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{audio}mp3/06 Von den Unternehmern.mp3{/audio}
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Die Unternehmer sind der Fels, auf dem ihr baut. Sie ergründen, wo die Wüste urbar gemacht werden kann und welche Gewässer für die Fischzucht taugen. In ihren Träumen bauen sie neue Städte weit im Meer und versorgen die ganze Welt mit Schuhen. Sie befassen sich mit allen großen und kleinen Sorgen, die den Menschen drücken und rasten nicht, bevor sie eine Lösung haben. Sie bedienen sich der Genialität eurer Erfinder und lassen keine Technik ungenutzt. Sie dringen tief in die Erde, graben sich ins Innere der Berge und wagen sich weit hinaus in das All zu den Sternen. Sie durchziehen Kontinente mit Straßen und Gleisen, auf dass jeder Winkel der Erde besiedelt werden kann. Sie bauen Dächer über euren Orchestern und euren Altären. Sie pressen Musik und Rhythmus auf Scheiben, die ihr überall mit euch führen könnt. Sie beobachten die Vögel und bauen sie nach aus Eisen und Stahl und bringen euch vom Morgenland ins Abendland zwischen Mittagsmahl und Abendbrot. Ihr Geist gebiert Ziele und ihr Herz träumt von Fertigkeit. Sie nehmen Dinge in Angriff und planen Projekte. Sie verstehen etwas vom Nutzen und von Qualität. Sie erkennen eure Wünsche und erheben eure Bedürfnisse zu ihren Fixsternen. Eure Wünsche sind ihnen Befehl. Sie denken in Machbarkeiten und leben in Möglichkeiten. Ihre Leidenschaft gilt den Lösungen. Das sind die Unternehmer, von denen ich zu euch sprechen will.

Sie sind wichtig für euch, denn sie organisieren die Arbeit und machen die Arbeitsteilung möglich. Sie sind eure Leuchttürme und ohne eure Kameradschaft sind sie nichts. Denn wer könnte etwas unternehmen, ohne das Mitwirken der Produzenten, die ihr seid? Was wären ihre Ideen, ihre Ziele und ihre Visionen ohne euer Wollen und eure Absicht? Was könnte ihre Pläne lebendig werden lassen, wenn nicht eure Aktion, euer Einsatz und eure Fähigkeiten? Ihr seid nicht aufgeteilt in Arbeitgeber und Arbeitnehmer, denn diese Worte sprechen schon die Lüge aus. Ihr unterteilt euch in Unternehmer und Produzenten. Des Unternehmers Stärke ist die Organisation und die Beschaffung, des Produzenten Stärke die Gestaltung und das konkrete Schaffen.

Wehe der Welt, wenn sie ihre Unternehmer verurteilt und der Hochmut einiger aus ihrem Kreis das Urteil über alle begründet. Wehe der Welt, wenn sie ihre Unternehmer in die Aussichtslosigkeit und den aufgezwungenen Bankrott führt. Wehe der Welt, wenn sie die Hände der Unternehmer bindet und ihren Geist der Knechtschaft preisgibt. Wehe, wenn die Unternehmer nicht mehr in der Lage sind, den Prozess des Produzierens aufrechtzuerhalten und beginnen müssen, ihre Produzenten nach Hause zu schicken. Denn ihr seid es, die sie nach Hause schicken und die sie dem harten Schicksal der Nutzlosigkeit preisgeben müssen. Nicht leicht fällt ihnen diese Entscheidung. Denn wenn ihr nach Hause geht, lauert der Ruin schon in den Büchern und es folgt der Bankrott.

Die Unternehmer waren es, die Werkhalle und Büro schwungvoll und voller Freude für euch öffneten und sie sind es, welche nun Türen und Tore hinter euch und sich selbst mit wehem Herzen schließen müssen. Und wenn ihr über das Los der Unternehmer nachdenkt, dann denkt ihr über euer eigenes Los nach, denn ihr gehört zusammen und keiner kann ohne den anderen marschieren. Es ist nicht der Gewinn des Unternehmers, der euch um euren gerechten Anteil betrügt und knechtet. Denn dieser Gewinn findet dort seine Grenze, wo ihr das Spiel nicht mehr mitspielen wollt und euer eigenes Spiel beginnt. Er ist auch nicht im Vorteil, weil ihm die Halle gehört und die Maschinen und die Säcke voll mit Zement. Sie verursachen ihm Kosten und erfordern Arbeit und er muss für ihre Verwertung sorgen. So wie die Dinge, die sich in eurem Besitz befinden, euch Arbeit und Mühe abfordern und eurer Verantwortlichkeit zugerechnet werden. Selbst wenn einige Unternehmer zu unermesslichem Reichtum gelangt sind und ihnen mehr zufließt als die gesamte Wirtschaftsleistung einzelner Länder, spricht das nicht gegen die Unternehmerschaft und überführt sie nicht der Ausbeutung. Haltet nicht inne bei diesem Gedanken und geht weiter. Lasst euer Urteil nicht trüben durch Zorn und Angst vor der Zukunft. Erkundet das Schicksal der Unternehmer, denn ihr erkundet damit euer eigenes Schicksal und könnt dem Untergang entgehen.

