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{audio}mp3/12 Von der Waehrung.mp3{/audio}
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Die Währung ist wichtig, denn sie bedeutet nichts anderes als verläss­liche und stabile Preise. Was ihr in euren Händen und euren Börsen haltet, ist nicht die Währung, sondern Geld. Doch Geld vermag stabile Preise im Durchschnitt zu garantieren, wenn es richtig beschaffen ist. Das Geld, dem die Zurückhaltung vom Markt genommen ist, bewegt sich ständig in der Wirtschaft und nur was sich bewegt, ist steuerbar. Und genau diese Steuerung ist von Nöten, damit Geld und Ware mitein­ander in Übereinstimmung gehalten werden können. So euch dies gelingt, könnt ihr die Relation zwischen Waren und Geld zu jeder Zeit, an jedem Ort und unter allen Bedingungen stabil gestalten und niemals mehr müssen die Preise im Gesamten sinken oder in der Inflation davon galloppieren. Die Worte Inflation und Deflation könnt ihr dann getrost vergessen, denn weder ihr noch kommende Generationen werden von diesen Krisen jemals wieder heimgesucht. Niemals mehr werdet ihr um eure Ersparnisse betrogen und jeder Vertrag kann in vollstem Vertrauen geschlossen werden. Bedenkt, welche Sicherheit dies bedeutet für eure Händler und Produzenten und am Ende für euch alle, die ihr kauft. Mit sicheren Preisen kommt die Wirtschaft niemals mehr ins Wanken und die Menschheit bleibt verschont von Chaos und Ruin.

Ihr seht, die Botschaft ist kurz und verständlich und was zu tun ist, ist klar. Lasst euch nicht verwirren von komplizierten Worten, leer wie Stroh. Was richtig ist und eure Welt gedeihen lässt, ist weder schwer zu begreifen, noch unmöglich zu tun. Wirtschaft ist euer aller Angele­genheit, heißt wirtschaften doch nichts anderes als eurer aller Bedürf­nisse zu stillen und eine sichere Versorgung für alle zu gewähren. Damit ihr nicht ständig erschafft und am Ende dennoch beraubt und veramt die Erde verlasst, müsst ihr nur wissen, wie eine Währung herzustellen ist. Den Rest – das Erfinden und Produzieren, die Technik und das effektive Gestalten – das macht ihr schon lange und als Menschheit mit wachsenden Erfolgen. Jetzt muss sich nur noch die Menge des Geldes  steuern lassen, so dass ihr euch eine Währung schaffen könnt, dann öffnen sich für euch die Pforten zum Paradies hier auf Erden. Wo sonst, ihr Lieben? Nur in der jenseitigen Welt braucht ihr weder Geld noch Währung.
 
 
{audio}mp3/08 Vom Boden.mp3{/audio}
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Heerscharen von euch sind in den Kampf und in den Tod gezogen, um anderen das Land zu entreißen, das ihr in euren Besitz bringen wolltet. Und mit den stattlichsten und lebendigsten Söhnen habt ihr verteidigt, was ihr euren Grund und Boden nennt und habt doch nur ihre Jugend und Anmut geopfert und ihre Lichter gelöscht. Mag sein, dass es die Höhe des Blutzolls war, die euch nach anderen Wegen suchen ließ, um auf Raubzug zu gehen und die Beute zu verteidigen. Und ihr seid fündig geworden, als ihr das Gold zum Gelde machtet. Fortan habt ihr gekauft, was nicht zu haben und auch nicht zu verkaufen ist. Die Brutalität und Grausamkeit wich der Verschlagenheit und dem Betrug. Ihr habt das weite und offene Land, die fruchtbaren Abhänge, die Wälder und Seen, die sonnigen Berge und die schattigen Täler in die Liste eurer Besitztümer eingefügt und sie euch zu eigen gemacht. Und als euch gehörte, was keinem Menschen gehören kann, habt ihr Zäune um euren Besitz gezogen und alle vertrieben, die zuvor diesem Boden seine Früchte abgerungen haben. Keine Landnahme, an deren Anfang nicht rohe Gewalt und hartherzige Vertreibung stand. Dies können auch die Jahrtausende nicht vergessen machen, in deren Schatten eure Ahnen und Vorfahren zu leben gezwungen waren. Selbst wenn die Urkunden mit filigranen Lettern den Besitz bezeugen und in kostbaren Kisten mit Gold- und Silberbeschlägen ruhen, so bleibt das Unrecht unvergessen und es dauert an.

