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4. These
Ein großer Teil der Arbeit, die heute verrichtet wird, besteht aus sinnloser und gesellschaftlich wenig nützlicher Beschäftigung, wie z.B. große Teile der Bürokratie, oder ist sogar schädlich, wie z.B. die Rüstungsindustrie oder Tierversuche. Diese Art von Arbeit dient u.a. der Aufrechterhaltung der bestehenden Wirtschaftsordnung, die ohne permanentes Wachstum und Naturverbrauch nicht funktionieren kann. Auf sie könnten wir leicht verzichten, ohne dass es uns deswegen schlechter ginge.


Antwort
Die Arbeiten, die uns Menschen mehr schaden als nützen, werden von der heutigen Wirtschafts(un)ordnung – dem Kapitalismus – völlig systemlogisch hervorgebracht. Erst die Überwindung der kapitalistischen Wirtschafts(un)ordnung macht diese Arbeiten komplett überflüssig. Ein „freiwilliger“ oder „angeordneter“ Verzicht (Verbot) der schädlichen Arbeit ist im bestehenden System keine Option.

5. These
Jede Tätigkeit, die nur dazu dient, Geld zu verdienen, ist dem Menschen unwürdig. Arbeit führt nur dann zu Zufriedenheit, wenn sie für den Einzelnen sinnvoll ist, Spaß macht und um ihrer selbst willen verrichtet wird.


Antwort
Welche Tätigkeit genau soll denn „nur“ dem Geldverdienen dienen? Für eine Tätigkeit, die niemandem und nichts dient, erzielt man kein Einkommen. Wer mit seiner Arbeit nicht einem anderen in irgendeiner Form einen Dienst erweist, ein Bedürfnis erfüllt, wird kein Geld damit verdienen. Das Ziel der Arbeit ist nicht Zufriedenheit, sondern der Arbeitsertrag, realisiert im Lohn. Tätigkeiten, die nur um ihrer selbst willen verrichtet werden, kann jeder Mensch ausüben, so lange er will und kann. Die Grenzen dafür sind seine Bedürfnisse – zu allererst vermutlich ein knurrender Magen. Wenn es nun niemanden gibt, der rein um des Brotbackens willen dieses auch bäckt, dann ist es bald aus mit der Arbeitsteilung. Denn vielleicht gibt es ja den einen, der nur um des Brotbackens willen das Brot bäckt, doch gibt es vermutlich keinen, der nur um des Mehlmahlens wegen das Mehl mahlt – und der das Brot backen wollende Bäcker hat dann einfach keine Zutaten!
Nach der Aussage: „Arbeit führt nur dann zu Zufriedenheit, wenn sie für den Einzelnen sinnvoll ist, Spaß macht und um ihrer selbst willen verrichtet wird.“, würde vermutlich fast nur noch die Samenbank als einigermaßen akzeptabler Arbeitgeber durchgehen. Schon aber nicht mehr für die Frau in der Buchhaltung oder die Reinigungskraft.

6. These
Wenn Menschen ein BGE bekommen, können sie nicht mehr zur Arbeit gezwungen werden. Unbeliebte und sinnentleerte Arbeit wird nicht mehr hingenommen oder muss entsprechend gut bezahlt werden.

 

Antwort
Weniger der Zwang, arbeiten zu müssen, ist das Problem, als vielmehr arbeiten zu wollen und keinen Arbeitsplatz zu bekommen!
Was ist „unbeliebte“ und was ist „sinnentleerte“ Arbeit? Unbeliebte und gänzlich sinnentleerte Arbeit gibt es nicht, denn das Wort Arbeit beschreibt ja gerade, dass ich etwas mache, für das ich Einkommen erziele. Arbeit, die kein Einkommen generiert, weil sich niemand für das Arbeitsprodukt oder die Dienstleistung interessiert, könnte doch höchstens im Irrenhaus in Form von selbst geschnitzten Streichhölzchen geleistet werden. Doch selbst für dieses Arbeitsprodukt könnte es eine Nachfrage geben.
Zur Arbeit gehört Bewegung. Doch nicht jede Bewegung ist Arbeit. Die Tätigkeit, sich selbst die Schuhe auf- und zuzubinden, wird sich so schnell nicht in eine Dienstleistung umwandeln lassen, noch nicht mal in ein Ehrenamt, selbst wenn sich jemand noch so gerne die Schuhe bindet.

7.These
Wer ein Existenz sicherndes BGE bekommt, kann nicht mehr sagen, er müsse unmoralische Arbeit annehmen, nur weil er das Geld brauchte. Kriege wären so vermutlich wesentlich schwieriger zu führen.


Antwort
Es ist zu fragen, was „unmoralische“ Arbeit ist?  Um eine inhaltliche Klärung zu errreichen, muss man die Begriffe Arbeit und Arbeitsplatz auseinanderhalten. Ein Arbeitsplatz garantiert mir, dass ich einen Anspruch auf Abnahme meines Arbeitsproduktes oder meiner Dienstleistung habe. Die Abnahme erfolgt quasi mit der Lohnüberweisung. Arbeit, die lohnt (also Lohn bringt) und an Krieg, Vernichtung und Zerstörung beteiligt ist, ist unter kapitalistischen Bedingungen unvermeidlich. Kapitalismus erzwingt Kriege und Vernichtung. Mittelbar ist fast jede Arbeit daran beteiligt. Selbst der Pfarrer sorgt unter Umständen nur dafür, dass ein von Gewissensgebissen geplagter Rüstungsgewinnler sich Erleichterung fürs Weitermachen verschaffen kann. Und wer die Kinder von Bundeswehrsoldaten hütet, hält diesen den Rücken frei für den Kampfeinsatz in Afghanistan. Wer eine Boutique in München führt, kleidet Börsenhaie und wer bei C&A arbeitet, verkauft Klamotten an die Bediensteten der Kriegstreiber. Die Entscheidung, ob ich mit der moralisch einwandfreien Wahl meiner Arbeit die Kriegsführung in Richtung „weniger Kriegsführung“ beeinflusse, ist mir im Kapitalismus strukturell verwehrt.
Das Ziel „Kriegsführung zu erschweren“ ist aus Sicht der Freiwirtschaft keine „moralische Frage“. Freiwirtschaft sagt „Nein“ zum systemischen Zwang zum Krieg. „Nein zum Kriegszwang“ heißt nicht „Ja zur erschwerten Kriegsführung“! Freiwirtschaft sagt: Nein zur Vernichtung!
Kriege sind Aktionen, bei denen sich zwei ausgerüstete Parteien gegenüberstehen. Kriegerischen Auseinandersetzungen liegt der Kampf um die Lebensgrundlagen zugrunde. Krieg setzt zumindest zwei zur Gegnerschaft befähigte Parteien voraus. Die Freiwirtschaft macht mittels intelligentester Ökonomie Kriegsführung überflüssig!
Gegenwärtig finden keine „großen“ Kriege statt, weil die kämpferischen und wirtschaftlichen Beute- und Kriegszüge des Kapitalismus überhaupt nur noch wenige zur Gegnerschaft befähigte Parteien übrig gelassen haben und Krieg zwischen diesen zwangsläufig „global“ werden und zur Auslöschung der ganzen Menschheit führen würde – worüber sich (hoffentlich auch weiterhin) die potenziell Beteiligten klar sind.
Stattdessen finden heute eine unvorstellbare Masse an Vernichtungs- und Ausrottungsfeldzügen statt, Genozide und Auslöschung ganzer Regionen. Wer sich mit dem Gedanken „die Kriegsführung zu erschweren“ befasst, erfasst die Realitäten nicht.

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