschaft – und nicht ihr Gralshüter! Und am Ende der Marktwirtschaft lauert auch gleich der totale Niedergang einer 7 Milliarden-Menschen-Weltkultur. Ohne Marktwirtschaft werden ein paar Millionen von uns in der Steinzeit landen – wenn es hoch kommt. Und es kann „einem hochkommen“, wenn man bedenkt, dass man dies sogar verstehen kann, ohne es studiert zu haben. Es sei denn, man ist „Experte“. Dann kann man es sogar dann NICHT verstehen, WENN man es studiert hat.

Wer verstehen will, welche Funktion das Geld in der Marktwirtschaft einnimmt und welche im Kapitalismus, der darf jedenfalls „Volkswirtschaft“ nicht studieren, sondern muss sich autodidaktisch ausbilden, da man als Student sogar auf Eliteuniversitäten nur auf beruflich gescheiterte Menschen wie Christina Romer trifft. „Die Ware und ihr Tauschmittel“ ist ein Kurs, der an keinem Institut gelehrt wird. Und der doch so interessant wäre! Zum Beispiel für die Kakaobauern, die derzeit nicht verstehen, warum bei ihnen nichts „hängen bleibt“, obwohl der Preis für Kakao auf dem Weltmarkt so hoch ist wie noch nie. Aber ihr Problem ist nun mal, dass sie verkaufen müssen, da ihnen die Ware sonst verfault. Und so sacken den ganzen Profit die Spekulanten ein, die das Geld haben – und daher mit dem Kauf so lange warten können, bis die Kakaobauern klein beigeben.

Ein Zusammenhang, der, obwohl er so offensichtlich ist, von der Menschheit noch nie verstanden wurde. Mit dem Ergebnis von sinnloser Vermögensvermehrung, gespenstischer Spekulation, brandgefährlichen Geldkrisen, astronomischer Verschuldung und all den anderen bekannten Folgen. Sind wir wirklich sicher, dass wir das wollen…?

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