Es bleibt bis zu dem Tag bestehen, an dem ihr erkennt, dass der Boden nicht euer Eigentum sein kann, denn ihr alle geht aus ihm hervor und ihr alle kehrt zu ihm zurück. Der Boden ist und er ist auch ohne euch. Er vergeht nicht und harrt selbst Äonen seiner Verwendung. Dem Menschen gehört die Erde, so lautet das Gebot. Und dies bedeutet, jedem Menschen gehört die ganze Erde. Jedem muss das Ganze zur Verfügung stehen, denn ein Splitter kann keinen ernähren.

Doch der Boden hat einen Preis und er wird ihn immer haben, denn er ist kostbar und seine Fülle ist nicht vermehrbar. Nur mit großer Mühe könnt ihr neues Land gewinnen und wo ihr hier neues Land gewinnt, reißen euch dort die Fluten des Meeres große Stücke weg und wilde Feuersbrünste versengen Wald und Weideland. Auch die Wüste fordert unerbittlich Land und holt es sich mit dem sanften Schwung ihrer Dünen.

Doch an wen sollt ihr den Preis für den Boden entrichten? Das ist eine Frage, die des Menschen würdig ist. Ihr seid nun gefordert, sie zu stellen und in eurem Herzen zu beantworten. Wollt ihr denn auf ewig an jene zahlen, die mit habgierigem Blick und knorrigen Fingern mit ihren Dokumenten wedeln? Wollt ihr den Abkömmlingen jener Räuber Tribut zahlen, die eure Ahnen von Haus und Hof vertrieben und ihnen allzu oft noch nicht einmal das nackte Leben ließen, aus Furcht, sie könnten wiederkommen, das gestohlene Gut zurück zu fordern? Wenn sich euer Herz bei dieser Frage verkrampft, so antwortet absichtsvoll und mit ganzer Kraft: „Nein und tausendmal Nein“. Wenn ihr dann Ausschau haltet, nach besseren Empfängern für die Zahlung, so lenkt euren Blick auf jene, die wahrhaft dafür sorgen, dass der Boden einen Preis erzielt. Es wird euch klar, noch während ihr euch umschaut, dass unbewohntes Land genommen werden kann, ohne dass ein Preis zu entrichten ist. Denn die Leere kostet nichts. Nur das gefüllte und bewohnte Land ist nicht kostenlos zu haben.
 
Eure Söhne und Töchter bevölkern das Land und verwandeln die Einöde in den Garten Eden. Ihnen allen schenkten Mütter das Leben, die nicht nach Lohn fragten, als sie die Nahrung aus sich selbst nahmen. Ohne zu zögern gibt jede Mutter alles, was sie geben kann. Für euch, ihre Kinder, trat sie eine lange Zeitspanne zur Seite und hat die Märkte verlassen. In dieser Zeit konnte sie sich nicht darum kümmern, durch ihre Tüchtigkeit und Fähigkeit ihre Truhen und Schränke zu füllen. Sie hat verzichtet und bezahlt für diesen Verzicht ihr ganzes Leben. Denn der Verzicht gereicht ihr schon in jungen Jahren zum Nachteil und lässt sie dann, im Alter, arm zurück. Nur mit einer reichen Heirat kann sie diesem Schicksal entgehen, doch nur um anderen Verzicht zu üben. Sie kann die Entwicklung ihrer Anlagen nicht zielstrebig verfolgen und muss die Entfaltung Ihrer Talente auf ein mögliches Morgen, ein eventuelles Vielleicht verschieben. Sie hat nicht genug Raum und nicht genug Zeit, um ihre Geschäfte voll zu entwickeln und erfolgreich in klingende Münze zu verwandeln. Und so muss ihre Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen, verkümmern, weil sie alle Kraft und Zeit eurem Wohl und Gedeihen weiht. Nur wenn sie auf euch verzichtet und euch nicht empfängt, bleibt sie von diesem Verzicht verschont. Doch dieser Weg ist kein Weg für alle, denn das wäre unser aller Ende. Und die wenigen Frauen, die ein solches Los nicht ereilt, sollen euch über die Gültigkeit meiner Worte nicht hinweg täuschen.

