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Römischer SchatzEin Schweizer Bauer hat einen großen Silberschatz aus römischer Zeit unter seinen Kirschbäumen gefunden. An die 4.000 Silbermünzen mit hohem Silbergehalt und auch noch gut erhalten. Spiegel online berichtet über diesen Fund, der die Archäologen glücklich macht und den Bauern sicher auch. Als ich diesen Artikel entdeckte, war mein erster Gedanke: Soviel zum Thema „Untergang des römischen Reiches!“

Man kann sich nun natürlich wie die Archäologen fragen, wer denn warum und wann diesen Schatz vergraben hat? Man kann vertieft den Fragen nachgehen, wann, wo und wer diese Münzen prägen ließ und aus welchen Silberminen das enthaltene Silber wohl stammen mag. Doch ob das die richtigen Fragestellungen sind, mittels derer wir den Wissensschatz, den die Geschichte für uns parat hält, heben können, bezweifle ich stark.

Der Autor des Artikels kommt sogar zu dem Schluss, dass das Vergraben dieser Münzen verständlich sei, da der Besitzer damit wohl sein Vermögen retten wollte. Einerseits wegen einer Inflation, die um den Zeitpunkt des Vergrabens geherrscht haben soll, andererseits jedoch führt er aus, dass zur gleichen Zeit die Trierer Münzanstalt geschlossen wurde und deswegen die Münzen in der Gegend knapp wurden. Das wäre dann aber Deflation. Schwierig. Eindeutig gegenteilig. Der Mond scheint und gleichzeitig scheint er nicht. Das Auto fährt vorwärts und zugleich rückwärts. In der Küche steht ein Tisch und gleichzeitig steht da kein Tisch.

Es braucht also eine gehörige Portion Relativitätstheorie-Wissen, um damit irgendwie umzugehen. Aber auch dann hat die Menschheit nichts gewonnen und keinen vernünftigen Schluss aus den dramatischen Ereignissen, die das Ende des Römischen Reiches markieren, gelernt. Und dabei täten wir doch gut daran, denn auch unsere Zeit ist vollgepackt mit ähnlich dramatischen Ereignissen. Möglicherweise gibt es Parallelen? Was wäre, wenn wir am Ende erkennen könnten, dass die Ursachen der Ereignisse damals und heute letztlich die gleichen sind?

Ein Legionär oder sonst ein römischer Bürger hat einen Schatz vergraben. Vielleicht war es aber auch ein Sklave, der seinen Herrn beraubt, sich mit den Münzen in die Schweizer Bergwelt abgesetzt und dort seine Beute vergraben hat? Oder auch eine Ehefrau, die sich nicht mit der vereinbarten Scheidungssumme zufrieden gegeben hat? Was immer wir annehmen, wie diese Münzen in die Erde gelangt sind und was damit bezweckt werden sollte: Wir können es nicht wissen!

Doch wir können wissen, was ihr Vergraben bewirkt hat! Auf jeden Fall waren es Münzen, die nicht in der Geschäftswelt eingesetzt wurden. Sie wurden nicht benutzt, um damit Brot zu kaufen, Schuhe, Tierfutter, Mosaiksteine, Olivenöl oder Wein. Sie waren irgendwie übrig. Irgendjemand hatte sie übrig. Andere hätten sie sicherlich dringend gebraucht: Für Brot, Schuhe, Tierfutter, Mosaiksteine, Olivenöl oder Wein. Doch wer sie brauchte, hatte sie nicht. Möglicherweise ist sogar jemand gestorben, weil er sie nicht hatte und sich kein Essen mehr kaufen konnte. Vielleicht landete jemand auch im Gefängnis, weil er in seiner Not angefangen hatte, zu stehlen. Vielleicht hat er sogar jemanden umgebracht, um an Brot oder Schuhe heranzukommen. Vielleicht kam er auch in einem Kampf ums Leben, weil er sich dem Militär anschloss, da es dort zumindest eine warme Mahlzeit am Tag gab? Oder vielleicht hat er sich auf den Weg in ein fernes Land gemacht, um sich und seine Familie woanders besser ernähren zu können?

All das kann man nicht wissen. Doch man weiß, dass das Elend damals unendlich groß war. Und die wenigen Vermögensberge waren es auch. Die Not war sichtbarer, denn die Elendsgestalten wankten auf der Erdoberfläche herum. Die Vermögensberge konnte man nicht so gut sehen, denn sie wurden vergraben, wie man heute weiß. Heute spielt in unserem Geldwesen das Silbergeld keine Rolle mehr. Aber es gibt immer noch Menschen, die meinen, das Problem des Geldes bestünde in seiner Nichtdeckung durch Gold. Diesen Menschen wünsche ich immer eine Zeitreise mit ein paar Tagen Urlaub im ausgehenden römischen Reich. Sie wären geheilt von dieser irrigen Annahme!

Trotzdem haben wir es heute mit den gleichen Erscheinungen zu tun: Wachsende Armut und Verelendung auf der einen Seite – und immer höhere Vermögensberge bei einigen Wenigen. Hunger, Mord und Totschlag. Flucht, Kriminalität und um sich greifende Kriegsgebiete. Und das, obwohl Silber und Gold doch keine Rolle mehr spielen. Wie kann das sein?

Wer Antwort auf diese Frage sucht, der lese bitte diesen Artikel und am Besten auch noch diesen.

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