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Ungewohnt ist derzeit die Situation in der New Yorker „Wall Street“, da anhaltende Massenproteste gegen „ökonomische Widrigkeiten“ dort üblicherweise nicht „an der Tagesordnung“ sind. Allerdings werden die Herren in den maßgeschneiderten Anzügen – ebenso wie ihre weiblichen Pendants – sich wohl „daran gewöhnen“ müssen, denn die Demonstranten werden so schnell keinen Grund finden, mit ihren Demonstrationen aufzuhören.

Dass auch Polizeieinsätze nicht ausreichen werden, um die Proteste zu beenden, werden die Amerikaner, insbesondere die New Yorker, noch erleben.

Bloomberg, der New Yorker Bürgermeister, hat zwar „Verständnis“ für die Demonstranten, ebenso der amerikanische Präsident Obama. Trotzdem wäre es beiden lieber, wenn es in der Wall Street wieder weniger „Finanzlaien“ gäbe, die den „Finanzhaien“ den Kampf ansagen wollen. „Business as usual“ wäre den Politikern einfach sympathischer. Doch das wird sich nicht mehr machen lassen. Es gibt keine Rückkehr mehr zu einer „Normalität“, in der die immer schon bestehende Ungerechtigkeit wieder klaglos hingenommen wird. Dafür sorgt der „Zinseszinseffekt“, der mit mathematischer Emotionslosigkeit die Daumenschrauben bei uns „Normalos“ weiter anzieht. Das tut mittlerweile schon so weh, dass die Schmerzensschreie nicht mehr verstummen. In der nächsten Eskalationsstufe werden die gepeinigten Massen zurückschlagen, selbst wenn sie sich hochgerüsteten Polizei- und Militäreinheiten gegenüber sehen. Ihre Situation ist nämlich leider mit der von Ratten vergleichbar, die in die Enge getrieben werden und daher kämpfen und beißen, selbst wenn die Lage aussichtslos ist!

Noch „monieren“ sie lediglich die „ungleiche Einkommens- und Wohlstandsverteilung“ und selbst die politischen Führer – sogar der texanische Präsident der FED – stimmt dem zu. Man hätte es eben gerne wieder etwas weniger „krass“. Ein „bisschen mehr Mittelstand“, das wäre schön! Man wünscht sich an einen früheren Punkt der Zinskurve. Doch das ist genauso schwachsinnig als wenn man sich mit 75 wünscht, wieder 30 zu sein! Es gibt Wünsche, die sind einfach nur stupide. Wie lange wird es dauern, bis in den Staatsmännern und -frauen der Welt die Erkenntnis heranreift, dass es mit den sozialen und ökonomischen Spannungen einfach „immer nur schlimmer“ wird?

Die Zinskurve ist und bleibt eine Exponentialfunktion. Sie steigt immer schneller und immer steiler an. Und niemand – kein einziger Mensch – hält eine mathematische Funktion an und auf! Die Notenbanker, die Euro-, Dollar- und Yen-Macher, wollen uns immer noch weismachen, sie könnten das „in den Griff bekommen“. Als ob das ginge! Sie drehen seit etlichen Jahren nun schon an der „Zinsschraube“ und haben den so genannten „Leitzins“ mittlerweile gen Null gesenkt. Wenn diese Herren und Damen der Finanz- und Regierungswelt nur etwas Ehre im Leib hätten, dann würden sie zugeben, dass dieses „Rumgeschraube“ eine komplette Luftnummer ist. Damit ist nichts mehr zu retten! Die Umverteilung nimmt weiterhin zu, es gibt immer weniger bezahlte Arbeit und immer größere Anteile des Sozialprodukts wandern in die Zinskassen der Kapitalgeber.

Würde man gleich jetzt eine „demokratische Umfrage“ in aller Welt starten und die reichsten und die ärmsten Menschen befragen, ob ihnen das alles gefällt, so gäbe es wohl nur wenige, die die rasante Verarmung großer Teile der Weltbevölkerung wirklich „gut“ finden. Würde man sie dann fragen, ob sie bereit wären, etwas dagegen zu tun, würde wohl eine große Mehrheit für „ja“ stimmen. Würde man dann allerdings die Menschen aufklären, dass man dazu das „unsterbliche Zinsgeld“ in ein sterbliches, dafür aber dauerhaft umlaufendes, kaufkraftstabiles Geld verwandeln muss, dann würden ganz viele aufschreien und wüssten sofort ganz genau, dass „das nicht geht“ und daher „nicht die Lösung sein“ kann. Würde man dann diese Leute fragen, ob sie bereit wären, ein paar Bundesbanker zu köpfen, um der Finanzkrise Herr zu werden, könnte man schon eher mit einer breiten Zustimmung rechnen – selbst wenn sie nur hinter vorgehaltener Hand gegeben werden würde.