Und so ist es nun an der Zeit, eine reife Entscheidung zu treffen. Sie kann nur lauten, dass der Preis des Bodens an jene zu entrichten ist, die ihn mit ihrer Arbeit ohne Lohn zustande bringen. Und das sind die Frauen, die für Kinder sorgen und so lange mit ihnen gehen, bis diese für sich selbst sorgen können. An sie lasst diese Gelder nach Anzahl ihrer geborenen und angenommenen Kinder fließen, damit ihr Nachteil wettgemacht wird. Und der Nachteil, der fast alle Frauen bedrückt und der in langen Jahrtausenden voller Wut die weibliche Klugheit mit der Gemeinheit verwob, verwandelt sich in Liebe. Denn durch die Fülle ihrer Börse ist sie frei und nur in Freiheit kann die Liebe wirklich gedeihen. Und dies, ihr Männer von Orphalese, wird eure Freiheit und euer Wohlergehen begründen. Deshalb spreche ich zu euch von der selbständigen und unabhängigen Frau, von der Freiheit, der Liebe und einem glücklichen Menschengeschlecht, wenn ich vom Boden rede.
 
{audio}mp3/04 Vom Zins.mp3{/audio}
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Ihr seid geteilt in zwei Lager. Im einen Lager beklagt man den Zins als Dieb und als Mörder. Der Kampf gegen dies Übel hat schon viele Leben gefordert. Im anderen Lager erkennt man in ihm einen Genossen des Fortschritts und der Entwicklung. Auch wenn in seinem Schlund viele verschwinden, so halten sie dennoch fest an diesem Gefährten. Und wahrhaft gefährlich ist seine Erscheinung.

Doch er ist eine Erscheinung und das wollt ihr nicht erkennen. Jene, denen seine Segnungen in den Schoß mit gefalteten Händen fließen, haben ihn nicht mit Verschlagenheit und Bösartigkeit in ihre Richtung geleitet. Und jene, denen er zuerst die Butter vom Brot und danach das Brot selbst nimmt, tragen keine persönliche Schuld an ihrem Verlust. Ihr starrt auf den Zins und wünscht euch insgeheim, ihn zu erlangen und ihr betrachtet mit schmalen Lippen und neidischen Augen die Bevorrechte­ten. Diese aber blicken mit Verachtung auf die Armen, aus deren Adern ihnen zufließt was als Zins Gestalt annimmt. Und so nehmt ihr als ein Faktum und eine Notwendigkeit, was doch nur eine Erscheinung ist. Kein starker Arm und kein verschlagener Geist erzeugen den Zins. Kein Erlass kann ihn dauerhaft fördern oder verbieten. Denn er ist eine Chimäre. Ein Gespenst, das direkt euren Geldtruhen entfleucht und dort auf ewig neu geboren wird. Dort liegt die Quelle des Zinses, sichtbar vor euren Augen und ihr wollt sie nicht erkennen.
 
