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24 Thesen zum BGE, veröffentlicht in Heft 04/2008 „HUMANE WIRTSCHAFT“

und

24 Erwiderungen aus NWO- Sicht

 


1. These
Seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert steigt die Produktivität kontinuierlich an. Die Erfolge bei der Automatisierung haben diesen Prozess beschleunigt und werden ihn künftig noch weiter beschleunigen. Dadurch werden erstmals in der Menschheitsgeschichte erhebliche Anteile der Bevölkerung nicht mehr für die Produktion der notwendigen Güter benötigt.


Antwort
Produktivitätssteigerung hat es immer gegeben, und auch immer geben müssen, weil die Bevölkerung immer stetig angewachsen ist und noch anwächst. Auch vor der Industrialisierung hat es kontinuierliche Produktivitätssteigerungen gegeben. Produktivitätssteigerungen haben die Gesellschaft und die Arbeitswelt stets tief greifend umgestaltet. Arbeit, die auf Maschinen verlagert werden konnte, hat Arbeit erforderlich gemacht, diese Maschinen zu erfinden, zu konzipieren, zu gestalten, zu bauen, zu pflegen und zu warten, abzureißen, neue Maschinen zu erfinden, zu konzipieren, usw.
Produktivitätssteigerungen verändern die Arbeit, doch sie bedeuten nicht das Ende der Arbeit. Arbeitslosigkeit hat andere Ursachen als technischen Fortschritt oder steigenden Automatisierungsgrad in der Güterproduktion.

2. These
Vollbeschäftigung war bereits vor der Industrialisierung die Ausnahme. Umso absurder ist die Hoffnung, sie würde sich in Zukunft jemals verwirklichen lassen. Doch selbst bei Vollbeschäftigung wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) sinnvoll, weil es Freiheit vom Arbeitszwang für alle Arbeitenden schafft.


Antwort
Wie ist hier Vollbeschäftigung definiert? 48Stunden / Woche / Erwerbstätiger? Oder 40h / Woche oder 35h / Woche? Selbst 20h / Woche kann Vollbeschäftigung genannt werden, wenn sich alle Bedürfnisse der Wirtschaftsteilnehmer mit dieser durchschnittlichen Arbeitszeit für die Arbeitenden erfüllen lassen. Wenn die Produktivitätssteigerungen den Arbeitenden zugute kommen (und nicht durch Kapitalzinsen und Grundrentenanteile geschmälert werden) dann erhält jeder den vollen Arbeitsertrag. Ausgestattet mit dem vollen Arbeitsertrag ist jeder in der Lage, seine Bedürfnisse zu befriedigen. Auch Abgaben, um erwerbsunfähigen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen, werden daran nichts ändern.
Weil ein Ereignis in der Vergangenheit selten eingetroffen ist, ist es umso absurder, dieses Ereignis von der Zukunft zu erwarten.Weil es in der Vergangenheit selten an Weihnachten geschneit hat, umso absurder ist die Hoffnung, dass es in der Zukunft an Weihnachten schneit. Deswegen verteilen wir jetzt an jeden Schneekanonen.
Und wenn es doch mal schneit, weil der vorangegangene Satz vielleicht Unfug und kein logischer Satz ist, dann können wir mit der Schneekanone jedem ermöglichen, dass er sich mit ihr den Schnee in die Wohnung packt und damit von der Pflicht entbunden wird, zum Schlitten fahren nach draußen zu gehen.
Obwohl bei Vollbeschäftigung jeder arbeiten kann, braucht der Mensch etwas, damit er es nicht muss. Vollbeschäftigung mit bzw. bei Vollbefreiung von der Arbeit.
Wann befreit den Autor endlich jemand von seinem Zwang, solch einen Nonsens zu verbreiten und die Zeitschrift ihn abzudrucken?

3. These
Bereits seit langem lässt sich beobachten, dass erhebliche Teile der Bevölkerung nicht mehr in den Arbeitsprozess integriert sind. Dadurch sind sie auch vom Einkommen ausgeschlossen. Bereits heute schon werden diese Bevölkerungsteile entweder direkt durch Sozialleistungen oder indirekt über subventionierte Wirtschaftszweige mit großem finanziellen Aufwand ernährt. Weil aber die Schaffung neuer Arbeitsplätze immer weniger gelingt, kann die Lösung nur sein, das Einkommen von der Arbeit abzukoppeln.


Antwort
Die Menschen, die nicht mehr in den Arbeitsprozess integriert sind, sind nicht von Einkommen ausgeschlossen. Sie erhalten einen Teil vom Gesamtlohneinkommen, den die erwerbstätigen Menschen erarbeiten. Dieser wird über Lohnabzüge und Steuern durch den Staat an die nicht-erwerbstätigen Menschen in verschiedenen Formen von Sozialleistungen weitergeleitet. Ein weiterer Teil des Einkommens muss als Zinsen und Renditen an Geld- und Grundbesitzer abgeführt werden.
Einkommen entsteht nur durch Arbeit. Einkommen bedingt Arbeit.
Die „Entkopplung von Einkommen und Arbeit“ ist bereits realisiert! In der Sklaverei, beim Frondienst, im Arbeitslager, bei der Zwangsarbeit, der Gefängnisarbeit und – der Familienarbeit! Arbeit, die in diesen Formen erbracht wird, ist vom Einkommen abgekoppelt. Doch auch nicht gänzlich, wenn man die Ernährung derer, die in diesen Formen arbeiten, nicht als reine Mildtätigkeit bezeichnen will.
Die Forderung nach Entkopplung der Arbeit vom Einkommen ist genauso sinnvoll wie die Forderung der „Entkoppelung des Lebens vom Atmen!“

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