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15. These
Ein BGE, das auf demokratischem Weg erreicht wurde, befreit von sozialstaatlicher Bevormundung. Es ist ein Modell für mündige Bürger, die selbst am besten wissen, was ihnen gut tut.

Antwort
Wenn das BGE tatsächlich funktionieren würde, dann wäre es völlig gleichgültig, ob es demokratisch eingeführt wurde oder auf dem Weg einer Schenkung aus dem Hause Quandt zustande kommt. Der letztere Fall könnte zwar auch keine Kaufkraftstabilität herstellen und hätte noch größeres Inflationspotential mit im Gepäck, doch es wäre noch „anständiger“, weil es nicht die Lohneinkommen umverteilt, sondern die Zinseinkommen. Die Bevormundung wäre vielleicht nicht mehr das Geschäft der Sozialbehörden, doch dafür wäre es das Geschäft der Finanzämter. Ob von dort ein angenehmere Bürokratie zu erwarten ist, darf getrost bezweifelt werden.
Wenn es nicht das Finanzamt ist, das die Auszahlung des BGE regelt, dann würde es über die Mehrwertsteuer à la Götz Werner finanziert werden und brächte Zölle und Selbstschussanlagen an den Außengrenzen rund um das BGE-Land.


16. These
Das BGE befreit die Menschen von den wirtschaftlichen Abhängigkeiten untereinander und damit voneinander. So müssten z.B. Lebenspartner, die sich nicht mehr verstehen, nicht länger zusammen wohnen. Kinder könnten in die Selbstständigkeit entlassen werden, wenn es ihrer Entwicklung entspricht. Menschen werden in Zukunft zusammen leben, weil sie es wollen, nicht weil sie es müssen.

Antwort
Die Befreiung der Menschen von den wirtschaftlichen Abhängigkeiten untereinander befreit sie tatsächlich sehr schnell voneinander. Die Abhängigkeit unter uns Menschen kann, wenn man sie intellektuell nicht zu verstehen in der Lage ist, in Form der bildhaften Darstellung klar gemacht werden: wer gerne Brötchen isst, ist vom Bäcker abhängig, wer gerne Schuhe trägt, vom Schuhfabrikanten, wer gerne einen PC besitzt, von sehr unterschiedlichen Produzenten. Die Abhängigkeit der Menschen untereinander ist faktisch gegeben. Sie wird zu Unterdrückung und Ausbeutung, wenn das alle Menschen miteinander verbindende Tauschmittel Geld als Zinsgeld konzipiert ist.
Die Lebensrealität von unzähligen Millionen Menschen im Kapitalismus sieht eher so aus, dass sie gezwungenermaßen auseinander gerissen werden und Familien nicht mehr zusammenleben können, weil ein Teil der Eltern auf Job-Wanderschaft gehen muss. Das BGE kann – glücklicherweise – die Abhängigkeit der Menschen untereinander nicht zerstören. Leider auch nicht die Ausbeutung durch Zinsgeld und Privatgrundbesitz, die jene trennt, die sich nicht trennen wollen und die aneinander kettet, die lieber unterschiedliche Wege gehen wollen.

17.These
Wenn alle ein BGE beziehen, können sie ihre Arbeitszeit freiwillig verkürzen, ohne ihre Existenz zu gefährden. Wenn alle weniger arbeiten, kann die Arbeit auch besser verteilt werden. Ein Mindestlohn wird überhaupt nicht mehr nötig sein, weil niemand mehr schlecht bezahlte Arbeit annehmen wird.

Antwort
„Wenn alle weniger arbeiten, dann haben alle etwas Arbeit und ganz tolle dazu, die überdies gut bezahlt ist.“ Könnte dies bitte nicht endlich jemand unserer Regierung und den Gewerkschaften stecken, die irrglauben nämlich, dass die Angelegenheit nicht so ganz einfach wäre.

18. These
Das BGE muss bedingungslos gewährt werden. Es sichert die lebensnotwendige Grundversorgung, und Grundversorgung ist ein Menschenrecht. Menschenrechte sind immer bedingungslos.

Antwort
Wenn schon die ersten Menschen diese Folgerung gemacht hätten („Grundversorgung ist Menschenrecht. Menschenrechte sind bedingungslos, daher ist die Gewährung eines bedingungslosen Grundeinkommens bedingungslos vorzunehmen“), dann gäbe es heute bestimmt niemanden, der diese Forderung erheben könnte!

19.  These
Auch die großen Religionen thematisieren die Gerechtigkeitsfrage. So finden sich z.B. in der christlichen Religion Begründungen für ein BGE. Das biblische Gebot der Nächstenliebe ist die zentrale Botschaft des Neuen Testaments und umfasst auch materielle Bedürfnisse. Echte Liebe ist nur bedingungslos d
enkbar.

Antwort
Aus der bedingungslosen, biblischen Nächstenliebe direkt – d.h. ohne „Umwege“ über volkswirtschaftliche Realitäten und Kompetenzen – die Zahlung eines bedingungslosen Grundeinkommen abzuleiten, muss an einer extremen Ressourcen-Knappheit des Autors liegen. Entweder hatte er zu wenig Zeit, sich mehr Gedanken zu machen, oder Papier und Tinte ginge zu Neige, oder es herrschte ein gravierender Sauerstoffmangel, welcher die Durchblutung des Gehirns beeinträchtig hat.
Zwischen den Aussagen des Neuen Testamentes und den ökonomischen Forderungen für das Jahr 2008 haben mit etwas gutem Willen und einem kleinen bisschen mehr Eifer doch noch ein paar makroökonomische Lehrsätze Platz, die nicht nur die „Gerechtigkeitsfrage“ thematisieren, sondern sogar noch die „soziale Frage“ zu lösen vermögen.

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