Es ist euer Geld, das so viel besser ist, als alles Geschaffene und besser als das, was das Geschaffene schafft. Belastet es den Gemüsehändler nicht, wenn am Abend die Tomaten noch die seinen sind? Und wie sehen seine Lasten aus? Muss er nicht wieder ganze Arbeit leisten und seine Tomaten in die Kisten packen und in die kühlende Dunkelheit des Lagers schaffen? Werden die Tomaten für ihn nicht teurer, bis sie endlich den Weg in die Kochtöpfe gefunden haben? Und wie könnte er seine Lasten auf dem Preisschild angemessen zum Ausdruck bringen? Muss er nicht ganz gegenteilig vorgehen und Nachlässe gewähren, weil die Tomaten immer mehr an Farbe und Prall­heit verlieren? Und geht es dem Fleischhändler nebenan nicht ebenso? Und dem Schuhfabrikanten, dem Möbelhersteller, den Tuchwebern und den Papierproduzenten? Tragen sie nicht alle die gleichen Lasten und können sich ihrer nicht erwehren? Wenn euch die Ware Last ist und nur ihr Absatz euch Erleichterung verschafft, dann doch nur, weil das Geld, das am Abend in der Kasse klingelt, euch von all diesen Problemen befreit. Es ist so ganz anders als eure Tomaten. Es wird nicht faulig und wird nicht von den Motten gefressen, es setzt keinen Rost an und braucht nicht kühl gelagert zu werden. Es kommt nicht aus der Mode und behält seine Farbe. Und so ist euch das Geld etwas anderes als eure Waren, die es doch tauschen soll, denen es gleich – ein Äquivalent, ein Gegenüber und Ersatz – sein soll. Und was ist der Preis, der euch von der Last eurer Waren befreit? Ein Geld, das seinen Preis verlangt, verlangen kann und immer verlangen wird, weil es eben besser ist als all’ euer Geerntetes und Geschaffenes. Das ist der Zins von dem ich zu euch sprechen will.

Es ist eure Angst, die dieses Geld geschaffen hat und noch andauern lässt. Eure Angst vor dem Leben, das doch Vergänglichkeit, Altern, Vergehen und Tod mit sich bringt. Davon sprechen eure Waren jeden Tag zu euch und eure Muskeln und auch euer Geist. Alles ist in den Kreislauf des Lebens eingebettet und eure Furcht hat euch etwas schaffen lassen, das diesem Kreislauf nicht eingegliedert werden kann. Und so habt ihr ein Geld geschaffen, das nicht vergänglich ist und daher tot. Ein Geld, das ewig hält. Länger als alles Geschaffene und länger als ihr selbst. Doch eurer Angst könnt ihr nicht aus dem Wege gehen, sie kehrt wieder mit noch mehr Schrecken und noch mehr Angst. Doch weil ihr der Furcht und Angst nicht ins Auge blicken wolltet und sie auch nicht in euch bleiben konnte, so habt ihr sie dem Gelde eingepflanzt, das seit diesem Tag seinen ebenso fruchtbaren wie furchtbaren Dienst erweist.
 
Dies wird so sein bis zu dem Tage, an dem ihr eurer Angst ins Auge blickt und ihr wahrhaft begegnet. An diesem Tag werdet ihr erkennen, dass eure Furcht unbegründet ist und ihr Vertrauen in das Leben fassen könnt. In den Prozess, der alle wohl ernährt und hinauf führt in die zarten Gefilde der Muse. An diesem Tag werdet ihr das Geld in diesen Prozess als ebenbürtiges Teil einordnen und ihm sein Bessersein und Außenseitertum nehmen. Es wird dienen, wie die Maschine dient und die Erde. Es wird seinen Zweck erfüllen und alles Geerntete und Geschaffene tauschen, ohne etwas für sich zu nehmen, denn das Geld braucht nichts. Rastlos und ungehindert wird es seine Bahnen ziehen und euch miteinander verbinden wie die Straßen, die euch zueinander führen.
{audio}mp3/07 Vom Eigentum.mp3{/audio}
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Eigentum verpflichtet, wispert ein geflügeltes Wort. Schenkt dem Wort Beachtung, bevor sein Sinn eurem Bewusstsein entschwindet und mit dem Wind in die Weite fliegt. Lauscht seiner Wahrheit. Denn alles was euch gehört, zwingt euch zur Sorge und zur Tat. Und so überlegt reiflich, was ihr eurem Besitz zufügt, denn Eigentum ist immer auch Last und Müh. Und je mehr ihr euer eigen nennt, umso stärker sind die Fesseln, die das Eigentum um euch schlingt. Der Arme geht in Ketten, doch ebenso der Reiche. Und in diesem Sinne forscht weiter und erkennt, dass es sogar Dinge gibt, die kein Eigentum sein können. Denn sie bringen zuviel Verantwortung als der stärkste Arm je schultern und ein menschliches Herz je fassen könnte.