Betrachtet nochmals wie der Unternehmer steht und bereitwillig die Tore der Werkshallen öffnet. Seht euch und stellt auch eure Bereitwilligkeit fest, die nicht geschwunden ist und keiner besonderen Befeuerung bedarf. Seht den Weizen auf den Feldern, wie er ungerührt wächst und gedeiht und euch auch sonst nichts wirklich abhanden gekommen ist, um zu produzieren. Was also verhindert, dass ihr weiter produziert und der Unternehmer euer Produzieren planvoll organisiert und erfolgreich koordiniert? Was hat den Unternehmer gezwungen, die Werkstore zu schließen und euch zu verabschieden? Wenn es nicht seine Trunksucht ist und nicht euer Streik, die den Unternehmer in die Knie zwingen, wenn nichts fehlt, um Fertigkeit zu demonstrieren, was ist dann die Ursache für unser aller Los? So sollt ihr fragen. Und wenn euch klar vor Augen steht, dass das Elend und der wirtschaftliche Niedergang nicht an euch oder der Person des Unternehmers, noch an verschwundenen oder zerstörten Werkbänken und auch nicht an plötzlich versiegten und nicht mehr auffindbaren oder nicht zu ersetzenden Rohstoffen, oder gar an mangelnder Lieferung von wichtigen Teilen liegt, dann beginnt ihr, euer Augenmerk auf die wirkliche Ursache zu lenken. Und das ist gut so, denn dies tut Not. Ihr seht, wie die Dinge weiterhin gefertigt werden könnten und auch weiterhin ihren Nutzen bieten. Ihr seht, wie eure Nachbarn gerne das Produkt eurer Arbeit kaufen würden, weil es ihnen gefällt und ihr Leben erleichtert. Doch sie können es nicht und der Absatz beginnt zu stocken. Ihr wisst genau, was eurem Nachbarn fehlt und weshalb er nicht zum Markte eilt und die Bestellung aufgibt. Er hat kein Geld, so einfach ist die Erklärung. Auch euer Unternehmer hat kein Geld mehr. Denn Preise, die sinken, leeren zuallererst seine Börse. Wie lange kann er aus eigenem Vermögen die Verluste ausgleichen, die sinkende Preise für ihn bedeuten? Wie lange kann er seine Rechnungen zahlen, die zu begleichen der laufende Betrieb erfordert? Wie lange kann er Kredite von der Bank erhalten und die unerbittliche Zahlung des Zinses pünktlich erbringen? Wie lange dauert es, bis er sich gezwungen sieht, zu schummeln und am falschen Ende zu sparen? Wie lange dauert es, bis er auch von euch mehr Arbeit für weniger Lohn fordern muss? Und wie schnell wird der allgemeine Verfall vor sich gehen, wenn dieser Prozess an Fahrt aufnimmt und an Dynamik gewinnt? Euer Problem ist das Problem des Unternehmers und es lautet „Geld“. Geld das fehlt und sich nicht zur Verfügung stellt. Geld, das doch irgendwo sein muss, doch wo? Weshalb verweigert sich plötzlich das Geld den Unternehmern und euch, den Privaten? Weshalb muss nun der ganze Staat beherzt für frisches Geld sorgen, um den sofortigen Zusammenbruch zu verhindern? Was hat der Staat, was ihr nicht habt? Die Antwort ist schnell gegeben und sie ist leicht. Ihr und die Unternehmer habt schon viel zu viele Schulden auf eure Schultern laden müssen und könnt nun die Zinsen nicht mehr erbringen. Denn wenn der Zins euch nicht mehr lässt, als ihr zum Überleben braucht, dann stellt ihr das Produzieren ein und bereitet euch selbst ein möglichst leichtes und arbeitsfreies Ende. Denn die Arbeit bringt euch und eueren Kindern kein Brot mehr und ersetzt auch nicht mehr die Lumpen, die euch kleiden. Dies ist das Ende und fürwahr für alle. Denn wenn die Produzenten nicht mehr produzieren, dann findet auch das viele Geld nichts mehr zum Kaufen und so stirbt mit den Armen auch der Reiche. Mit dem Produzenten vergeht der Unternehmer und dies wird auch untätige Geldbesitzer in Bestien verwandeln, die vor Hunger brüllen.

