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So lautet das Statement eines unserer Leser. Er will damit zum Ausdruck bringen, dass auch das Freigeldsystem von einer kleinen, elitären, intelligenten, machtgierigen und skrupellosen Gruppe von Menschen zu ihrem Vorteil ausgenutzt werden wird und daher Freigeld – so schön und attraktiv es sich ausnimmt – eben „auch nicht funktionieren wird“.

Der Artikel „Wer sind die Herren des Geldes?“ hatte ihn zu diesem Statement veranlasst. Wir danken ihm für diese Meldung, spiegelt sie doch sehr gut die allgemeine Wut über die Zustände wieder. Doch es spiegelt sich auch eine Menge Resignation in diesen Worten – und zu der besteht nach unserer Meinung gar kein Grund.

Wir wollen nicht in Abrede stellen, dass es sehr gierige, sehr skrupellose und sehr machtbesessene Zeitgenossen gibt, die einem alles, aber auch alles versauen können, wenn man zu den Menschen gehört, die mehr Freude an einem lebendigen, aufrichtigen und freundschaftlichen Lebensstil haben als an vernagelter „Kohlemacherei“ und am „andere Leute über den Tisch ziehen“.

Doch an dieser Stelle kommt unser erstes „aber“: Menschen, die machtgierig und skrupellos sind und daher das heutige Zinsgeldsystem voll unterstützen und sich darauf verstehen, auf dieser Welle ihren Reibach zu machen, sind nicht wirklich intelligent. Ganz im Gegenteil sogar! Sie können nicht erkennen, dass wir entweder entscheidende Verbesserungen am Geldsystem vornehmen, oder aber größtenteils von der Erdoberfläche verschwinden werden. Egal ob reich oder arm.

In der mehrere Tausend Jahre andauernden Geldgeschichte hat der Mensch immer dann Verbesserungen vorgenommen, wenn es mit dem „alten Geld“ nicht mehr weiterging. Hätte es diese Verbesserungen nicht gegeben, würden wir heute noch mit Salz, Häuten oder Tee bezahlen. Das Geld in seiner heutigen Form ist schon sehr weit entwickelt, doch die nun anstehende alles entscheidende Verbesserung in Richtung „Geldverschlechterung“ ist genau die Maßnahme, die wir nicht mehr umgehen können. Zumindest nicht mehr sehr lange umgehen können, wenn wir uns nicht selbst eliminieren wollen.
„Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Völker“ lautet der Titel eines älteren Buches des Schweizers Fritz Schwarz, das sehr zu empfehlen ist, weil es die Entwicklungsgeschichte des Geldes sehr anschaulich beschreibt. Es wurde im Januar dieses Jahres neu aufgelegt und ist hier erhältlich. Wer die Historie des Geldes kennt, der versteht, dass es eine „strukturelle Schwäche“ des heutigen Geldes ist, „zinstragend“ zu sein. Denn selbst wenn es keine gierigen, unangenehmen, „gefräßigen“ und korrupten Mitmenschen gäbe, würde das Geld so funktionieren, wie es eben funktioniert – und einige Wenige superreich und alle anderen arm machen.

Das Problem liegt – volkswirtschaftlich betrachtet – nicht in der Charakterschwäche der Menschen, sondern in einem Zahlungsmittel, das Gier, Korruption und „Machtbesessenheit als Lifestyle“ befördert, wenn man zu den Gewinnern gehören will. Und wer wollte das nicht?

Eine strukturelle Verbesserung des Geldes, die nur dann einen Sinn macht, wenn sie die Zinsfunktion des Geldes an einem bestimmten Punkt in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stoppt, verbessert nicht den Menschen. Doch die asozialen, gierigen und kriminell veranlagten Naturen haben dann „keine Schnitte“ mehr. Das Geld wird ihnen nicht mehr zu Diensten sein! Es lässt sich nicht mehr über den Zinsmechanismus vermehren und ab diesem Moment muss sich jeder überlegen, wie sein konstruktiver Beitrag zur Wirtschaft aussehen könnte.

Der Beruf des „Spekulanten“ wird ebenso so schnell verschwinden wie alle anderen Formen, „leistungslose Einkommen“ auf Kosten der anderen Wirtschaftsteilnehmer zu erzielen. Wer in der Erbfolge einer langen Ahnenreihe von Profiteuren steht, hat wahrscheinlich ein so großes Vermögen angehäuft, so dass sogar seine Enkel noch leben können, ohne jemals eine Stechuhr kennenlernen zu müssen. Doch der Geldbeutel der anderen soll uns nicht interessieren, sondern nur der eigene!

Und dieser „eigene Geldbeutel“ wird sich nach der Einführung von Freigeld in seiner Form verändern: Er wird wieder ausgebeult sein! Denn in einer Volkswirtschaft, in der es keine „leistungslosen Einkommen“ durch Geld- und Bodenbesitz mehr gibt, erhält jeder arbeitende Mensch seinen vollen Arbeitsertrag. Und der volle Arbeitsertrag wird so prall sein, dass davon mit Leichtigkeit noch Kinder, Alte, Kranke und sogar ein paar Faulpelze mitgetragen werden können. Es wird weiterhin Lohnunterschiede geben, wahrscheinlich sogar große und nur die Waren und Dienstleistungen werden für Einkommen sorgen, für die es auch Käufer gibt. Was niemand haben will, wird nicht gekauft – und ergo auch nicht produziert und angeboten.

Ungewollte Monopolbildungen sind mit Freigeld nicht mehr möglich und „gewollte Monopole“ – zum Beispiel bei bestimmten Formen von „Infrastruktur“, die ein Gemeinwesen für seine Bürgerinnen und Bürger im Konsens organisiert und zur Verfügung stellt – sind die berühmte „andere Baustelle“, die einen Sinn macht.

Die Sache mit dem Freigeld muss man nicht glauben. Aber man kann sie verstehen.

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