Von dem, was nicht euer Eigentum sein kann, will ich nun zuerst zu euch sprechen. Drei wichtige Dinge sind es, die dazu gehören. Die sollt ihr beachten und tut ihr es nicht, verursachen sie nichts als Leid. Eigentum, das nicht als Eigentum eines einzelnen Menschen gedacht war, zerstört  das Fundament eurer Kultur und überzieht euch alle mit Krieg und Tod. Davon zeugt eure Geschichte seit über 6.000 Jahren. Doch ihr habt bisher noch nicht alles aus ihr gelernt. So wisst ihr nicht, was genau ihr dem Einzelnen entreißen sollt und müsst, um es in euer aller Eigentum zu überführen.

Das erste Ding ist die Erde selbst. Sie ist entstanden ohne euer Tun und besteht weiter, auch wenn ihr sie nicht mehr bevölkern werdet. Ihr habt sie nicht erschaffen, vielmehr erschafft sie euch und ermöglicht euch das Leben. Sie ist und sie ist auch ohne euch. Sie ist euer aller Ursprung und euer aller Amme. Der Boden ist unvergleichbar mit allen Dingen, die ihr aus den reichen Gaben der Erde fertigt und zusammenfügt. Sie ist die, die ewig gibt und die jeden Menschen ernähren kann. Doch sie muss heil und unzertrennt bleiben und offen sein für jeden. Die Erde habt ihr auch nicht von euren Kindern geliehen. Denn sie ist nicht zu kaufen und nicht zu verkaufen, nicht zu leihen und nicht zu verleihen, nicht zu haben, nicht zu verschenken und auch nicht zu erben. Ihr könnt sie nutzen und bearbeiten, pflügen oder brachliegen lassen, auf ihr bauen, oder Löcher in sie graben. Schafe auf ihr weiden lassen, oder schwere Ähren ziehen. Kanäle bauen und Flüsse zuschütten. Sie gehört vollständig euch und ihr sollt sie nutzen, soweit ihr sie zu nutzen wisst. Nutzt sie weise und umsichtig und sie wird euch auf ewig ernähren. Doch entreißt sie dem Haben, den Zaunpfählen und dem Stacheldraht. Denn hinter ihnen lauert der Krieg.

Die zweite Sache, die ihr gemeinsam nutzen sollt, ist das Geld. Geld ist eine Sache, die ihr alle gemeinsam errungen habt und die ihren Sinn im Weitergeben hat. Nicht das Haben und Verstecken machen Geld zum Genius eures Handels, sondern die Bewegung, die im Bekommen und Weitergeben liegt. Alles was ihr produziert, braucht das Geld, um sich gegenseitig zu tauschen. Die Ware auf dem Markt und das Geld in der Truhe: das geht nicht gut. Geld muss euch allen gehören, so wie die Sprache und die Schrift. Wer könnte denn heute die Schrift von der Sprache trennen und alleine darüber bestimmen, wer lesen und schreiben darf und wer nicht? Und solch ein Zwillingspaar sind Geld und Ware. Das Geld ist eure rechte Hand und die Ware eure linke. Denn ihr alle seid Produzenten und Verbraucher zugleich.

Leute von Orphalese, lasst nicht zu, dass eure rechte Hand sich leert und nichts mehr enthält. So bleibt euch nur die Linke, um des Tagelöhners Werk zu vollbringen. Was in eure Rechte gehört, sammelt sich allein beim Reichen. Und dessen linke Hand verkümmert und bleibt schlaff. Der eine verliert die rechte Hand, der andere die Linke und so lebt ihr alle wie Krüppel, wo ihr doch vollkommene Menschen seid.