Und so, Leute von Orphalese, lege ich euch ans Herz, das Los des Unternehmers zu ergründen und zu erkennen, was euch gemeinsam zerstört. In eurem Geist liegt die Rettung, denn ihr seid viele und euer Magen knurrt zuerst. Lasst ab von gehässigen Gedanken, verfinstert euren Geist nicht mit Wut und gebt den Kampf um unser aller Leben nicht auf. Baut keine Barrikaden und findet eure Genugtuung nicht darin, wenn die wohlgenährten Helden von einst jetzt zum Opferaltar geführt werden. Ihr Opfer bringt nichts, denn sie sind nicht die Ursache für das Leid. Weder ihre Taten, noch ihre Arroganz und auch nicht ihre Fähigkeit, in einem räuberischen System länger als ihr zu bestehen. Auch sie zahlen am Ende mit ihrem und ihrer Kinder Leben und es bleibt ihnen so wenig wie euch. Führt den Kampf um unser aller Leben mit Wissen und Verständnis. Doch lasst nur Antworten gelten, die auch tatsächlich ins Schwarze treffen und nicht nur gut klingen oder gebildet wirken. Besteht unbedingt auf der Wahrheit und bleibt nicht ewig höflich, denn ihr verschwendet wertvolle Zeit. Die Wahrheit muss nun ans Licht der Sonne gelangen und die Erkenntnisse, die ihr mit der Wahrheit erzielt, müssen ihren Niederschlag im Denken und im Tun finden. Das ist der Weisheit letzter Schluss.
 
{audio}mp3/05 Von der Arbeit.mp3{/audio}
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Vielen von euch wurde gesagt, die Arbeit sei ein Fluch. Und es wurden euch die Worte „Schweiß“ und „Schmerz“ in die Seele eingebrannt. Schwere und tiefe Narben haben diese Worte hinterlassen, denn mit diesen Worten wurdet ihr belogen und betrogen.

Ich hatte euch vor langer Zeit gesagt, dass die Arbeit sichtbar gemachte Liebe sei und so ist es und sie ist noch mehr. Sie ist das Leben selbst, das sich erhält und fort entwickelt in die luftigen Höhen eures Geistes. Das Leben drängt nach Nahrung für den Körper und nach Bekleidung. Es ruft euch der Schlaf und ihr könnt nicht widerstehen. Der Durst quält euch so lange, bis ihr ihm mit einem Glas Wasser begegnet. Erst wenn der Körper schweigt, erhebt sich der Geist und fordert das Seine. Alles in euch treibt euch des Morgens aus dem Haus, um euren Geschäften nachzugehen und lässt euch abends zufrieden zurückkehren. Doch nur, um euch am nächsten Tag erneut euren Träumen zu entreißen und euch dem Tun zu überantworten.
 
Das Leben drängt euch zur Bewegung, zur sinnvollen und gestalterischen Bewegung. Von der Überlegung zur Fertigkeit. Vom Sein zum Tun und schließlich zum Haben. Und vom Haben erneut in ein neues Sein, das ein neues Tun hervorbringt und ein neues Haben. Dieser Prozess ist das Leben selbst und er endet nie. Das, was euch zur Arbeit drängt, ist das Leben. Es will bestehen und gedeihen und so werft ihr in die Waagschale, was immer ihr könnt. Eure Stärke in Muskeln und Gliedern, euren Geist, der niemals steht, niemals wartet und niemals wunschlos bleibt. Eure Absichten und eure Hoffnungen, eure Fähigkeiten und eure Wendigkeit. Die Schnelligkeit und das langsame Ergründen. Jeder gibt das Seine, um das Seine von den anderen zu bekommen. Die Dinge, die ihr herstellt, stellt ihr für die anderen her. Doch nur, um mit dem eingetauschten Geld die Dinge von den anderen zu erlangen, die euer Körper verlangt und euer Geist begehrt. Dies ist die Arbeit, von der ich zu Euch sprechen will.

Sie umfasst das Einbringen der Ernte und das Gebet der Geistlichen, die ihr in eurer Mitte habt. Sie bringt das Bild des unerreichbaren Künstlers hervor und lässt im Meer neues Land entstehen. Sie ist das Alpha und das Omega. Sie ist eure Mühe und eure Mühe ist eure Lust. Die Arbeit ist das Leben, das sich Ausdruck verschafft und ihr seid dessen Meister. Und so ist das Netz unter euch gewoben: Eure Arbeit ist das, was euch an den Gaben der anderen teilhaben lässt und euer Einkommen von heute ist morgen das Brot der anderen durch euer Ausgeben.

Wer könnte da weiterhin vom Fluch der Arbeit reden?

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