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Der Fehler von Prof. Huber, das physische Geld dem "gestaltlosen", elektronischen Geld gegenüber für bedeutungslos zu erklären, ist so weitreichend, dass die weiteren Ausführungen dazu dienen sollen, diesen Fehler vollständig offen zu legen.

Wenn Huber sich mit dem Gegenstand Geld selbst befasst, dann auf die Weise, dass er offensichtliche Geldbewegungen (Bargeldtransfers) und Geldbewegungen im Hintergrund (Überweisungen) - also keineswegs offensichtliche Geldbewegungen - wie zwei Geldkategorien, zwei Arten von Geld, behandelt. Ab hier wird es falsch.

Denn wenn wir Geld auch auf verschiedene Arten abbilden können und mit dem Abbild Transaktionen über größere Entfernungen und in größeren Mengen besser ausführen können als mit dem Geld selbst, haben wir jedoch nur ein Geld.

Es gibt keine finanzielle Transaktion unter vollständiger Abwesenheit von echtem Geld.

Bargeld ist immer mit im Spiel.

Der sogenannte bargeldlose Geldverkehr ist eine begriffliche Sackgasse, die groß genug ist, auch dekorierte Professoren von den breiten Straßen der Ökonomie abzubringen. Nach Huber ist unser physisches Geld (Zentralbankgeld) gegenüber dem 'gestaltlosen', elektronischen Geld (Geschäftsbankengeld) bedeutungslos. Deswegen möchte er die Zentralbank selbst zum Herrn über das "gestaltlose" Geld gemacht sehen.

Ja, wer wird dann mein Kreditsachbearbeiter bei der Zentralbank? Hab ich dann zwei Sachbearbeiter günstig zu stimmen? Einen bei "meiner" Bank und dessen Pendant bei der Zentralbank, der die eigentliche Entscheidung trifft? Wie soll das denn gehen? Geschäftsbanken müssen nicht entmachtet werden. Man gebe ihnen ein besseres Geld! Allerdings kein Vollgeld.

Weil Huber das Geld nicht sieht, nicht anfassen kann, das bei Transaktionen über Banken im Spiel ist, denkt und spricht er dabei von einem eigenen, eben unsichtbaren, abstrakten Geld und nennt es konkretes Geld. Eine Zahl in einem Computer oder aufgedruckt auf einem Kontoauszug oder handschriftlich auf einer Überweisung eingefügt, ist aber kein Geld.

Ansprüche auf Geld sind kein Geld. Sie können aber in einer großen Kundengemeinschaft wie Geld behandelt werden. Die Vorraussetzung dafür ist Vertrauen. Die Vorraussetzung für das Vertrauen sind Regeln. Regeln, die Herr Huber nicht kennt, oder von denen er bewusst nicht spricht. Regeln, die besagen, dass Bargeld wieder und wieder für Buchungen verwendet werden kann. Geld wird eingezahlt, überwiesen, abgehoben, zum Kaufen verwendet, vom Handel eingezahlt, zum Sparen weiterverliehen, als Kredit wieder überwiesen, von dort wieder in den Handel usw. Jedes Mal hinterlässt das gleiche Geld andere Spuren und Buchungsdokumente zurück. Und doch kann es zur gleichen Zeit immer nur einem zur Verfügung stehen.

Jener, welcher ein Sparguthaben hat, kann es derzeit nicht verwenden. Der, der es auf dem Girokonto liquide hält, verwendet es auch gerade nicht. Auch wenn er sich das "Gesparte" gerade ausgeliehen hat. Wird es überwiesen, kommt Bewegung in die Sache. Dann wird der Empfängerbank das wirkliche Geld, von der Zentralbank auf dem Konto der Empfängerbank gutgeschrieben und der überweisenden Bank abgezogen - natürlich nur der Saldo aller Buchungen zwischen diesen Banken.

Trotzdem ist dieser Vorgang das Gleiche, als ob ein Mitarbeiter der Zentralbank, das reale, in den Gewölben der Zentralbank wartende Geld, von einem Raum (dem der überweisenden Bank) in einen anderen Raum (den der Empfängerbank) getragen hätte und den „gestaltlosen“ Vorgang der Überweisung im Hintergrund mittels realem Geld „gespiegelt“ hätte. In der Zentralbank nimmt der Vorgang Gestalt an. Die Illusion, dieser Vorgang könnte „eingespart“ werden, ignoriert, dass dieser Vorgang erst die Kontrolle überhaupt darstellt.

Könnten Banken mit Tastendruck schalten und walten, wie es Huber ihnen unterstellt, dann reicht der Platz der nächsten hundert Seiten nicht, um die Folgen davon darstellen zu können.

Eine Analogie:

Akkus und Strom aus der Steckdose. Wiewohl wir weder den Strom der einen noch den anderen Quelle sehen können, ist der Strom aus der Steckdose, also der vom Kraftwerk, etwas realer. Der Akku liefert uns die Illusion, dass Elektrizität auch ohne Kraftwerk funktioniert. Hier wird schnell klar, dass auch der leistungsfähigste Akku irgendwann wieder ans Netz muss, um wieder vom Kraftwerksstrom gespeist zu werden. Die Mobilität, die uns der Akku liefert, wäre ohne den Kraftwerksstrom nicht denkbar. Die wirkliche Quelle allen Stromes ist das Kraftwerk.

Öl- bzw. Kohleverbrennung, Wasser-, Windkraft oder Kernspaltung - das sind die Quellen allen Stromes! Der Akku ist keine zusätzliche Quelle für Strom. Er kann Strom speichern. Er ist so wertvoll wie seine „unsichtbare“ Verbindung zur Quelle. Schaltet das Kraftwerk ab, dann steht oder liegt auch der Akku irgendwann nur noch im Weg rum.

Ähnlich verhält es sich mit dem Verhältnis von Buchgeld (Akku; Speicher) und realem Geld (Quelle) Buchgeld „zieht“ seine Bedeutung aus dem realen Geld. Es steigt mit ihm auf und geht mit ihm unter. Im Buchgeld wird die Geldbewegung simuliert. Die reale Geldbewegung findet in der Zentralbank statt.

Weil es so grundlegend und fundamental ist, sei nochmals wiederholt:

Es gibt keine finanzielle Transaktion unter vollständiger Abwesenheit von "echtem Geld".

Bargeld ist immer mit im Spiel!

 

Befassen wir uns also mit dem Geld. So wie es wirklich ist. Und so, wie es wirklich sein soll. Welche Wirklichkeit es für uns schaffen soll.

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