Eure Bereitschaft für andere zu produzieren, euer Anteil an der Gemeinschaft, verschafft euch das Recht auf Geld. Ihr haltet nicht zurück mit eurer Stärke, euren Ideen, eurer Begabung und eurem Talent. Und so dürft ihr euch nicht durch einen unbedachten Fehler vom Gelde trennen lassen. Es muss so leicht in eure rechte Hand gelangen wie die Brötchen des Bäckers seine Backstube verlassen. Und deshalb müsst ihr gemeinsam dafür sorgen, dass das Geld seinen Zweck vollständig erfüllt. Holt euch nun eure Macht zurück und tut dies durch verantwortliches Wissen. Denn nie war gültiger als in diesen Tagen: Euer aller Fortbestand sichern allein Wissen und Können. Nicht der scheinbar unvermeidliche Angriff und die tapfere Verteidigung, nicht der clevere Diebstahl und der brutale Raub und auch nicht der politische Erlass oder die Härte des Gesetzes sind die Garanten eurer Kultur, sondern das Verständnis von Geld und Boden als Grundlagen eurer Wirtschaft.

Die dritte Sache schließlich sind die Ideen. Sie können nicht euer Eigentum sein, denn sie geistern umher und liegen in der Luft. Was das Wissen angeht ist jeder von euch älter als Methusalem, denn hinter jedem von euch liegen Jahrtausende des Wissens und der Erkenntnis. Wer kann eine Idee, einen Gedanken, eine Erfahrung nur allein seinem Kopfe zurechnen? Auf welchen Gedanken fußt eine Idee und wem rechnet man diese Vorgänger zu? Geist ist das, was ihr seid, so wie die Erde das ist, was ist. Nur die Werke, die euren Ideen und Gedanken entspringen und deren Früchte, gehören jenem, der sie schuf. Doch fesselt nicht den Geist mit den Ketten des Eigentums, denn das ist ein kindisches Unterfangen und gereicht euch nicht zur Ehre.  Lasst auch dem Unternehmer seine Werkbank, seine Halle und seinen Kran. Denn all’ das wurde von euch selbst geschaffen und er hat die Dinge gekauft. Nicht das Viele, das dem Unternehmer gehört, beraubt euch eures Anteils. Das wenige, das ihr euer eigen nennen könnt, macht euch zu Armen. Was ein anderer an geschaffenen Dingen hat, kann euch niemals Mangel und Not aussetzen. Nicht eine Werkbank und nicht tausende. Solange ihr als Produzenten den vollen Ertrag eurer Arbeit erhaltet, macht euch der Wohlstand des anderen sogar selbst zu einer begüterten Person.

Damit der Wohlstand das ganze Erdenrund und alle Menschen erreicht, müsst ihr die Gesetze des Eigentums genau bedenken und gekonnt unterscheiden, was allen gehört und was dem Einzelnen. Mögen meine Worte euren Verstand erreichen und dort ihr Werk vollbringen.
 
{audio}mp3/03 Von der Zukunft.mp3{/audio}
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Es ward euch gesagt, dass die Tage, die im Dunkel eurer Vergangen­heit ruhen, euer Heute gestalten. Doch ich sage euch, dass diese Bürde von euch genommen ist und ihr wie fröhliche Kinder seid, deren Gegen­wart gefüllt ist mit ihren Wünschen und freudigen Erwartungen an das Morgen. Es ist euer Traum von der Zukunft, der die Tage zimmert wie ein Gerüst. Alles im Leben eilt nach vorne, die Schätze der Vergangen­heit im Gepäck. Menschen von Orphalese, macht eure Gedanken und Erwartungen über die Zukunft laut, zählt all’ diese Gedanken, sprecht sie aus und prüft ihr Wesen. Erkennt ihre Natur und lasst euch nicht von ihnen fesseln. Denn es ist Furcht, mit der ihr gen Morgen blickt. Doch die Zukunft ist das, was noch nicht stattgefunden hat und das Heute kennt unendlich viele Pfade, auf denen es dem Morgen entgegen­wandeln kann. Ihr seid jene, die das Ziel wählen. Mein Pfad eilt dem Glück, dem Wohlstand und der Freiheit aller Menschen entgegen. Und so habe ich all’ die Wege verlassen, die mich von meinem Ziel entfernen, auch wenn die Verlockungen und Bequemlichkeiten dieser Wege groß waren. In meiner Zukunft lebt der freie Mensch unter freien Menschen und weiß sich sicher genährt. Mit all’ seinen Kindern und jenen, für die er den Abend des Lebens wohl und leicht gestaltet. In meiner Zukunft ist die Spaltung des Menschengeschlechts vorbei.