Nun denn. Wieso opfern wir daher nicht gleich am kommenden Freitag unsere Bundeskanzlerin, Herrn Obama, Herrn Ackermann, Herrn Schäuble, Madame Lagarde und Ben Bernanke „auf einen Streich“, machen kurzen Prozess und sie alle einen Kopf kürzer? Wäre danach dann alles wieder in Ordnung? Wenn das gegen Arbeitslosigkeit und zunehmende Verarmung hilft, warum tun wir es dann nicht einfach mal? Etwa weil sie uns leid tun? Oder weil man „so etwas“ nicht macht? Weil das so nicht geht? Oder weil es nichts bringen würde?

Letzteres ist der Fall – und wir alle wissen das auch. Selbst diejenigen, denen Merkel und Co nicht leid tun! Nützt es also etwas, in der Wall Street zu demonstrieren? Nein, auch das ist vergeudete Zeit. Wenn man wütend ist, weil man schon lange nichts mehr gegessen hat, wird man ja auch nicht dadurch satt, dass man den Nachbarn oder fremde Passanten deswegen anpöbelt. Es nützt auch nichts, wenn zwei oder tausend Hungrige sich zusammenschließen und gemeinsam demonstrieren. Keiner wird auf diese Art und Weise satt! Die Herren Bloomberg und Obama können sich sogar ihr „Verständnis“ schenken, denn auch davon wird niemand satt und noch so viel Verständnis schafft keine Arbeitsplätze.

Auf Spiegel-Online ist zu lesen, dass Präsident Obama in einer Pressekonferenz Folgendes gesagt haben soll: „Zurzeit werden viele Menschen, die das Richtige tun, nicht dafür belohnt. Aber viele, die nicht das Richtige tun, werden dafür belohnt.“ Mit Verlaub sei dazu gesagt, dass er selbst in die zweite Kategorie gehört. Es sei auch noch angemerkt, dass es in der Ökonomie niemals um „Belohnungen“ geht, sondern immer nur um „Lohn für erbrachte Leistung“. Lohn wird in Form von Geld bezahlt, denn in „Äpfeln und Eiern“ wäre es zu kompliziert, selbst wenn viele heute „für’n Appel und ‘n Ei“ arbeiten. Wenn nicht genug Geld zur Verfügung steht für Lohnzahlungen, dann bedeutet dies in der Folge nichts anderes, als dass immer weniger Leistungen erbracht werden.

Gleichzeitig wird aber immer mehr Geld gedruckt! Nur landet davon immer weniger in den Lohntüten. Warum? Weil immer mehr von diesem Geld für die Verzinsung von Schulden gebraucht wird. Womit wir wieder bei der Exponentialfunktion wären. Was nun, Herr Obama? Bitten wir die Zinsgewinner um „Belohnung“? Nein, das werden wir nicht tun. Denn das wäre a) unwürdig und b) bescheuert. Unsere Zinsgewinner und ihre politischen Vasallen werden begreifen müssen, dass es immer weniger Leistungen geben wird, wenn immer mehr Zinsgeld auf ihre Vermögensberge wandert. Das Volk verhungert deswegen… doch in letzter Konsequenz werden auch diejenigen zugrunde gehen, die „nicht das Richtige tun, dafür aber belohnt werden“.

In diesem Sinnen müssen weder Politiker noch Bürger irgendetwas tun. Weder Falsches noch Richtiges. Alle werden „der letzten Gerechtigkeit zugeführt“ werden. Wer sich mit dem Niedergang der menschlichen Kultur und der eigenen Verelendung nicht zufrieden geben will, hat nur eine einzige Möglichkeit: Das Problem in seiner Ursache zu erkennen und den eigenen „ersparten Kröten“ zum Trotz sich gegen das kapitalistische Geldsystem zu wenden! Für eine freie Marktwirtschaft zu kämpfen und immer wieder ein professionelles und modernes Geld zu fordern. Die einzige Lösung, die das ist, was unsere Politiker so gerne im Munde führen: Nachhaltig!

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