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13. These
Häufig wird kritisiert, dass das Grundeinkommen ohne Gegenleistung ausgezahlt werden soll. Wer gegen leistungslose Einkommen ist, sollte aber besser an den Kapitaleinkünften Anstoß nehmen, die ebenfalls ohne Gegenleistung bezogen werden. Während das BGE demokratisch beschlossen ist, gleichmäßig an alle verteilt wird und existenzielle Bedürfnisse absichert, sind Kapitaleinkommen undemokratisch, extrem ungleich verteilt und wachsen immer schneller.

Antwort
Der erste Satz und der letzte Halbsatz sind richtig. Jeder freiwirtschaftlich sensibilisierte Mensch wird dem zustimmen. Der demokratische Beschluss des BGE ist jedoch eine unausgegorene Idee. Dass es gleichmäßig an alle verteilt werden soll, kann kein freiwirtschaftlich denkender Mensch so richtig unterstützen, weil dies heißt, dass wir Frau Klatten jedes Jahr zu ihren Milliarden Euros an Zinsgewinnen noch weitere Euros aus dem Gesamtarbeitseinkommen der Bevölkerung überweisen. Als Ausgleich quasi für die stark erhöhte Mehrwertsteuer. Und die existenziellen Bedürfnisse kann ein BGE gerade nicht absichern. Die Absicherung der Existenz ist zu allererst von einer funktionierenden Währung, einem stabilen Preisniveau abhängig. Ohne professionelle Währungspolitik (Freigeld) ist „Existenzsicherung“ leider nicht zu haben, egal welche Verteilungsmodelle man sich ausdenkt.

14. These
Eine weitere sinnvolle Möglichkeit, neben anderen Steuern, ist die Finanzierung aus einer Ressourcensteuer. Sie wäre der eleganteste Weg, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz gleichzeitig zu erreichen. Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch gehen zurück, wenn sie besteuert werden. Wenn die Steuereinnahmen anschließend gleichmäßig an alle verteilt werden, werden automatisch Vielverbraucher bestraft und umweltbewusstes Verhalten belohnt. Eine solche Ökosteuer würde von der Bevölkerung akzeptiert werden.

Antwort
Diese These ist besonders schön, weil Sie Eleganz mit ins Spiel bringt. Ein Hauch von Coco Chanel tut immer gut. Allerdings wird der Arbeitsalltag unzählig vieler Menschen ganz anders riechen, als eine trocken formulierte Ressourcensteuer so vermuten lässt. Zunächst einmal muss darüber befunden werden, was denn alles für wen eine Ressource ist. Alleine diese Feststellung wird Abertausende von RessourcensteuerI-nspektoren in alle Herren Länder und jeden Winkel dieser Welt führen. Zuvor allerdings müssten die Inspektoren ausgebildet werden, damit überhaupt etwas bei der Aktion herumkommt. Nun wird also überall auf der ganzen Welt jeder Stoff, der in der Industrie und Produktion zum Einsatz kommt, geprüft, gemessen, abgeschätzt, eintaxiert. Zum Glück verwendet kein Mensch heute mehr Guana-Kot von den Galapagos-Inseln. Die Reise wäre für den Ressourcensteuer-Inspektor bestimmt interessant. Doch wie in aller Welt würde er bloss die durchschnittliche Seevogelschiss-Menge errechnen, inklusive einer verlässlichen Hochrechnung der Populationen? Wie gesagt, Guana kommt als Ressource kaum noch zum Einsatz, das Problem stellt sich eventuell also nicht mehr. Allerdings wird es vermutlich nicht einfacher oder angenehmer andere Ressourcen in ihrem Vorkommen und ihrer Verwendung zu erfassen. Auch die heimischen Wälder müssten durchstreift werden und Bäume, die nicht nur um ihrer selbst willen im Wald stehen, sondern in der Holzindustrie eingesetzt werden in Umfang und Höhe gemessen werden. Für jeden Baum müsste außerdem eine Wachstumsprognose erstellt werden, die Dicke und die Entwicklung von Baumrinden muss dabei gesondert erfasst werden. Wenn die Ressourcensteuer anfällt, dann werden natürlich auch die schwarzen Schafe in der Wirtschaft nicht lange auf sich warten lassen und versuchen, sich die Ressourcen „schwarz und illegal“ zu beschaffen. So kämen wir wahrscheinlich auf einen 16-Stunden-Arbeitstag, müssten doch die Bäume auch noch bewacht werden. Nicht nur die Bäume, auch noch das Wasser allerorten. Und all die anderen Dinge, die in der Produktion Verwendung finden. Einfach unvorstellbar, welche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt die Einführung einer Ressourcensteuer hätte. Denn gerecht und genau soll es ja schon zugehen. Kurz und gut, die Einführung eines BGE würde wahrscheinlich nicht zustande kommen, weil man niemanden, aber auch wirklich niemanden mehr von der Arbeit freistellen könnte. Allerdings muss man die Einführung einer Ressourcensteuer nicht wirklich fürchten, weil die Kosten der Steuererhebungsverfahren die Früchte dieser Steuer in Form der anfallenden  Steuermenge schätzungseise um das 50-fache übersteigen würden. Selbst in Deutschland würde doch wohl zumindest ein Staatssekretär im Finanzministerium vor einem solchen Vorhaben zum Taschenrechner greifen.

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