Reichtum, den so viele mit ihrem Schweiß und Blut für nur wenige erschaffen und dabei verdorren, wie das Gras in der Glut der Sonne, wird es nicht mehr geben. Die Zukunft ernährt alle ihre Kinder und ihr alle seid die Kinder der Zukunft. Keiner wird des anderen Herrn oder Knecht sein, keiner des anderen Bezwinger. Keiner, der sein Leben lang mit leeren Händen dasteht und dessen Schüssel nur die Mildtätigkeit füllt. Keiner, der mit seinem Geist und seiner Hand schaffen möchte und es nicht könnte, weil ihm die Mittel fehlen oder er keinen Platz fände, um mit seiner Arbeit inmitten des Lebens als Geachteter zu weilen. In meiner Zukunft erleiden unsere Frauen nicht mehr das Schicksal der Bedrückten. Auch ihre Börsen sind gefüllt und niemand kann sich mehr an ihrer Freiheit und Klugheit vergehen. Unsere Kinder lohnen alle Investitionen und unsere Alten haben sich ihren Wohlstand redlich verdient.

Was zwischen Menschen geschieht, wird in meiner Zukunft auch weiterhin geschehen. Ihr könnt wie seit alters her Freud und Leid miteinander teilen und eure Wege mit Herausforderungen pflastern. Auch die Traurigkeit und das überschäumende Glück, der Gewinn und Verlust, der Zorn und die Vergebung bleiben in euch verwurzelt und sind die Baumeister eurer Schlösser. Doch niemand kommt auf die Erde, dessen Schicksal schon besiegelt ist, bevor noch der erste Schrei seinen Lungen entweicht. Niemand wird mehr arm und machtlos geboren und keinem Säugling werden mehr die Insignien der Macht als Vermächtnis des Vaters und der Sippe in die Wiege gelegt. Ihr kommt alle als das, was ihr seid und sein wollt und könnt es werden.

In meiner Zukunft sind die unsichtbaren Ketten von euch abgefallen. Der Friede wohnt in allen Ländern und jedem Menschen gehört die ganze Erde. Die Völker werden sich nicht mehr auf den vereinzelten Splittern der zerteilten Erde drängen und einander Einlass verwehren, oder sich mit Gewalt Einlass verschaffen. Euer Handel wird jede gewünschte Brücke bauen und euch überall im Kosmos ankommen lassen. Nichts wird euch zu schwer, zu weit oder zu teuer sein. Das ist die Zukunft, die ich vor mir sehe und von der ich zu euch sprechen will. Doch meine Zukunft kann nicht eure werden, wenn ihr sie nicht auch erwählt mit samt ihren Pfaden. Ihr könnt nicht auf den bekannten Routen eure Sehnsucht stillen. Immer tiefer führt euer Heute in den Mangel und das große Sterben.

Leute von Orphalese, entscheidet euch, für welche Zukunft sich das Leben lohnt. Wählt euer Ziel, das in der Zukunft liegt und lasst eure Schritte davon lenken. Wünscht nicht das eine und geht dem anderen nach. Verlasst die Schiffe aus fauligen Brettern, die euch bald im Ozean des Lebens untergehen lassen. Baut ein neues Schiff, das nicht mehr leckt und allen eine sichere Überfahrt gewährt. Betrachtet die Dinge, die von Jahr zu Jahr schlechter werden und entdeckt die wirklichen Ursachen für ihr Versagen. Findet heraus, wie alles zusammenhängt und erkennt, wie verlässlich die Wirtschaft funktionieren muss. Denn das Produzieren, das Kaufen und Verkaufen, das Sparen und Investieren, müssen wohl­gestaltet sein, um das goldene Jahrtausend anbrechen zu lassen. Betrachtet euer Geld und seht, wie es vor den Pforten des Paradieses steht und euch den Zutritt verwehrt. Seid fleißig und rege im Geist und prüft meine Worte. Entscheidet. Über die Zukunft und wie sie sich ereignen soll. Denn es geschehe euch nach eurem Willen.
 

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